Veranstaltet von CINEMA QUADRAT e. V.

In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden:

BV kommunale Filmarbeit,
Bundesverband Kinematografie (BVK),
BV Filmschnitt Editor (bfs)
 

Wir alle wissen: Der Film als solcher beruht bereits auf einem „Trick“: Die Kamera nimmt statische Einzelbilder auf, die dann mit – standardisiert – 24 Einzelbildern pro Sekunde in schneller Abfolge gezeigt werden. Aufgrund des Zusammenwirkens von stroboskopischer Bewegung und Nachbildwirkung (der sog. „Trägheit des Auges“) entsteht dadurch für das menschliche Auge die Illusion einer realen Bewegung. 

Da die Erzeugung von Illusionen immer eine Grundvoraussetzung des künstlerischen Mediums Film war, spielten Tricktechniken von Anfang an eine entscheidende Rolle. Zuschauer*innen sollten/wollten überrumpelt, verblüfft, erschreckt und zum Lachen gebracht oder in alltagsferne Fantasiewelten geführt werden. Mit der Weiterentwicklung des Films und den damit einhergehenden Veränderungen der Sehgewohnheiten des Publikums wurden die „Tricks“ dann im Laufe der Zeit immer subtiler und komplexer.

Im Zuge der Digitalisierung entwickelte sich bereits seit Ende der 1970er Jahre eine eigene Industrie für VFX (Visual Effects) und SFX (Special Effects), die das Filmnarrativ grundlegend revolutionierten. Wenn man aber, wie im Blockbuster-Kino, primär auf die Wirkung spektakulärer Spezial- und Schaueffekte setzt, nutzen sich diese Attraktionen schnell ab. Daher kann das Interesse des Publikums nur wachgehalten werden, wenn Technik, Narration und Ästhetik einander ergänzen. Im Idealfall entstehen dann Filme, in denen Einblicke in existentielle Probleme durch Special Effects vertieft werden. Heute steht den Trickkünstlern des Kinos ein gewaltiges Reservoir an filmischen Mitteln zur Verfügung, um ihre Imagination ins Bild zu setzen, meistens mit dem Ziel einer immer stärkeren Immersion der Zuschauer*innen – eine Art technisch induzierter Magie, die zu einer größeren Durchlässigkeit der physischen und psychischen Grenzen zwischen computergenerierten künstlichen Welten und realer Welt führen soll.

Das 35. Mannheimer Filmsymposium widmet sich der Art und Weise, wie Tricks, Special Effects, Narration und Ästhetik einer illusionären Realität Glaubwürdigkeit verleihen. Es geht dabei sowohl um das Entstehen von Filmtricks wie auch um deren geschichtliche Entwicklung sowie um die Wirkung, die sie auf den Zuschauer haben (sollen). Darüber hinaus sollen die filmtheoretische Einordnung dieser Prozesse (Illusionismus vs. Realismus; Immersion vs. Dekonstruktion filmischen Erzählens) und der Blick auf die Zukunft nicht vergessen werden.

In acht Vorträgen und Werkstattgesprächen, mit sieben Filmen, in Diskussionsrunden und Gesprächen blickt das 35. Mannheimer Filmsymposium hinter die Kulissen der filmischen Illusion.

Im Eröffnungsvortrag wird der Publizist Andreas Jacke, Berlin, über die film-mythischen Grundlagen von optischen Tricks und Effekten sprechen. Die narrativen Funktionen von Special Effects beleuchtet die Berliner Medienwissenschaftlerin Katrin von Kap-herr. Der Filmhistoriker Rolf Giesen, einer der profiliertesten Filmwissenschaftler im Bereich von Filmtrick und Filmfantastik, referiert in einer Online-Videokonferenz die Geschichte des Filmtricks; er führt auch eine in der Sammlung Rolf Giesen der Deutschen Kinemathek vorhandene Trickfilmrolle der UFA aus den 1940er Jahren vor. Die Filmwissenschaftlerin Melanie Beisswenger aus Salzgitter erläutert am Beispiel der Gollum-Figur in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Filmen die Erschaffung digitaler, echt wirkender Kreaturen im Film. Der Mainzher Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger geht auf die drei Verfilmungen des "Das Ding aus einer anderen Welt"-Stoffes ein, auf die verschiedenen Effekt-Szenarien und die Horrorwirkungen. Die 1982er-Verfilmung durch John Carpenter mit Kurt Russell wird im Rahmen des Symposiums gezeigt.

Neben den filmwissenschaftlichen Aspekten und Diskussionspunkten legen die Mannheimer Filmsymposien stets großen Wert auf Einblicke in die filmische Praxis. In drei Werkstattgesprächen bieten Filmschaffende und Effekt-Spezialisten Einblicke in ihre Handwerk: Michael Brink vom Düsseldorfer Animations- und Effektestudio Lavalabs erläutert, wie digital am Computer geschaffene Welten in real gefilmte Szenarien eingeflochten werden, unter anderem anhand deutscher Historienfilm-Produktionen der letzten Jahre wie "Brechts Dreigroschenfilm" oder die "Deutschland 83/86/89"-Serie. Gerd Nefzer von der Nefzer Special Effects GmbH aus Schwäbisch Hall erläutert die Arbeit an Denis Villeneuves "Blade Runner 2049" - für den Film hat Nefzer den Oscar gewonnen.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Vortrag von Frank Junghahn, der das Mannheimer Produktionsstudio LEDcave vorstellt: Das mit hochauflösenden LED-Modulen rundum bestückte Studio ermöglicht das Einfügen virtueller Hintergründe in Film- oder Fernsehproduktionen während der Aufnahme und nicht, wie bisher üblich, über das Bluescreen-Verfahren in der Postproduktion.

Veranstaltungsort

Cinema Quadrat
K1, 2, 68159 Mannheim

Preise

Dauerkarten (inkl. Dokumentation) 60,00 € (ermäßigt 50,00 €)
Tageskarte Freitag und Samstag 35,00 € (ermäßigt 30,00 €)
Tageskarte Sonntag 25,00 € (ermäßigt 20,00 €)

Filme / Einzelveranstaltungen 10,00 Euro (ermäßigt 8,00 Euro)
Einzelkarten nur an der Kinokasse, keine Reservierungen

Der ermäßigte Preis gilt für Schüler/innen, Studierende, Inhaber eines Sozialpasses und Schwerbehinderte (50%) mit Ausweis, sowie für Mitglieder der kooperierenden Verbände und von Cinema Quadrat e. V.

Jahres-Mitgliedsbeitrag von Cinema Quadrat e. V.: 25,00 Euro
(23,00 Euro bei Bankeinzug)

Anmeldung

Die Anmeldung ist möglich mit dem Online-Anmeldeformular

Bitte nach der Anmeldung den Betrag auf unser Sonderkonto überweisen
Cinema Quadrat Sparkasse Rhein-Neckar Nord
IBAN: DE57 6705 0505 0030 2033 21
BIC:MANSDE66XXX

Rückfragen

Peter Bär

Pressekontakt

Harald Mühlbeyer

Downloads

Hier den Symposiums-Flyer herunterladen.

Programm

Zum Programm geht es hier lang.