Film ist Kunst. Und kann als Kunst von Kunst erzählen, kann Kunst dokumentieren, kann Kunst (be)greifbar machen. Der Film und die Bildende Kunst befruchten sich schon immer gegenseitig, und schon immer können beide Kunstgattungen voneinander profitieren. Das Kino nimmt Bezug auf die Bildwelten der Kunstgeschichte; und in der zeitgenössischen Kunst ist das Einbeziehen von Fotographie und Film längst selbstverständlich geworden.

Bereits seit 2008 Jahren kooperieren die Kunsthalle Mannheim und das Cinema Quadrat mit der Veranstaltungsreihe „Film & Kunst“ – und natürlich läuft die Filmreihe im Cinema Quadrat trotz Kunsthalle-Umbau weiter. Für die Monate März bis Juli 2017 haben beide Kultureinrichtungen fünf Filme ausgewählt, die sich mit der Kunst, mit Leben oder Werk von bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten beschäftigen. Im Fokus steht der Dialog zwischen Kunst und Film.

Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim arbeiten die Berührungspunkte zwischen dem künstlerischen Werk der Hauptfiguren und der filmischen Bearbeitung des Themas heraus. In Einführungsvorträgen vor den Filmvorführungen werden die Verbindungen beider Gattungen erläutert.

Die Eintrittspreise sind, soweit nicht anders angegeben:
8,00 € regulär, 6,00 € ermäßigt, 5,00 € für Mitglieder von Cinema Quadrat/Förderkreis Kunsthalle
*Bei Filmen mit Überlänge wird ein Aufschlag von jeweils 1,50 € erhoben.

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Sagrada – Das Wunder der Schöpfung

Sagrada – Das Wunder der Schöpfung

(Sagrada: El misteri de la creació)
CHE 2012, R: Stefan Haupt, Dokumentarfilm. DF, 94 Min., FSK: 0

Wer durch Barcelona spaziert, kann nicht nur die herrlich farbigen und bewegten Fassaden der Jugendstil-Wohngebäude des Architekten Antoni Gaudí bewundern, sondern auch sein größtes Werk erleben, die Kathedrale „Sagrada Família“. Bis heute wird an ihr weitergebaut, obwohl ihr Schöpfer keine dezidierten Baupläne hinterlassen hat, sondern seine architektonischen Ideen mit Hilfe von Gipsmodellen aus der Hand formte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1926 war etwa ein Zehntel des gewaltigen Baukörpers fertig gestellt, der seither durch akribische Erforschung aller noch erreichbaren Skizzen sowie inzwischen mit Hilfe modernster Computertechnologie im Sinne des Ausnahme- Architekten Gaudí vielleicht doch noch seiner Vollendung entgegen geht. Dies ist nur möglich, weil durch die Eintrittsgelder der vielen Tausenden Besucher und zusätzliche, großzügige Spenden jährlich bis zu 20 Millionen Euro für den Weiterbau zusammenkommen. Gaudí selbst bat schon alle Bekannten und Freunde immer wieder um finanzielle Unterstützung, um seine phantastischen Vorstellungen steinerne Realität werden zu lassen. Der Regisseur Stefan Haupt versucht nicht nur die Baugeschichte zu erzählen, sondern stellt die Frage nach dem Sinn schöpferischer Arbeit.

Einführung: Dr. Mathias Listl

Ort: Cinema Quadrat

 Do. 15.03.2018, 19:30 Uhr

Sagrada – Das Wunder der Schöpfung

Leaning into the Wind: Andy Goldsworthy

DEU 2017. R: Thomas Riedelsheimerl. Dokumentarfilm.  OmdtU. 97 Min. FSK: 0

Wer als Künstler farbiges Laub einen Fluss hinunterschwimmen lässt oder Schneeskulpturen baut, setzt auf die Vergänglichkeit seiner Werke. Der Brite Andy Goldsworthy begeistert die Kunstszene seit vielen Jahren mit seinen temporären Installationen aus Naturmaterialien am Strand, im Wald oder in der Umgebung seines Wohnhauses. Die große Mühe, die hinter seinen besonderen und doch so kurzlebigen Arbeiten steckt, kann man als Betrachter nur erahnen. Andy Goldsworthy hat seine Installationen, die man zur „Land Art“ zählen kann, immer durch Fotografien dokumentiert und wurde dadurch einem größeren Publikum bekannt. Regisseur Thomas Riedelsheimer, seit vielen Jahren eng befreundet mit dem Künstler, begleitete ihn bei der sorgfältigen, fast meditativen Entstehung seiner ganz unterschiedlichen, ebenso poetischen wie subtilen Arbeiten bereits zum zweiten Mal mit der Kamera. Herausgekommen ist erneut ein sehenswerter Film über die atemberaubende Schönheit, die in der Vergänglichkeit liegen kann

Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Ort: Cinema Quadrat

Do. 12.04.2018, 19:30 Uhr

Auguste Rodin

Auguste Rodin

(Rodin)
FRA 2017. R: Jacques Doillon, D: Vincent Lindon, Izïa Higelin, Séverine Caneele. DF. 127 Min. FSK: 6.

Der französische Bildhauer Auguste Rodin (1840-1917) ist ein Wegbereiter der Moderne in der Skulptur. Der Spielfilm AUGUSTE RODIN des französischen Regisseurs Jaques Doillon setzt 1880 ein, als Rodin bereits ein erfolgreicher Künstler war. In diesem Jahr erhielt er vom französischen Staat den Auftrag, ein Bronzeportal für das neue Musée des Arts Décoratifs in Paris zu entwerfen. Das berühmte Modell mit dem Titel „Das Höllentor“ kam jedoch nie zur Ausführung – und ist dennoch ein Hauptwerk des Künstlers. Zur selben Zeit lernte Rodin auch die junge Künstlerin Camille Claudel (1864-1943) kennen, die seine Assistentin und Geliebte wurde. Als Künstlerin fand Claudel trotz ihrer außerordentlichen Begabung keine Anerkennung, und die private Beziehung zu Rodin scheiterte. Die kompakte Film-Biografie des berühmten Bildhauers basiert auf der intensiven Beschäftigung des Regisseurs Doillon mit seinen Werken und beschreibt detailliert den künstlerischen Schaffensprozess und die Ideen hinter Rodins großartigen Plastiken und Skulpturen.

Einführung: Christiane Wichmann

Ort: Cinema Quadrat

Do 17.05.2018, 19:30 Uhr

Tina Modotti – Fotografin und Revolutionärin

Tina Modotti – Fotografin und Revolutionärin

DEU 1981. R: Ursula Jeshel, Marie Bardischewski. Dokumentarfilm. 80 Min. FSK: k. A.

ETina Modotti, 1896 als Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini in Udine in Italien geboren, gehört zu den wenigen Frauen, die sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit erfolgreich durchsetzen und einen eigenen Lebensweg beschreiten konnten. Sie widmete sich als politisch engagierte Fotografin dem Kampf gegen die Diktaturen der Welt und fand erste Unterstützung bei Edward Weston, einem der bedeutendsten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts, mit dem sie bis 1926 zusammenlebte. Modottis Weg führte sie weiter nach Mexico- City in den Kreis um den Revolutions-Maler Diego Rivera und Frida Kahlo. Berlin und Moskau (wo sie den Regisseur Sergei Eisenstein kennen lernt) sind weitere Stationen ihres äußerst bewegten, politisch aktiven und fotografisch erfolgreichen Lebens. Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte sie als „Maria“ gegen den Faschismus. 1942 starb sie in Mexico-City. Der Film aus dem Jahr 1981 versucht eine Würdigung Tina Modottis sowohl als künstlerisch begabte Fotografin wie auch als mutige, politisch denkende und handelnde Zeitgenossin

Einführung: Dr. Claude Sui

Ort: Cinema Quadrat

Do. 21.06.2018, 19:30 Uhr

Over Your Cities Grass Will Grow

Over Your Cities Grass Will Grow

FRA/GB/NL 1010. R: Sophie Fiennes. Dokumentarfilm.105 Min. FSK0

Wie kaum ein anderer Maler versteht es Anselm Kiefer, die deutsche Vergangenheit in atmosphärisch dichten und intellektuell herausfordernden Bildern heraufzubeschwören. Germanische Mythologie, Heldenverehrung, Nazi-Terror und Holocaust sind die sperrigen Themen, denen sich Kiefer seit vier Jahrzehnten widmet und in immer neuen, faszinierenden Installationen aus Malerei, Beton, Blei, Naturmaterialien und Textilien umsetzt. Der Film wurde in Kiefers ausgedehnten Atelierräumen in der ehemaligen Seidenfabrik "La Ribaute" bei Barjac in Südfrankreich gedreht und zeigt, wie seine großformatigen Werke aus einem geradezu dramatischen Formungsprozess entstehen, wie sich Erde, Asche, Staub, Farbe, Feuer und Wasser auf Holzplatten miteinander verbinden und mit Zink und Blei übergossen werden. Den Künstler fasziniert der Kreislauf von Schaffen, Werden und Vergehen, den er in einem Vers des Propheten Jesaja entdeckt hat, in dem es heißt: "Über euren Städten wird Gras wachsen", womit zugleich der poetische Titel des filmischen Künstler-Porträts gefunden wurde.

Einführung: Dr. Dorothee Höfert

Ort: Neue Kunsthalle. Die Werke Anselm Kiefers in derKunsthalle sind im Rahmen der Filmveranstaltung zugänglich.

Do. 15.07.2018, 19:30 Uhr