Film ist Kunst. Und kann als Kunst von Kunst erzählen, kann Kunst dokumentieren, kann Kunst (be)greifbar machen. Der Film und die Bildende Kunst befruchten sich schon immer gegenseitig, und schon immer können beide Kunstgattungen voneinander profitieren. Das Kino nimmt Bezug auf die Bildwelten der Kunstgeschichte; und in der zeitgenössischen Kunst ist das Einbeziehen von Fotografie und Film längst selbstverständlich geworden.

Bereits seit 2008 kooperieren die Kunsthalle Mannheim und das Cinema Quadrat mit der Veranstaltungsreihe „Film & Kunst“. Beide Kultureinrichtungen haben wieder gemeinsam Filme ausgewählt, die sich mit der Kunst, mit dem Leben und Werk von bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten beschäftigen. Im Fokus steht der Dialog zwischen Kunst und Film. Cinema Quadrat und Kunsthalle Mannheim arbeiten die Berührungspunkte zwischen dem künstlerischen Werk der Protagonisten und der filmischen Bearbeitung des Themas heraus. In Kurzvorträgen vor den Filmvorführungen werden die Verbindungen beider Gattungen deutlich.

Die Filme werden immer im Cinema Quadrat und immer in optimaler digitaler Form präsentiert.

Kevin Roche – Der stille Architekt

Kevin Roche – Der stille Architekt

(Kevin Roche: The Quiet Architect)
IRL/FRA/ESP/USA 2017. R: Mark Noonan. Dokumentarfilm. 82 Min. EnglOmdtU. FSK: 0

Wer an berühmte Architekten denkt, nennt vielleicht nicht als erstes seinen Namen – dazu war Kevin Roche (1922-2019) zu bescheiden, zu „still“. Dabei ist der Mies-van-der-Rohe-Schüler und engee Mitarbeiter von Eero Saarinen selbst Pritzker-Preisträger, weil er eine ganz eigene Architektursprache entwickelte, die bewusst wegführt von der üblichen optischen Dominanz moderner Baustoffe wie Glas, Stahl und Beton. Stattdessen setzte Kevin Roche auf ein Zusammenspiel von umbauten und natürlichen, „grünen“ Räumen, als öffentlicher Raum der Erholung und Angebot zur Begegnung. Der Film bietet Gelegenheit, in die meist in den USA befindlichen Architekturen von Roche einzutauchen und sie in ihrer spektakulären Größe und Schönheit zu erleben, z.B. die von ihm gestalteten Erweiterungsbauten des Metropolitan Museum of Art in New York.

Einführung: Dr. Peter Bär, Cinema Quadrat

Do. 05.05.2022, 19.30 Uhr

Tove

Tove

FIN/SWE 2020, R: Zaida Bergroth. D: Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney. 103 Min. DF. FSK: 12

Tove Jansson (1914–2001) ist vor allem bekannt als Schöpferin der Mumins – der lustigen nilpferdartigen Trollfiguren aus dem Mumintal, deren Abenteuer nicht nur Kinder lieben. Aber die in Helsinki geborene Malerin, Zeichnerin, Karikaturistin und Schriftstellerin hat nicht nur die weltberühmte Mumin-Familie erfunden. In den 1930er Jahren agierte sie mit ihren deutlichen politischen Karikaturen mutig gegen stalinistische und faschistische Ideologie. Nach Ende des zweiten Weltkriegs erhielt sie Aufträge für Glas- und Wandmalereien in öffentlichen und privaten Gebäuden, die insbesondere in den 1950er für Jansson eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Eine zentrale Person in Janssons Leben war die verheiratete Theaterregisseurin Vivica Bandler, die Jansson 1946 kennenlernte. Zwischen ihnen entwickelte sich eine Liebesbeziehung, die sie geheim hielten, weil Homosexualität in Finnland um diese Zeit noch unter Strafe stand. Der Film „Tove“ bietet ein anregendes, stimmiges Porträt einer eigenwilligen, modernen Künstlerin des 20. Jahrhunderts, deren bildnerisches und schriftstellerisches Werk eine Entdeckung wert ist.

Einführung: Dr. Dorothee Höfert, Kunsthalle Mannheim

Do. 23.06.2022, 19.30 Uhr