Im Ciné-Club blicken wir auf die grande nation des Kinos und zeigen französischsprachige Filme, die gekonnt Unterhaltung mit Anspruch verbinden – und die Einblicke in französische Lebensart, Sprache und Kultur ermöglichen.

 

Lola und das Meer

Lola und das Meer

(Lola)
BEL/FRA 2019. R: Laurent Micheli. D: Mya Bollaers, Benoît Magimel, Els Deceukelier, Sami Outalbali, Jérémy Zagba. 94 Min. Frz-FlämischeOmdtU. FSK: 12

Lola ist 18, hat pinke Haare und macht gerade ihr Diplom als Veterinär-Assistentin. Als ihre Mutter Catherine stirbt, sorgt ihr Vater Philippe dafür, dass sie die Trauerfeier verpasst. Denn zwei Jahren zuvor hatte Philippe den Kontakt zu Lola abgebrochen: Zu dieser Zeit war Lola noch Lionel, und Philippe kann bis heute das Trans-Outing seines Kindes nicht akzeptieren. Doch Lola ist entschlossen, ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen: Catherine wollte unbedingt in den Dünen ihres Elternhauses an der belgischen Küste beigesetzt werden – und zwar von Philippe und Lola zusammen. Widerwillig machen sich Vater und Tochter auf die gemeinsame Reise.

Für ihre einfühlsame Darstellung in diesem emotionalen Roadmovie voller feiner Überraschungen wurde Mya Bollaers als erste offene Trans-Person mit dem belgischen Filmpreis Magritte ausgezeichnet.

Einführung: Sophie Rudolph, Institut Français Mannheim

Do. 19.05.2022, 19:30 Uhr

Gloria Mundi – Rückkehr nach Marseille

Gloria Mundi – Rückkehr nach Marseille

(Gloria Mundi)
FRA/ITA 2019. R: Robert Guédiguian. D: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Anaïs Demoustier, Robinson Stévenin. 107 Min. FrzOmdtU. FSK: 12

Die Geschichte einer Familie im heutigen Marseille: Obwohl die Geburt eines Kindes eigentlich Grund zur Freude ist, wissen Mathilda und Nicolas nicht, wie sie die kleine Gloria über die Runden bekommen sollen. Beide stehen am Rande der völligen Erschöpfung und in äußerst prekären Verhältnissen: Sie weiß, dass sie zugunsten einer Billigarbeitskraft ihren Job verlieren wird, er schlägt sich als Uber-Fahrer durch. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, brauchen sie die Hilfe der ganzen Familie, auch von Glorias Großvater, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist.

In seinem neuen Film zeichnet Robert Guédiguian eine neokapitalistische Welt, in der bürgerliche Existenzen zerbrechlich sind wie Kartenhäuser und in der diejenigen, die noch für eine gesellschaftliche Solidarität eintreten möchten, kaum mehr Mittel dazu haben. Ariane Ascaride wurde in Venedig 2019 als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Einführung: Christian Lohse, Cinema Quadrat

Do. 30.06.2022, 19:30 Uhr

La Boum 2 – Die Fete geht weiter

La Boum 2 – Die Fete geht weiter

(La boum 2)
FRA 1982. R: Claude Pinoteau. D: Sophie Marceau, Claude Brasseur, Brigitte Fossey, Denise Grey, Pierre Cosso, Lambert Wilson. 107 Min. FrzOmdtU. FSK: 12

Nach dem Kassenschlager LA BOUM folgt mit LA BOUM 2 der nächste Hit: Vic, inzwischen fast 16 Jahre alt, kehrt genervt aus den Sommerferien zurück – im bayrischen Feriendorf war es ätzend öde. Auf der Rückreise lernt sie Philippe kennen. Zuhause in Paris versucht sie, in aufzuspüren, und natürlich verliebt sie sich in ihn. Doch während sie unentschlossen ist, ob Philippe der richtige ist für das „erste Mal“, führt ihre Freundin ein reges Liebesleben, auch ihre Großmutter, die lebenslustige Poupette, entwickelt romantische Gefühle, und ihre Eltern versuchen, eine harmonische Ehe zu führen, nachdem sie sich zusammengerauft haben. Vics Hormonhaushalt gerät noch mehr durcheinander, als sie den älteren Felix kennenlernt mit seiner beeindruckenden Selbstsicherheit…

Für die ebenso amüsante wie realistische – und höchst erfolgreiche – Teenager-Komödie um die junge Vic, die die Liebe und das Erwachsenwerden kennenlernt, erhielt Sophie Marceau den César als beste Nachwuchsschauspielerin.

Einführung: Cosima Besse, Institut Français Mannheim

Do. 28.07.2022, 19:30 Uhr