Slogan der Filmwirtschaft: „Kino – dafür werden Filme gemacht.“ Nun ja, vielleicht nicht alle Filme – aber sicherlich diese Filme, die in der Reihe „Großes Kino“ laufen. Zwischen Youtube und Binge-Viewing gibt es sie noch, die gute alte Kinoleinwand. Und es gibt noch die guten alten (und neuen) Filme, die diese Kinoleinwand unbedingt brauchen, um so richtig, richtig wirken zu können. Und es gibt sie noch, die Zuschauer, die das Kino als perfekte Präsentationsform zu schätzen wissen. Und es werden immer mehr: Wir sind sehr glücklich, dass sich für diese 2016 gestarteten Reihe so etwas wie ein Stammpublikum entwickelt hat!

Da steht ein Piano einsam auf dem tropischen Sandstrand. Da folgen Menschenmassen einem Messias mit Sandale und Flasche; und über der Wüste geht die Sonne auf. Aus einem blauen Kästchen stürmt ein keifendes Seniorenpaar, durch Hotelflure saust ein kleiner Junge auf seinem Dreirad. Gangster unterhalten sich über Burger. Und Mafiosi gehen angeln, aber nur einer kehrt zurück...

À bout de souffle - Außer Atem

Außer Atem

(À bout de souffle)
FRA 1960. R: Jean-Luc Godard. D: Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville. 90 Min. OmdtU. FSK: 16

Michel gerät mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle und wird direkt von der Polizei gestellt. Der Kleinkriminelle scheut nicht davor, seine Pistole zu ziehen und den Polizisten zu erschießen. Seine Flucht führt ihn nach Paris, wo er die Zeitungsverkäuferin Patricia kennen lernt, mit der er ein Verhältnis beginnt. Doch die Polizei bleibt ihm dicht auf den Fersen. Godards Hommage an den Film noir – ursprünglich aus der Feder Truffauts – gilt als Mitbegründer der Nouvelle Vague und bricht mit allen erdenklichen Regeln des Filmdrehens. So sind Achsensprünge und Jump Cuts in diesem Werk keine Fehler wie bei anderen Streifen konventioneller Filmästhetik, sondern bewusst eingesetzte Stilmittel, die zur einzigartigen Ästhetik von AUSSER ATEM und zur Revolutionierung des europäischen Kinos beitrugen.

Mo. 09.04.2018, 19:30 Uhr

Taxi Driver

Taxi Driver

USA 1976. R: Martin Scorsese. D: Robert De Niro, Jodie Foster, Cybill Shepherd, Harvey Keitel. 114 Min. OmdtU. FSK: 16

Wenn er mal nicht im Pornokino sitzt, dann fährt der an Schlafmangel leidende Vietnam-Veteran Travis Bickle Taxi – und das auch in die schäbigsten Ecken New Yorks. Für ihn sind die Leute auf den Straßen Abschaum und er wünscht sich einen Regen, der eben diesen wegspült. Während seiner Fahrten lernt er die Minderjährige Iris kennen, welche als Prostituierte arbeitet. Travis stellt sich das Ziel, Iris mit allen Mitteln aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, fünf Oscar Nominierungen und viele weitere Nominierungen und Auszeichnungen erhielt dieser Film, besonders Scorsese, De Niro und Foster wurden mehrfach gewürdigt. Und was wir alle von TAXI DRIVER lernen können: Für ein Rendevouz eignet sich ein Pornokino nur mäßig.

Mo. 07.05.2018, 19:30 Uhr

Agiuirre, der Zorn Gottes

Aguirre, der Zorn Gottes

DEU 1972. R: Werner Herzog D: Klaus Kinski, Helena Rojo, Peter Berling. 93 Min. FSK: 12

AGUIRRE, DER ZORN GOTTES, in dem es um spanische Konquistadoren geht, die eine Expedition in den Dschungel wagen, um das sagenumwobene El Dorado und das darin liegende Gold zu finden, war für alle Beteiligten ein Horrortrip. Ein sehr niedriges Budget, weshalb Herzog sogar eine Kamera aus dem Münchner Filmmuseum stahl, ein nervenaufreibender Klaus Kinski, der seine gewohnte – leicht cholerische – Art auslebte, weshalb Herzog ihm sogar mit Waffengewalt drohte, führten dann letztendlich zu einem der großen Werke Herzogs.

Die Bildgewalt von AGUIRRE ist atemberaubend, seien es die natürlichen Originalschauplätze, die Massen an peruanischen Indios oder die Close- Ups auf Kinskis von Wahnsinn und Gier gezeichnetes Gesicht.

Mo. 11.06.2018, 19:30 Uhr

Der große Diktator

Der große Diktator

(The Great Dictator)
USA 1940. R: Charles Chaplin. D: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie. 126 Min. OmdtU. FSK: 6

Ob man über Hitler lachen darf, hat Charlie Chaplin längst beantwortet: Ja, wenn es denn witzig ist. Und das ist DER GROSSE DIKTATOR allemal. Unvergessliche Szenen wie der Tanz mit der Weltkugel, der Einzug von Benzino Napoloni in den Bahnhof und die unverständliche Rede von Diktator Hynkel, bei der sich die Mikrofone wegbiegen, sind nur wenige Beispiele für Chaplins Ideenreichtum und seine gezielte und treffende Satire.

Zwei Personen stehen im Vordergrund. Einmal der jüdische Friseur, der unter der Ideologie Hynkels zu leiden hat und Teil einer Rebellion wird, und eben der Diktator Hynkel, der viel redet und gestikuliert. Beide verbindet ihre äußerlichen Ähnlichkeiten, was im Verlauf der Handlung zu urkomischen Verwechslungen führt.

Mo. 16.07.2018, 19:30 Uhr

Im Zeichen des Bösen - Touch of Evil

Im Zeichen des Bösen

(Touch of Evil)
USA 1958. R: Orson Welles. D: Charlton Heston, Orson Welles, Janet Leigh, Akim Tamiroff. 111 Min. Director‘s Cut. OmdtU. FSK: 16

Das Ende des klassischen Film-noir-Genres beginnt mit einer der legendärsten Kamerafahrten der Filmgeschichte. Eine Autobombe explodiert an der Grenze zwischen den USA und Mexiko und hat die erbitterte Auseinandersetzung zwischen dem mexikanischen Drogenfahnder Vargas und seinem amerikanischen Kollegen Quinlan zur Folge.

Welles hat sowohl das Drehbuch verfasst als auch die Regie übernommen und IM ZEICHEN DES BÖSEN mit einem bahnbrechenden Inszenierungsstil versehen. Da das Studio nicht mit Welles‘ Vision des Films einverstanden war, haben die Produzenten den Film zerschnitten, einige Szenen von einem anderen Regisseur nachdrehen lassen und auf 95 Minuten gekürzt. 1998 fertigte man, basierend auf einem alten Memo von Welles, den Director‘s Cut an, der der ursprünglichen Vision so nahe kommt wie möglich.

Mo. 10.09.2018, 19:30 UHr

Inglorious Basterds

Inglorious Basterds

USA/DEU 2009 R: Quentin Tarantino. D: Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Diane Kruger. 153 Min. OmdtU. FSK: 16

Zwar der bisher jüngste Film dieser Reihe, ab nicht minder meisterhaft: INGLOURIOUS BASTERDS. Irgendwo in Frankreich wird eine Familie von dem „Judenjäger“ Oberst Landa besucht. Die kleine Shosanna ist die einzige der Familie, die den Besuch überlebt und Rache schwört.

Lt. Aldo Raine und seine Spezialeinheit, genannt „Bastarde“, machen Jagd auf Nazi-Skalps und schmieden, gemeinsam mit der Schaupielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark, einen Plan, Hitler und seine Gefolgschaft aus dem Weg zu schaffen.

Tarantino hat mit seinem Charakter Hans Landa einen der bösesten Antagonisten der Filmgeschichte geschaffen und über Nacht Christoph Waltz zum Weltstar gemacht, der für seine Darstellung einen Oscar, einen Golden Globe und die Goldene Palme gewinnen konnte.

Mo. 22.10.2018, 19:30 Uhr

Der Himmel über Berlin

Der Himmel über Berlin

DEU 1987. R: Wim Wenders. D: Bruno Ganz, Otto Sander, Solveig Dommartin, Peter Falk, Curt Bois. 128 Min. FSK: 6

Die Engel Damiel und Cassiel beobachten die Bürger Berlins. Sie können nicht aktiv in das Geschehen eingreifen, sind für Menschen nicht sichtbar und können sich auch nicht zu erkennen geben. Doch sie haben die Fähigkeit, den Menschen neue Hoffnung und Lebensmut zu geben. Damiel ist dabei so vom irdischen Leben fasziniert, dass er den Verlust seiner Unsterblichkeit in Kauf nimmt, um so ein menschliches Leben zu führen. Mit nichts als einer Ritterrüstung beginnt er sein irdisches Leben.

Wim Wender kreiert mit DER HIMMEL ÜBER BERLIN eine poetische Liebeserklärung an das Leben und schafft es mit schwebender Kamera Bilder von einem geteilten Berlin einzufangen wie kein anderer Film. Wir zeigen eine brandneue 4KFassung des Werks, wodurch die sagenhaften Aufnahmen in noch besserer und schärferer Qualität zu genießen sind.

Mo. 12.11.2018, 19:30 Uhr