Im Rahmen des Filmseminars zeigen wir die folgenden Filme:

Der andere Liebhaber

Vorblick:

Der andere LIebhaber

(L’amant double)
FRA 2017. R: François Ozon. D: Marine Vacth, Jérémie Renier, Jacqueline Hisset, Myriam Boyer. 107 Min. DF. FSK: k. A.

Ein raffinierter erotischer Psychothriller, der in bester Hitchcock-Manier von sexuellen Obsessionen erzählt. Chloé leidet unter rätselhaften Bauchschmerzen. Nach ergebnislosen körperlichen Untersuchungen sucht sie Rat bei dem Psychologen Paul. Alsbald geht es ihr besser – zumal Paul die Regeln des Berufs vergisst: Zwischen ihm und Chloé entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Chloé scheint gesund und glücklich – bis sie herausfindet, dass Paul einen Zwillingsbruder hat, ebenfalls Psychotherapeut - der mit mehr als ungewöhnlichen Methoden Chloé nicht mit Worten und Gesprächen, sondern mit exzessivem Sex zu heilen versucht. Ozon gelingt „eine höchst willkommene Rückkehr zu den ausgelassenen Vergnügen seiner frühen Karriere ... eine elegante - wenn auch geradeheraus künstliche - Erforschung der sexuellen Repression.“ (Variety)

So. 14.01.2018, 19:30 Uhr

Eine neue Freundin

Eine neue Freundin

(Une nouvelle amie)
FRA 2014. R: François Ozon. D: Romain Duris, Anaïs Demoustier, Raphaël Personnaz. 108 Min. DF. FSK: 12

Claire und Laura sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Sie teilen alle schönen und traurigen Erfahrungen. Doch die Freundschaft findet ein jähes Ende, als Laura stirbt. Sie hinterlässt ein kleines Baby und ihren Ehemann David. Claire muss ihre eigene Trauer unterdrücken, da sie Laura versprochen hat, sich um David und das Baby zu kümmern. Doch sie stellt fest, dass David
in die Rolle seiner verstorbenen Frau schlüpft: Beginn eines fragilen Dreiecksverhältnissen zwischen Claire, David – und dessen Frauen-Identität „Virginia“. Ozon findet mit großem Einfühlungsvermögen eigene Wege zur Inszenierung von Weiblichkeit.

„Erlesene Ausstattung und geschmeidige Kameraarbeit verstärken die visuelle Verführungskraft dieses Films, der mit Lust und Leichtigkeit die Kategorien sexueller Identitäten unterminiert.“ (Die Zeit)

Fr. 19.01.2018, 19:30 Uhr

8 Frauen

8 Frauen

(8 femmes)
FRA 2002. R: François Ozon. D: Danielle Darrieux, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Ludivine Sagnier. 111 Min. DF. FSK 12

Der Hausherr ist tot – ein Messer im Rücken lässt keinen Zweifel: Mord. Das Auto ist kaputt, das Telefonkabel durchgeschnitten, und acht Frauen sind gezwungen, den Mörder auf eigene Faust zu finden. Ehefrau und Töchter des Mordopfers, deren Tanten, die Großmutter, Köchin und Hausmädchen verhören sich gegenseitig, und alsbald wird klar, dass jede Motiv und Gelegenheit hatte. In der Whodunit-Komödie mit Musicalelementen, parodistisch und spannend zugleich, agieren die großen weiblichen Stars des französischen Kinos, „perfekt, stilsicher, antinaturalistisch, zitatenreich und durch und durch originell“, wie der Tagesspiegel schreibt – eine knallbunte Filmfarce, in der Ozon lustvoll in cineastischen Klischees badet: „Ein Exzess der Künstlichkeit im Dienst der Wahrheit ... ein Rätsel, ein Kinowunder, ein flamboyant gelungener Film.“ (Süddeutsche Zeitung)

Fr. 19.01.2018, 21:30 Uhr

Sous la sable

Unter dem Sand

(Sous le sable)
FRA 2000. R: François Ozon. D: Charlotte Rampling, Brono Crémer, Jacques Nolot, Alexandra Stewart. 92 Min. DF. FSK: 12

Wie jedes Jahr verbringen Marie und Jean ihren Urlaub am Atlantik. Plötzlich ist Jean verschwunden. Ist er ertrunken? Ist er abgehauen? Marie klammert sich an den Gedanken, dass Jean noch lebt. In ihrem Alltag tut sie so, als sein Jean noch immer da. Auch als sie sich auf eine Beziehung mit dem Verleger Vincent einlässt, kann sie sich nicht mit dem Verschwinden ihres Mannes abfinden. Dass sie mit Jeans Depressionen konfrontiert wird; dass inzwischen eine Leiche gefunden wurde – was nicht in ihre Illusion passt, ignoriert sie.

„Ozon filmt seinen weiblichen Star mit einer Hingabe, die schon lange keiner Schauspielerin mehr zuteil wurde“, schreibt die taz, und die Welt urteilt: „Ein kleines Meisterwerk, ein Kammerspiel, eine ungemein subtile, vielschichtige Beobachtung eines Verlustes, eine scharfe Zustands-Beschreibung, deskriptiv gehalten und dennoch analytisch.“

Sa. 20.01.2018, 14:15 Uhr

Swimming Pool

Swimming Pool

FRA/GBR 2003. R: François Ozon. D: Charlotte Rampling, Ludivine Sagnier, Charles Dance. 98 Min. DF. FSK: 12 Zur

Zur Ablenkung in einer depressiven Krise folgt die englische Krimi-Autorin Sarah Morton dem Tipp ihres Verlegers, die Sommermonate in einem Landhaus in Frankreich zu verbringen. Doch mit der Erholung scheint es schnell vorbei zu sein, als die so junge wie hübsche Julie eintrifft. Die behauptet, die Tochter des Verlegers zu sein, und stört Sarah mit ihren ständig wechselnden Männerbekanntschaften. Bald aber erkennt Sarah das literarische Potential: Sie beginnt, Julie als Inspiration für eine Geschichte zu sehen. Doch dann interessiert sich einer von Julies Liebhaber für Sarah – und Julie erschlägt ihn mit einem Stein...

François Ozon über seinen Film: „Ab einer bestimmten Stelle im Film weiß man nicht mehr, ob man sich gerade im Film, im Buch, das Sarah schreibt, oder in der Phantasie von Sarah Morton befindet.“

Sa. 20.01.2018, 20:15 Uhr

In ihrem Haus

In ihrem Haus

(Dans la maison)
FRA 2012. R: François Ozon. D: Fabrice Luchini, Kristin Scott Thomas, Bastien Ughetto, Ernst Umhauer, Emanuelle Seigner. 106 Min. DF. FSK: 12

Der frustrierte Lehrer Germain ist enttäuscht von seiner Klasse. Nur der zurückhaltende Claude begeistert ihn, der in seinen Aufsätzen mit unvergleichlicher Beobachtungsgabe von seinem Freund Rapha und dessen Familie berichtet. Claude beschreibt, wie er Rapha in dessen Haus besucht, er lebt sich in Raphas Familie ein und schildert deren Leben mit unverkennbar  voyeuristischen Zügen. Germain wird von den Aufsätzen seines Schülers immer mehr in Bann gezogen – und der fängt an, Forderungen zu stellen.

Ein raffiniertes Psychospiel um wirkliches Leben und fantasierte Kunst, literarische Ausbeutung und psychologische Manipulation und um die selbstzerstörerische ennui einer gesättigten Mittelschicht. „Transzendiert Fiktion die Grenzen des schnöden Alltags, oder verschlimmert die Realitätsflucht den Frust eines ungelebten Lebens?“ (Die Zeit)

Sa. 20.01.2018, 22:15 Uhr

Frantz

Frantz

FRA/DEU 2016. R: François Ozon. D: Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow. 114 Min. Deutsch und untertiteltes Französisch. FSK: 12

Auf dem Friedhof im Quedlinburg des Jahres 1919 lernt die junge Anna den Franzosen Adrien kennen – sie trauert um Frantz, ihren Verlobten. Adrien erzählt ihr, vor dem Krieg eng mit Frantz befreundet gewesen zu sein. Anna und Frantz’ Eltern nehmen ihn bei sich auf, eine deutsch-französische Freundschaft entsteht – bis Adrien Anna sein dunkles Geheimnis gesteht und nach Frankreich zurückkehrt. Anna folgt ihm...

In stilvollen Schwarzweiß-Bildern inszeniert Ozon ein Drama um die Wirkungen, die der Große Krieg auf die menschliche Seele und das gesellschaftliche Leben hat. Die Handlung changiert zwischen Freundschaft und homoerotischem Begehren, Liebe, Schuld und Lüge. François Ozon: „Ich wollte davon erzählen, wie Lügen und Geheimnisse in dramatischen Zeiten wie des Krieges und der Krise den Menschen beim Überleben helfen können.“

So. 21.01.2018, 09:00 Uhr