Filme von Frauen – das ist für treue Cinema Quadrat-Besucher*innen nichts Besonderes. In der allgemeinen Kinolandschaft aber kommen Filmemacherinnen gegenüber ihrer männlichen Konkurrenz kaum zum Zug: Es werden weniger Filme unter weiblicher Regie gedreht, und die kommen auch nicht so groß in die Kinos. Mit „Femmes totales“ setzen wir den Schwerpunkt auf das internationale weibliche Filmschaffen: Vielfach ausgezeichnete Filmen, die so spannend, traurig, dramatisch, lustig und/oder unterhaltsam sind, dass sie eben nicht „nur“ Frauenfilme sind. Die Krise nach einer Trennung, die Diebesbande vor dem nächsten Coup, wildes Leben in Paris, das Österreich der Nachkriegszeit oder Schwarze in weißem Umfeld – keine Quotenfilme, sondern schlicht: Filme.

Tage am Meer

Tage am Meer

(Interludio)
ARG 2016. R: Nadia Benedicto. D: Leticia Mazur, Sofía Del Tuffo, Lucá Frittaón, Lucía Aráoz de Cea, Patricio Aramburu. 80 Min. OmdtU. FSK: 0

Ein Ausflug an eine Kleinstadt am Meer: Doch Sofía macht mit ihren Töchtern Irina und Patchi nicht einfach nur einen kleinen Strandurlaub. Sie hat sich frisch von ihrem Mann getrennt. Und muss sich neu finden. Während Irina ihre ersten Liebeserfahrungen macht und die Anfänge des Erwachsenseins erlebt, stürzt sich die kleine Schwester Patchi mit kindlicher Begeisterung ins Strandabenteuer und geht auch mal verloren. Und Sofía hat mit ihren Gefühlen zu kämpfen und lernt einen charmanten Fernsehmechaniker kennen – in einer psychologisch genau erzählten Geschichte um Beziehungen, innerhalb und außerhalb der Familie.

So. 01.07. & Di. 03.07.2018, 19:30 Uhr, Mi. 04.07.2018 17:30 Uhr

Träum weiter

Träum weiter

(Dröm vidare)
SWE 2017. R: Rojda Sekersöz. D: Evin Ahmad, Ella Åhman, Gizem Erdogan, Segen Tesfai. 90 Min. OmdtU: FSK: 12

Mit einer Verbeugung verabschiedet sich Mirja vom Knast. Draußen wird sie stürmisch von ihren Freundinnen empfangen, und alsbald plant die Clique schon das nächste große Ding: Die Beute vom nächsten Überfall soll den großen Traum finanzieren, die Ausreise nach Südamerika. Die Bikinis liegen schon bereit – doch Mirja bekommt Zweifel. Und beginnt ein eigenes, heimliches Projekt: Nämlich den Versuch, ein normales Leben zu führen. Sie bewirbt sich in einem Hotel, um einen Neuanfang zu versuchen. Rojda Sekersöz’ Debütfilm ist bunt, rebellisch, energisch: Können Menschen sich ändern? Und dürfen sie das überhaupt?

Fr. 06.07.2018., 19:30 Uhr, Sa. 07.07.2018, 21:30 Uhr

Das unmögliche Bild

Das unmögliche Bild

DEU/AUT 2016. R: Sandra Wollner. D: Jana McKinnon, Eva Linder, Alexander E-Fennen, Andrea Schranke. 70 Min. FSK: 12

Österreich, Mitte der ’50er. Der Vater filmt das Sonntagsglück der Familie im Garten. Wenig später ist er tot; die 13jährige Johanna übernimmt die 8mm-Kamera. Und führt die filmische Familienchronik weiter, filmt das Alltagsleben mit Mutter, Schwester, Hund – und mit Omas regelmäßigen „Kochklub“, bei dem sich zahlreiche Frauen rauchend und schnapstrinkend in der Küche versammeln. Das Merkwürdige aber: Hier wird nicht gekocht, lediglich Wasser erhitzt und in verborgene Räume des Hauses gebracht...

Was als scheinbare Dokumentation aus Archivmaterial beginnt, wird irgendwann zu einer Melange aus Erinnerung, Fantasie und filmisch festgehaltenen Geheimnissen. Johanna filmt, und sie weiß: Je länger man hinschaut, desto mehr sieht man.

Vorfilm:
SILENT CAT, Regie: Lisa Zielke, 10 Min.
In Kooperation mit Girls Go Movie

Di. 10.07.2018, 19:30 Uhr

Bonjour Paris

Bonjour Paris

Bonjour Paris

(Jeune femme)
FRA 2017. R: Léonor Sérraille. D: Laetitia Dosch, Grégoire Monsaingeon, Souleymane Seye Ndiaye. 98 Min. OmdtU. FSK: 0

Sie war in Mexiko, kehrt nach Paris zurück – und landet ungebremst in einer Mid-30s-Krise. Was soll Paula mit ihrer Zukunft anfangen? Ihr Freund, Fotograf, schmeißt sie raus; die Mutter erteilt ihr eine Absage. Ohne Geld und ohne Wohnung macht sich Paula daran, ein neues Leben zusammenzustoppeln. Entführt die Katze von ihrem Ex; tanzt exzessiv auf Partys von Bekannten; lässt sich als Nanny anheuern, um ein Dienstmädchenzimmer als Unterschlupf zu bekommen. Paula ist widerständig und steht längst schon jenseits von jeder süßlichen Romantik: Laetitia Dosch gelingt in ihrer furiosen darstellerischen Leistung, eine der spannungsreichsten Frauenfiguren der letzten Kinojahre zu kreieren, die sämtliche Gefühlsextreme durchlebt.

Do. 19.07., Fr. 20.07. & Mo. 23.07.2018, 19:30 Uhr, Mi. 25.07.2018, 17:30 Uhr

Speak Up

Speak up

(Ouvrir la voix)
FRA 2017. R: Amandine Gay. Dokumentarfilm. 129 Min. OmdtU. FSK: 0

In welchem Alter wurde diesen Frauen das erste Mal klar, dass sie schwarz sind? Ausgehend von dieser Frage geht Amandine Gay dem Thema „Anderssein“ nach. Sie interviewt zahlreiche dunkelhäutige Frauen aus Frankreich und Belgien über ihre Erfahrungen und ihren Alltag, über ihre Identität, über ihren Umgang mit Vorurteilen. Darüber, wie es ist, nicht der gängigen Norm zu entsprechen von weißer Haut und glatten Haaren. Wie es ist, in Werbung und Medien kaum ein Rollenmodell zu finden. Wie es ist, das eigene Verhalten stets an Erwartungen auszurichten. Wie es ist, sich als Fremde im eigenen Land zu fühlen – und daraus eine schwarze, weibliche Perspektive aufs Leben zu entwickeln.

Mo. 30.07.2018, 19:30 Uhr