Ein Trickfilm für Cinema Quadrat

Unsere Mitarbeiterin Monika Hamryszak hat uns zum Abschied einen tollen Trickfilm-Trailer hinterlassen, den wir schon im Kino gezeigt haben. Auch unseren Homepage-Besuchern wollen wir ihn nicht vorenthalten.

Monika Hamryszak hat im Jahr 2013/2014 ein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei uns absolviert. Sie ist künstlerisch tätig und arbeitet vor allem als Fotografin. Hier geht es zu ihrer Facebook-Seite.

20.03.2014

Film-Seminar zu den Coen-Brüdern

Die Rheinpfalz druckte in der heutigen Ausgabe eine Ankündigung des 12. Mannheimer Filmseminars:

 

»„Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie“ heißen seit zwölf Jahren die Seminare, die das MannheimerCinemaQuadrat inKooperation mit psychoanalytischen Instituten veranstaltet. Diesmal werden sich die Psychoanalytiker und Filmwissenschaftler vom 21. bis 23. März mit den Filme machenden Brüdern Joel und Ethan Coen befassen.

Die Regisseure, Produzenten und Autoren wurden 1954 (Joel) und 1957 (Ethan) in Minneapolis geboren. Mit „Barton Fink“, einer zynischen Abrechnungmit demklassischen Hollywood, gewannen sie 1991 alle drei Hauptpreise in Cannes, für den schwarzhumorigen Winter-Thriller „Fargo“ 1997 einen Oscar. 2008 erhielten die Brüder den Regie-Oscar für „No Country for Old Men“ und konnten mit „True Grit“, ihrem bislang erfolgreichsten Film, Einspielergebnisse jenseits der 100-Millionen- Dollar-Marke erzielen und das Mainstream- Publikum rund um die Welt für sich gewinnen. Trotz ihres kommerziellen Erfolges stehen die Coens bis heute für den kreativen und unangepassten Hollywood-Film. Von Beginn an bis heute bestechen ihre Filme vor allem durch skurrilen Witz und absurde Figuren.

„Barton Fink“, „Fargo“ und „No Country for Old Men“ werden am Seminarwochenende in Mannheims kommunalemKino zu sehen sein, daneben der schwarz-weiße „The Man Who Wasn’t There“, abermals ein Film Noir, und – der Brüder neuester Streich – die folk-musikalische Tragikomödie „Inside Llewyn Davis“, die im Dezember in den Kinos lief. Rund um die Filmvorführungen sind sechs Vorträge und vier Diskussionsrunden angekündigt.«

(tto)

19.03.2014

Wortkarge Liebhaber und Escort-Boys

Im Februar berichtete die Rheinpfalz über die 19. Schwulen Filmtage im Cinema Quadrat.

 

»Zum 19. Mal zeigt das Mannheimer Cinema Quadrat eine sorgfältig kuratierte Auswahl aktueller Filme, in deren Mittelpunkt die Liebe zwischen Männern steht. Die Schwulen Filmtage finden vom 13. bis 19. Februar statt.

Wer gleich am13. um19 Uhr ins Kino im Collini-Center kommt, erhält zur Begrüßung ein Glas Sekt und sieht den bewegenden, tragikomischen Eröffnungsfilm „Matterhorn – Wo die Liebe hinfällt“, einen von gleich zwei niederländischen Filmen im Programm. „Matterhorn“ spielt, seinem Titel zum Trotz, kaum in den Hochalpen, sondern hauptsächlich in einem bigotten, kleinen Dorf im flachen Flandern. Hier lebt der Witwer Fred (herausragend: Ton Kas), der auch seinen Sohn verloren hat, zurückgezogen und allein, fromm, ordnungsliebend und gewissenhaft, bis der Streuner Theo bei ihm Einzug hält und Fred seine tiefe Einsamkeit erst bewusstmacht. Jeder genießt die Gesellschaft des anderen, bis sie beide in einer regnerischen Nacht in die Kirche am Ende der Dorfstraße rennen, umsich das Ja-Wort zu zu geben.

Auch „Oben ist es still“, die Verfilmung des gleichnamigen erfolgreichen Romans von Gerbrand Bakker, spielt in Holland, auf einem abgeschiedenen, inmitten von Schilf und Schlamm gelegenen Hof unter wolkenverhangenem Himmel. Unten, stellt man schnell fest, ist es hier beinahe ebenso still wie oben. In dem zum großen Teil kammerspielartigen FilmvonNanouk Leopold geltenWorte noch weniger als in „Matterhorn“. Bauer Helmer, gespielt von Jeroen Willems, der 2012 bald nach den Dreharbeiten starb, schuftet und betreut seinen kranken Vater, der in einem kalten Zimmer unterm Dach liegt. Er verbirgt und verleugnet seine Homosexualität, auch vor demneuen Knecht, der sich Helmer selbst bald zaghaft annähert.

Wesentlich lebhafter und auch redefreudiger geht es in „Ich fühl’ mich Disco“ zu. Regisseur Axel Ranisch – sein „DickeMädchen“war imvergangenen Jahr zu sehen – erzählt diesmal von Teenager Florian, dessen Mutter (Christina Große) urplötzlich ins Koma fällt.Vorher kamFlorianmit ihr viel besser aus als mit seinem Vater (Heiko Pinkowski), der aus ihmgerne einen echten Mann formen möchte, während Florian doch auf Schlager steht und auf den sportlichen Rumänen Radu, den der Vater im Turmspringen trainiert. Als die Mutter nicht mehr da ist, um ihre beiden Männer voreinander zu beschützen, müssen sie lernen, miteinander klarzukommen. Ihr schwieriges Verhältnis erneuert sich zwischen Klinik und Discokugel, Rosa von Praunheim und dem Schlagersänger Christian Steiffen, der im März übrigens für ein Konzert („Arbeiter der Liebe“) inDasHaus in Ludwigshafen kommenwird.

Aus dem katholischen Polen kommt „ImNamen des ...“, ein Gewissensdrama um den Kirchenmann Adam, der weiß, dass sein Ergreifen des Priesterberufes nicht zuletzt eine Flucht vor der eigenen Sexualitätwar. In seiner neuen Gemeinde in der Provinz bleibt er standhaft gegenüber der Verführung einer blonden Ewa, verliebt sich jedoch in seinen jungen Schützling Lukasz. Der Film von Malgorzata Szumowska wurde bei der Berlinale 2013 mit dem Teddy Award ausgezeichnet.

Die einzige Dokumentation, die bei den Schwulen Filmtagen läuft, ist „Naked Opera“, eine deutsch-luxemburgische Co-Produktion der fränkischen Regisseurin Angela Christlieb. Sie folgt demLuxemburgerMarc Rollinger zu verschiedenen Inszenierungen vonMozarts „DonGiovanni“ nach Berlin, Wien und Venedig. Marc Rollinger, der bereits seit seiner Kindheit an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung leidet, genießt in den Städten, in denen er seine Lieblingsoper sieht, die Freuden des luxuriösen Lebens. Er quartiert sich in feudalen Grand Hotels ein, ordert besten Champagner sowie gutaussehende Escort-Boys. Regelmäßig entflieht er seinem bürgerlichen Alltag, indem er ganz Europa auf der Suche nach der ultimativen „Don Giovanni“-Aufführung bereist. Er ist wohlhabend, auch intelligent und eloquent, doch alle diese Eigenschaften können ihn freilich nicht vor seiner Krankheit bewahren.

Exotischer als „Naked Opera“ sind da nur noch die erotische, israelische Dreiecksgeschichte „Liebesbriefe eines Unbekannten“ und die tragische, schwule Love-Story „La Partida - Das letzte Spiel“ aus Kuba.geben.«

Stefan Otto

23.12.2013

Mit Filmkunst ins Stadtzentrum

Der Mannheimer Morgen berichtete am 12. Dezember 2013 über unseren neuen Projektor und die weiteren Perspektiven von Cinema Quadrat.

 

»Ein wenig Stolz ist schon herauszuhören, zu Recht, hat sich das kommunale Kino Cinema Quadrat doch dieses Jahr die Voraussetzungen erarbeitet, um sich „Mannheims kleinstes Kino mit der höchsten Bildqualität“ zu nennen. An der Digitalisierung führt ja auch in Sachen Film kein Weg mehr vorbei. Kinos, die nicht entsprechend um- und aufrüsten, verspielen die Möglichkeit, aktuelle Filme zu zeigen. Nicht so das Cinema Quadrat im Collini-Center: Hier kann jetzt von 99 Plätzen aus „internationaler Kinostandard“ erlebt werden, wie Geschäftsführerin Verena Schlossarek betont.

Für das Kino stand das zu Ende gehende Jahr im Zeichen des Umbaus – der Umrüstung auf digitalen Projektionsstandard; die Projektoren zum Abspielen von 35- und 16-Millimeter-Filmen bleiben indes verfügbar. Das kommende Jahr könnte nun im Zeichen des Umzugs stehen oder jedenfalls die Voraussetzungen dafür schaffen, wenn auch nicht ganz freiwillig, denn das sogenannte technische Rathaus, in dem das Kino im Erdgeschoss seine Räume unterhält, muss saniert werden. Somit ist entweder nur auf Zeit eine andere Bleibe zu suchen oder gar auf Dauer, Letzteres wohl auch für den Fall, dass das Gebäude verkauft würde, schließlich verrechnet die Stadt ihre Zuschüsse zum Betrieb des traditionsreichen Kinos zum Gutteil bevorzugt mit sich selbst, indem sie eigene Räume zur Verfügung stellt. Das Kinoteam wäre über einen Umzug nicht mal traurig, denn die Lage in dem nüchternen Gebäudekomplex am Neckarufer ist durchaus schwierig: Laufkundschaft gibt es hier nicht, man muss das Kino schon gezielt ansteuern, um dorthin zu gelangen. Deshalb leidet man hier auch noch immer unter einem Bekanntheitsdefizit, was der schmale Werbeetat der Einrichtung nicht zu kompensieren vermag.

Vielfache Kooperation

Am Programm kann’s jedenfalls kaum liegen: Dieses Jahr hat das Cinema Quadrat zur Würdigung seiner Programmqualität bereits zum vierten Mal den Preis des Kinemathekenverbands erhalten. Und seit sie in Mannheim vor knapp vier Jahren anfing hat die Geschäftsführerin – das Open-Air-Kino im Jungbusch und den in der Alten Feuerwache stattfindenden Kurzfilmwettbewerb „Zum Goldenen Hirsch“ mitgerechnet – die Zuschauerzahlen von 7000 auf 14 000 pro Jahr verdoppeln können.

Die Filmreihe „Cine Latino“ ist mittlerweile nicht nur in Heidelberg, sondern auch im Cinema Quadrat zu sehen. Gemeinsam mit weiteren Einrichtungen wie dem Kulturamt und dem Jugendkulturzentrum Forum veranstaltet das Filmtheater die „Agenda“-Themenwoche. Nicht zuletzt wendet sich das Kino jetzt verstärkt an Schüler. Man ist gewissermaßen vom Rand her ins gesellschaftliche Zentrum gerückt, das kleine Quadrat-Team hielte es deshalb für angemessen, künftig auch buchstäblich zentraler angesiedelt zu sein – idealerweise in der Mannheimer Innenstadt.

Immerhin steht auch die Programmauswahl im Zeichen der Mitte. Dem filmischen Erbe fühlt sich das zweitälteste kommunale Kino Deutschlands ebenso verpflichtet wie der Gegenwart. Unter den neuen, bundesweit anlaufenden Filmen sind es zumeist die kleineren, die man hier präsentiert. Die publikumsträchtigen teuren Produktionen zeigen die größeren, kommerziellen Kinos, mit denen man weder konkurrieren kann noch will – schließlich sind die kleineren Filme ohnehin oft die interessanteren. Es gibt einen „Filmklassiker des Monats“ und Programmschwerpunkte, wobei aktuell das international viel beachtete österreichische Kino im Fokus steht.

Weil diese Filme überdurchschnittlich realitätsnah sind, passt die Auswahl auch zur Ausrichtung des Cinema Quadrat. Verena Schlossarek möchte verstärkt junge Menschen als Zuschauer gewinnen. Selbst ein Kino, das sich als einzige hiesige Institution auch um den filmischen Blick zurück bemüht, muss nach vorn schauen. Dass sich das an einer zentralen, auffälligen Lage am ehesten verwirklichen ließe, sieht man leicht ein.

Thomas Groß

03.12.2013

Cinema Quadrat mit neuem 4K-Digitalprojektor

Es ist die wohl größte Investition in unser Kino, die seit dem Einzug ins Collinicenter im Jahr 1990 getätigt wurde. Seit letzter Woche steht ein nagelneuer Digitalprojektor nach dem DCI-Kinostandard in unserem Vorführraum.

 

Die digitale Filmprojektion spielt in unserem Kino seit über zehn Jahren eine wachsende Rolle. Dabei wurden bisher - mit recht gutem Erfolg - immer wieder verbesserte Digital-Beamer eingesetzt. Echte digitale Kinoprojektoren waren das allerdings noch nicht. Dank der Förderung durch die Filmförderungsanstalt FFA,den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim konnte nune ein topakuteller Digitalprojektor angeschafft werden, der uns für viele Jahre auf einen hohen Stand der Technik setzen wird. Der speziell für kleine und mittlere Kinos entwickelte Sony SRX-R515 projiziert mit der höchsten derzeit vom DCI-Standard vorgesehenen Auflösung von 4K (4.096 x 2.160 Pixel) und kann auch künftige High-Frame-Rates von bis zu 60 Bildern pro Sekunde unterstützen. Ein schäferes Kinobild dürfte zur Zeit kaum erreichbar sein. Mit dem passenden Doppelobjektiv werden im nächsten Jahr auch 3D-Projektionen möglich sein.

Der Einbau war nicht ohne Abenteuer. Um Platz für das Objektiv zu schaffen, musste das Projektionfenster mit einem selbstgebauten Holzaufsatz um einige Zentimeter verlegt werden. Die Lieferung verzögerte sich durch Probleme des Lieferfahrzeugs und warf die Planung zünftig über den Haufen. Dennoch konnte unser Vorsitzender Ernst Gramberg mit einem Tag Verspätung - noch im Arbeitsanzug - dem eintreffenden Publikum spontan den neuen Projektor präsentieren und die Kinovorstellung dann pünktlich beginnen lassen. Auch wenn in den kommenden Wochen noch viele Nachfolgearbeiten nötig werden, ist der Einbau ohne Unterbrechung des Spielbetriebs eine außerordentliche Leistung, für die allen Beteiligten Dank gebührt. 

20.10.2013

Dunkles im Dahner Felsenland

Der Mannheimer Morgen berichtete am 15. Oktober über das 28. Mannheimer Filmsymposium

 

»Dieser Film hatte bis jetzt 12 769 Zuschauer. Das ist zwar nicht besonders viel, aber auch nicht besonders ungerecht. Er nennt sich „Lost Place“, und sein Regisseur heißt Thorsten Klein. Er führt ins Dahner Felsenland, tief in den dunklen Pfälzerwald, wo irgendetwas Finsteres geschieht und ein geheimnisvoller Funkturm, rot erleuchtet, negative Vibrationen auslöst. Hier wird nicht am kleinen Rad gedreht: Neue, extrateure Kameras, die Peter Jackson für die „Hobbit“-Trilogie verwendete, kommen zum Einsatz. Und die neueste Surround-Sound-Technik. Noch mehr Tonspuren für noch mehr Lautsprecher. Das Hollywood- Syndrom hat diesen deutschen Film erfasst.

Je greller die Effekte im Verlauf der Handlung werden, desto unglaubwürdiger erscheinen sie. Dafür verkümmert anderes: Die Dialoge etwa evozieren bei den Zuschauern im Cinema Quadrat nicht selten Kichern. Hölzern sind sie, unfreiwillig komisch. Dass „Lost Place“ im Rahmen des – inzwischen 28. – Mannheimer Filmsymposiums aufgeführt wird, das sich der „Dramaturgie der Spannung“ annimmt, leuchtet durchaus ein. Denn auch aus Fehlern lässt sich Vieles ablesen. Der Medienwissenschaftler Norbert Maass, der oft als dramaturgischer Berater arbeitet, stellt eine ganze Mängelliste auf. Obwohl er offenkundig selbst an „Lost Place“ mitgewirkt hat. Zu den größten Ungeschicklichkeiten rechnet er, dass die wohl spannendste Figur, ein rätselhafter Mann im Schutzanzug, nach zehn Minuten Aufenthalt im Film wieder entsorgt werde. Und dass die „böse Kraft“ vom roten Funkturm nie konkret Gestalt annehme. Was bei solchen Genrefilmen allerdings recht oft der Fall ist.

Vieles wird nur angedeutet

Welches Genre wird hier überhaupt bedient? Horror, Mystery oder ein Mix aus beiden? Solche Fragen sind das Element von Marcus Stiglegger (er lehrt an der Universität in Siegen). Nah am Material berühmter Filme will er die Begriffstrias „Suspense – Schock – Thrill“ erläutern, unter dem Aspekt ihrer Funktion, die Spannung anzuheizen. Bei „Suspense“ spielt eine längere Erwartungsspannung eine Rolle, wie sie Meister Alfred Hitchcock definiert und vielfach angewandt hat, auch in „Psycho“. Vieles wird dabei nur angedeutet oder bleibt ganz ausgespart. Aber die Zeiten ändern sich, und auch der späte Hitchcock wurde drastischer, etwa in „Frenzy“ (1971) mit dem gnadenlos direkten Zeigen einer Vergewaltigung. Da ist das Schockerlebnis nicht mehr weit. Bereits von William Friedkins Film „Der Exorzist“ ist überliefert, dass es eine Frau im Publikum gab, die eine Fehlgeburt erlitt. „Moment der maximalen Überraschung“, Marcus Stigleggers „Schock“-Definition, klingt da fast verharmlosend. Konfrontationsästhetik ist es eher. „Thrill“, der süße Schauer, scheint nach immer höheren Gewaltdosen zu lechzen.

Dieses Thema spielt auch eine große Rolle in den Diskussionen. Sie begleiten in bewährter Weise Vorträge und Filmvorführungen, da haben Peter Bär und seine Mitstreiter vom Cinema Quadrat nichts ändern müssen. Marcus Stiglegger, übrigens ein scharfer Gegner jeder Filmzensur, erklärt: „Gewalt ist Kommunikation. Wenn auch nicht angenehme.“ Warum aber wird es damit immer mehr, warum hat das „performative“ Schockeffekte-Kino das „erzählende“ schon fast besiegt? Da ist natürlich auch ein Psychoanalytiker gefragt: Andreas Hamburger ist ebenfalls Symposiums-Teilnehmer - und glaubt, eine gewisse Saturiertheit der Gesellschaft sei ein wesentlicher Grund. Da widerspricht ihm Kerstin Stutterheim (Autorin, Filmemacherin und Medienwissenschaftlerin): Die „Überzeichnung der Gewalt“ sei eine Antwort auf eine Gesellschaft, die schon selbst voller Gewaltsamkeiten sei, bis hin zur Macht der großen Banken.

Viele Filme allerdings sieht Stutterheim in ihren Büchern immer noch von alten, seit Jahrhunderten bewährten dramaturgischen Konzepten angetrieben. Spannung lässt sich damit immer noch erzeugen, selbst in Hollywood, wo die bewährten „positiven“ Helden ja geradezu zu Sieg und Happy End verdammt sind.

Hans-Günter Fischer