Bundesverband Kommunale Filmarbeit

160 Kommunale Kinos sind im Bundesverband kommunale Filmarbeit zusammengeschlossen. Sie bilden ein Netzwerk der Filmkultur, das die Genres Spielfilm, Kurzfilm, Dokumentarfilm gleichermaßen pflegt. Programmreihen mit historischen Filmen, zu Länderschwerpunkten, zu Regisseuren und Schauspielern zeigen Verbindungen und Entwicklungen auf - über den einzelnen Film hinaus. Die Programmarbeit liegt in den Händen erfahrener, filmbegeisterter Kinomacher. Professionalität und Leidenschaft sind hier kein Widerspruch.

Einige Kommunale Kinos etablierten Filmfestivals von Rang wie das Internationale Forum des Jungen Films in Berlin. Hinter manchem Kino steht ein Filmarchiv wie in Hamburg oder Duisburg, andere sind wie in Frankfurt oder München in ein Filmmuseum integriert. Als Forum für den Nachwuchs eröffnen sie jungen Regisseuren den Weg zum Publikum. Und oft auch den Weg zum Erfolg.

In den Kommunalen Kinos geht es nicht nur um die Frage: Was gibt’s Neues? Es heißt auch: Wiedersehen, Neusehen und Entdecken. Auch unabhängige und experimentelle Produktionen finden hier ihr Publikum.

Kinos mit Geschichte ...

Kommunale Filmarbeit - was heißt das eigentlich? Die Idee ist einfach: Ebenso wie Literatur, Bildende Kunst und Theater sollen Filme jenseits kommerzieller Zwänge allen zugänglich sein. Wie Büchereien, Opernhäuser und Museen sollen Kinos ihren festen Platz im öffentlichen Leben haben - auch mit öffentlicher Förderung. Denn der Film, Kunst und kulturelles Gedächtnis des 20. Jahrhunderts, ist mehr als ein kommerzielles Massenvergnügen.

In Duisburg und Frankfurt am Main entstanden in den 70er Jahren die ersten Kommunalen Kinos, zahlreiche in anderen Städten folgten. Als ihr Dachverband gründete sich damals die so genannte Arbeitsgruppe für kommunale Filmarbeit. "Andere Filme anders zeigen" - dieses Motto formuliert immer noch den Anspruch, der filmischen Monokultur die Vielfalt des Kinos entgegenzusetzen.

... und Zukunft

Die Kinos im Bundesverband kommunale Filmarbeit orientieren sich in erster Linie an der Qualität ihrer Programme. Ihr Angebot geht über das "Abspulen" von Filmen hinaus. Es geht darum, dem komplexen Medium Film gerecht zu werden: in Gesprächen mit Regisseuren und Schauspielern, durch musikalische Livebegleitung von Stummfilmen, mit Workshops und Symposien. Aber auch mit der angemessenen Vorführtechnik, guten Kopien, untertitelten Originalfassungen. Die Kommunalen Kinos übernehmen hier die Aufgabe medialer Bildung, denn Film kommt als Fach in den Schulen nicht vor.

Der Bundesverband setzt Maßstäbe

Mit zwei Filmpreisen ist der Bundesverband kommunale Filmarbeit jährlich auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin präsent.
Der Caligari-Filmpreis zeichnet einen stilistisch und thematisch innovativen Beitrag aus dem Internationalen Forum des Jungen Films aus. Er ist verbunden mit einer Prämie von 5.000 DM zu Händen des Regisseurs. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Claude Lanzmann, Néjia Ben Mabrouk, Béla Tarr, Fernando Pérez und Alan Berliner.

Der Liliput-Filmpreis bewertet die Synchronisation aktueller Filmproduktionen. Die Jury aus Filmkritikern und Kinomachern vergibt den symbolischen Preis für besonders gelungene oder auffallend misslungene Synchronisationen. So macht der Bundesverband auf einen für die Qualität von Filmen zentralen Aspekt aufmerksam, der oft genug sträflich vernachlässigt wird.

... sichert Ressourcen

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit engagiert sich bei Verleihern, Archiven und Inhabern von Filmrechten dafür, Filme für die Kommunalen Kinos verfügbar zu machen. Darüberhinaus sammelt er in einem hierfür eingerichteten Filmfonds Gelder für den Ankauf, die Herstellung oder Rekonstruktion von Kopien sowie den Erwerb von Lizenzrechten.

Viele wichtige Filme finden nur durch diese Initiativen ihren Weg in die Programme und zum Publikum der Kommunalen Kinos. Ein eigener Verleih hält Kostbarkeiten wie das Filmprogramm "Vom Grand Café zu Griffith" über die Anfänge des Kinos bereit.

... vertritt Interessen

Für die Ziele und Interessen der kulturellen Kinoarbeit macht sich der Bundesverband auf verschiedenen Ebenen stark. Er pflegt die Kontakte zur Kulturpolitik in Bund und Ländern wie auch europaweit. Ein weiteres Anliegen ist die Bündelung verschiedenster Kräfte, wenn es um den Erhalt und die Stärkung einer vielfältigen und unabhängigen Filmkultur geht. Eine kontinuierliche Presse-und Öffentlichkeitsarbeit setzt die Aktivitäten des Bundesverbandes und seiner Mitgliedskinos ins Licht. Zum Beispiel beim Aktionstag, zu dem sich die Kommunalen Kinos einmal im Jahr mit einem gemeinsamen Filmthema der Öffentlichkeit präsentieren.

... macht Angebote

Information und Kommunikation bieten die Zeitschrift kinema kommunal, der regelmäßige Programmaustausch, Publikationen zu Tagungen, Seminaren und Filmen.

Eine Art Lexikon der kommunalen Filmarbeit ist das Handbuch kulturelle Kinoarbeit. Es bündelt Sachkenntnis und Erfahrungen zu allen wichtigen Themen wie Programmkonzeption, Rechtsfragen, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung, Kinotechnik, Verleiher und Archive. Das Handbuch wird als Loseblatt-Sammlung laufend ergänzt und aktualisiert.

... bietet Service

Der Bundesverband leistet Unterstützung bei der Programmarbeit, organisiert Filmtourneen und vermittelt internationale Filmreihen und Programme.
Er berät bei rechtlichen Problemen und in allen Fragen kommunaler Filmarbeit. Er vermittelt seinen Mitgliedern Festivalakkreditierungen für Berlin, Locarno, Solothurn, Cannes, Venedig etc.

... veranstaltet Tagungen und Seminare

zu den Grundlagen kommunaler Filmarbeit, zu Filmgeschichte und Kinotechnik, zu neuen Entwicklungen und Tendenzen, zu Filmsprache und Genres (Mannheimer Symposium, Jahrestagung).

"Die AG für kommunale Filmarbeit ist eine der wichtigsten Institutionen in der Bundesrepublik, die sich dafür einsetzen, daß Film nicht nur ein Instrument der Unterhaltungsindustrie, sondern ein künstlerisches Medium darstellt, mit dem eine gezielte kulturpolitische Arbeit zu leisten ist - im Sinne von ästhetischer Erziehung, von Aufklärung und filmhistorischer Forschung."
(Ulrich Gregor)

Mitglied werden

Im Bundesverband kommunale Filmarbeit können alle nichtgewerblichen Kinos Mitglied werden, die kulturelle Filmarbeit leisten.

Bundesverband Kommunale Filmarbeit
Ostbahnhofstraße 15
60314 Frankfurt

Telefon: 069 - 622897
Telefax: 069 - 6032185

E-Mail:
info(at)kommunale-kinos.de

Bundesverband Kommunale Filmarbeit

Pressestimmen

"Die Frage ist letzten Endes, ob man überhaupt für kommende Generationen einen Begriff von Kinokultur aufrechterhalten will, der multikulturell, spezifisch und differenziert ist. Wenn man ein Kino will, das den Blick in die Welt und in die Geschichte offenhält, braucht man mehr denn je die Kommunalen Kinos."
(Wim Wenders, Regisseur)

"Die Kommunalen Kinos sind ohne Zweifel die Vorkämpfer eines aktiven Engagements für Filmkultur in Deutschland. In dieser Bewegung liegt auch weiterhin die Zukunft des Kinos in unserem Land."
(Ulrich Gregor, Leiter des Internationalen Forum des Jungen Films)

"Das Multiplex macht Kino fürs Publikum, das Kommunale Kino schafft Publikum fürs Kino."
(Volker Riech, Ufa AG und Hans-Joachim Flebbe, Cinemaxx GmbH)