3D - EINE WEITERE DIMENSION?

veranstaltet von   CINEMA QUADRAT e. V.

In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden:
BV kommunale Filmarbeit, BVK Bundesverband Kinematografie, BV Filmschnitt-Editor

Konzeption / Call For Papers

"Der Mensch - das Augenwesen - braucht das Bild." Leonardo da Vinci (1452-1519)
Die filmische Raumteilung gliedert, akzentuiert … und verändert nicht einen Raum, der schon gegeben wäre, sondern stellt … eine Raumerfahrung sui generis her“ (Martin Seel, Die Künste des Kinos, Frankfurt 2013, S. 25f).

An neu entdeckten Höhlenzeichnungen ist abzulesen, dass Menschen schon früh versucht haben, Raumtiefe, Perspektive künstlerisch darzustellen. Seit Menschengedenken – von Euklid bis in die Neuzeit – wurde darüber nachgedacht, wie räumliches Sehen beim Menschen zustande kommt, bis dann im 19. Jahrhundert der Mechanismus des stereoskopischen Sehens entdeckt wurde.

Mit Hilfe stereoskopischer Apparaturen konnte man nun zum ersten Mal zweidimensionale Zeichnungen, später auch Fotos, dreidimensional „erfahren“ – ein absolut faszinierendes Seherlebnis, wie selbst Queen Victoria befand. Wenig später, als die „Bilder laufen lernten“, gab es sofort Versuche, Räumlichkeit wirklichkeitsnah im Film darzustellen. Schon in der Stummfilmära wurde daher mit 3D-Effekten experimentiert Die technischen und somit finanziellen Probleme waren allerdings enorm, und letztlich blieb der Erfolg beim Publikum aus.

Das Publikum hat jedoch sehr schnell gelernt, sich zweidimensionale Bilder in dreidimensionale Räume zu „übersetzen“. Trotzdem wurde immer wieder nach besseren Techniken der dreidimensionalen Darstellung gesucht.

In den Jahren zwischen 1950 und 1980 schwappten dann die ersten großen Wellen von 3D-Filmen auf die Kinoleinwände – meist Abenteuer-, Horror und Softpornofilme im breiten Cinemascope-Bildformat, die den 3D-Raumeindruck erfolgreich nutzten.

Erst die digitalen Projektions- und Animationstechniken verhalfen dem 3D-Film zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum Durchbruch: Seit dem sensationellen kommerziellen Erfolg des Weltraumepos Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) ist an der Etablierung des dreidimensiona-len Raumerlebnisses im Kino wohl nicht mehr zu zweifeln.


In diesem Jahr wird sich das 32. Mannheimer Filmsymposium vom 13. bis 15. Oktober 2017 mit dem 3D-Film und der 3D-Projektion im Kino beschäftigen. Es soll dabei um folgende Themenbereiche gehen:

Geschichte:
Darstellung der Raumtiefe seit der Renaissance, Stereo-Fotografie, frühe 3D-Filme seit 1891(!), Boom in den 1950ern, digitale 3D-Projektion seit dem 21 Jahrhundert.

Technik:
Unter Technik verstehen wir sowohl die Aufnahmetechnik, wie auch das digitale „Rechnen“ von 3D-Filmkopien, sowie die Projektion mit den verschiedenen Verfahren, wobei das nicht allzu ausführlich behandelt, aber angesprochen werden soll. Interessant wäre u. U. ein Referat von einem Kameramann über die Besonderheit der Arbeit mit 3D am Set: Sind die Aufnahmebedingungen andere, wenn ja ,was sind die Besonderheiten

Ästhetik
Darauf soll der Schwerpunkt liegen und hier ergeben sich folgende Subthemen:

  • Raum und Raumwahrnehmung: Seit 1895 sehen wir „normale“ Filme auf der Leinwand nicht flächig, sondern raumtief.
    Woran liegt das? Und was ist beim 3D-Kino anders?
    Raum-Imagination contra Raum-Suggestion?
  • Es gibt (2D -)Filme, die räumlicher wirken und solche, die flächiger wirken. Woran liegt das (am Objektiv, an der mise en scène, am Hintergrund….) und wie wird das bewusst eingesetzt? Gelten für den 3D–Film dieselben Regeln oder andere?
  • 2D-Film contra 3D-Film: Stellt das 3D-Kino unsere bisherige Raum-Imagination in Frage oder nicht – und warum?
  • Bloße Effekthascherei oder ästhetischer Mehrwert? Was sind für den 3D-Film geeignete Sujets und wann lohnt der Aufwand?

Ausblick
Hat 3D eine Zukunft oder liegt diese beim Hologramm oder bei der „Virtual Reality“?

Wir laden Sie alle ein, uns zu diesen und anderen spannenden Themen Referatsvorschläge zu unterbreiten und freuen uns über jedes Interesse, Anregungen und auch die Weitergabe dieses Ausrufs auf allen medialen Wegen.

Wir bitten, uns Rückmeldungen über die Mailadresse baer-mannheim(at)t-online.de bis spätestens 20. März 2017 zukommen zu lassen.

Und natürlich: Save the date!

Symposiums-AG
im CINEMA QUADRAT e.V.

Veranstaltungsort

Cinema Quadrat - Kino im Collini Center
Collinistraße 5, 68161 Mannheim

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