Er spielt in der obersten Hollywoodliga, ihm liegen die Frauenherzen zu Füßen, er ist körperbetonter Sonnyboy und Ikone des Independent-Kinos: Ryan Gosling ist einer der seltenen Fälle von Star, der nicht auf Effekte und Popcornkino setzt, sondern auf gutes Schauspiel für eigenwillige Regisseure. Er verkörpert in gleichem Maße männliche Coolness wie romantische Sensibilität, er verschwendet seine Kunst nicht vor den Green Screens des Blockbuster-Kinos, sondern setzt seinen Sexappeal und seine Bankability für die Projekte ein, die ihn selbst interessieren, zwischen anspruchsvollem, preisverdächtigem Kino und den exzentrischen Fantasien eines Nicolas Winding Refn oder eines Terrence Malick. Dessen neuesten Film SONG TO SONG nehmen wir gerne als Anlass, auf wegweisende Filme in Goslings Karriere zu rückzuschauen – und mit VERFÜHRT UND VERLASSEN zeigen wir auch einen entlarvenden Dokumentarfilm über das Hollywoodbusiness.

Drive

Drive

USA 2011. R: Nicolas Winding Refn. D: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks. 101 Min. OmdtU. FSK: 18

Er ist cool. Er fährt schnell. Er redet wenig. Der Driver ist ideal als Stuntfahrer in Hollywood. Und als Fluchtwagenfahrer. Sicher bringt er Beute und Verbrecher ans Ziel. Er hat seine Regeln: Ein Überfall darf nur fünf Minuten dauern. Er arbeitet nie mehrmals mit denselben Personen zusammen. Beim Verbrechen selbst macht er nicht mit. Mit seiner Rolle als Driver in Nicolas Winding Refns Hollywooddebüt erreichte Ryan Gosling neue Höhen der Coolness, so cool, dass auch die beginnende Liebesbeziehung mit der Nachbarin nicht zu sentimentaler Romantik, sondern zu brutalen Exzessen führt… Der Neo-Noir-Thriller DRIVE ist faszinierend, in jeder Hinsicht: Von der archetypischen Driver-Figur über die souveräne Regie bis zur 80er Jahre-Ästhetik in Bild und Musik.

Fr. 02.06. & Sa. 03.06.2017, 21:30 Uhr

The Place Beyond the Pines

The Place Beyond the Pines

USA 2012. R: Derek Cianfrance. D: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Rose Byrne, Ray Liotta. 146 Min. OmdtU. FSK: 12

Luke ist Motorradstuntman auf dem Jahrmarkt. Avery Cross ist ein ehrgeiziger Kleinstadtpolizist. Romina war für eine Nacht mit Luke zusammen und ist Mutter seines Kindes. Für den Sohn will Luke Verantwortung übernehmen – und beginnt, Banken zu überfallen. Was Avery Cross auf den Plan ruft… In seiner zweiten Zusammenarbeit mit Derek Cianfrance bietet Ryan Gosling eine Variation des wortkargen Einzelgängers aus DRIVE – und doch viel mehr: Die Charaktere erhalten in diesem komplex erzählten Kriminaldrama Tiefe, ja Abgründe, wenn sie in einem Strudel aus Schuld und Sühne versinken. Und irgendwann erkennen müssen, wie sehr sie mit ihren Entscheidungen die Weichen für die Zukunft ihrer Söhne gestellt haben

So. 04.06. & Mo. 05.06.2017, 19:30 Uhr

La La Land

La La Land

USA 2016. R: Damien Chazelle. D: Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend, Rosemarie DeWitt, J. K. Simmons. 128 Min. OmdtU. FSK: 0

Der große Gewinner der Oscarverleihung 2017: Damien Chazelle belebt das Hollywood-Musical der guten alten Zeit wieder und verlegt es in die Moderne der prekären Beschäftigung. Emma Stone spielt eine Kellnerin in Los Angeles, die Schauspielerin sein möchte, Ryan Gosling einen Jazzpianisten, der sein Geld mit Gelegenheitsjobs verdienen muss. Sie finden zusammen, aber finden sie zusammen auch einen Weg zum Glück? Swingender Sound, überwältigende Tanzszenen und Referenzen auf klassische Musicals – allein die Eröffnungssequenz ist unvergesslich! Und dennoch versinkt LA LA LAND nicht in heilloser Romantik, enthält stattdessen einen guten Schuss Realismus.

Sa. 10.06.2017, 21:30 Uhr, So. 11.06. & Mi. 14.06.2017, 19:30 Uhr

Song to Song

Song to Song

USA 2017. R: Terrence Malick. D: Ryan Gosling, Michael Fassbender, Rooney Mara, Natalie Portman, Cate Blanchett. 145 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Terrence Malick, der große Mystiker des Hollywood-Independent-Kinos – der mythische Regisseur, der sich jahrelang zurückgezogen hatte – der mysteriöse Zauberer der Leinwand, der unglaubliche Bildwelten mit philosophischen Vernetzungen und charismatischen Stars verbindet. Sein neuer Film, der zugänglichste seit Längerem, spielt in der Musikszene von Austin, Texas, wo sich die hoffnungsvoll aufstrebenden Musiker Faye und BV – Ryan Gosling – auf der Party des Produzentenmoguls Cook kennenlernen. Faye hat eine Affäre mit Cook, BV ist dessen neueste Entdeckung – dennoch bandeln die beiden miteinander an: Der Anfang eines amourösen Reigens, mit großer visueller Kraft als Bewusstseinsstrom aus improvisierten Szenen inszeniert. Und flankiert mit Gastauftritten bekannter Musikstars wie Patti Smith, Iggy Pop oder den Red Hot Chili Peppers.

Sa. 17.06.2017, 21:30 Uhr, So. 18.6. & Mi. 21.06.2017, 19:30 Uhr

Lot River

Lost River

USA 2014. R: Ryan Gosling. D: Christina Hendricks, Iain De Caestecker, Saoirse Ronan, Eva Mendes. 95 Min. OmdtU. FSK: 16

Ein surreales Tableau, ein irrer Fiebertraum, ein Abgesang auf die Urbanität: Ryan Goslings bisher einziges Regiewerk vereint hochstilisierte Bilder städtischen Untergangs mit einem morbiden Grand Guignol Etablissement, eine bizarre Unterwasserwelt mit einem verfluchten Haus. Die Einflüsse von David Lynch, Nicolas Winding Refn, Terrence Malick sind unübersehbar, Gosling arrangiert sie zu einem so reizvollen wie unterhaltsamen Bilderbogen: Er setzt seine Neonfarben und die Symbolbilder, die 80er Jahre-Musik und die düstere Erotik zu einem ästhetischen Erlebnis zusammen. Gedreht wurde dieses düstere Stück Americana in Detroit, der sterbenden Stadt…

Fr. 23.06.2017, 21:45 Uhr, Sa. 24.06.2017, 19:30 Uhr, Fr. 30.06.2017, 21:45 Uhr

Verführt und verlassen

(Confused and Abandoned)
USA 2013. R: James Toback. Dokumentarfilm. D: Alec Baldwin, Ryan Gosling, Jessica Chastain, Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, Roman Polanski. 98 Min. OmdtU. FSK: 12

2012 besuchen James Toback und Alec Baldwin das Festival in Cannes. Sie wollen ihr neues Filmprojekt verkaufen, ein Irak-Remake von DER LETZTE TANGO VON PARIS, inszeniert von Toback, mit Baldwin als Hauptdarsteller und Produzent. Nun sind sie auf der Suche nach Geldgebern und Stars, und sie haben eine Kamera dabei. VERFÜHRT UND VERLASSEN ist eine höchst vergnügliche Abrechnung mit dem Filmbusiness, in dem die Mechanismen des Hollywoodbetriebes augenzwinkernd bloßbelegt werden. Zu 95 Prozent bestehe des Lebens eines Regisseurs aus Geldeintreiben, zu fünf Prozent aus dem Filmen – dieses Orson Welles-Bonmot ist dem Film vorangestellt. Zwischen Pitches, Networking-Treffen und Plaudereien ist Ryan Gosling einer der Box Office-kompatiblen Stars, die Toback und Baldwin für ihren geplanten Film treffen – er ist einer der Großen im Geschäft, gleichwertig neben Scorsese, Coppola oder Polanski.

Do. 08.06.2017, 19:30 Uhr, Fr. 09.06.2017, 21:30 Uhr