KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

25.  Mannheimer Filmsymposium

29. – 31. Oktober 2010

 

SCHNITT - MONTAGE - EDITING
und nichtlineare Erzählstrukturen

(Arbeitstitel)

 

veranstaltet von

CINEMA QUADRAT e. V.

 

In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden: 

BV kommunale Filmarbeit e.V.,  bv kamera e.V., BV Filmschnitt-Editor e.V. ,

S/F/K-Verband e.V, AG DOK , AG Kurzfilm und dem Verband der deutschen Filmkritik


Call for Paper zum Jubiläums-Symposium in Mannheim!

 

 

James Monaco schrieb 1999:

"Kunst ist das, was sich nicht definieren lässt.

Film ist das, was sich nicht erklären lässt.

Wir wollen es dennoch versuchen.“

 

 

Konzeption:

 

Der Schnitt, die Montage ist eines der zentralen Gestaltungsmedien des Films neben der Fotografie, dem Raum, der Bewegung (im und vom Bild), dem Ton (nach 1927) und der Farbe. Er/sie strukturiert die Zeit im Film, liefert den Film-Rhythmus und prägt indirekt den Gesamteindruck essentiell mit. In der Folge von 24 Symposien haben wir bisher alle strukturellen Elemente des Films außer dem Schnitt/der Montage und der Farbe thematisiert. Insoweit erscheint es dringend notwendig dieses Strukturelement zu beleuchten!

 

Der markanteste Schnitt der Filmgeschichte

Die derzeitige Situation einer extrem komplexen Montage-Praxis kann aus einer „Geschichte der Montage“ abgeleitet werden. Unser Hauptaugenmerk aber gilt den immer komplexer, werdenden nicht-linearen Erzählstrukturen des heutigen Kinos, die – aber dies wäre ggf. noch zu überprüfen – nur deshalb funktionieren, weil wir in einer komplexen visuell ausgerichteten  Welt leben und gelernt haben, ein Film-Szenen Puzzle zusammen zu setzen und daran u. U. sogar Spaß haben.

 

Wir erinnern an gezielte filmische „Montage-Täuschungsmanöver“ in Filmen wie Stay (Marc Forster), Die üblichen Verdächtigen (Bryan Singer), Fight Club (Davis Fincher), The Sixth Sense (M. Night Shyamalan), The Others (Alejandro Amenábar), Abre Los Ojos (Amenábar) und Vanilla Sky (Cameron Crowe) oder Verwirrspiele wie 21 Gramm (Gonzáles Inárritu), Tracey Fragments (Bruce McDonald) um nur einige Beispiele zu nennen...

 

 

Wir suchen mithin Referatsvorschläge, die insbesondere die Darstellung der komplexen Erzählstrukturen aufgreifen, die Parallelen zur Literatur, zur Game-Welt, zum Internet-Surfen und anderen Multitasking – Multi-Erlebnis-Welten beschreiben und die Positionierung des Films als ein Medium, das alles dies aufnehmen und am besten komplex verarbeiten und präsentieren kann.

 

Wir suchen interessante Arbeiten, die den Schnitt / die Montage nach Hintergründen, Zwischen-Entwicklungsschritten und Parallelentwicklungen zu anderen Kunstelementen /Künsten aufzeigen. Auch wollen wir uns der „globalen Frage“ stellen, ob und wie unterschiedlich in verschiedenen Film-Ländern (Westen, Europa, Osten) Filme montiert werden. Das Thema kann erweitert werden um den Montage-Collage-Film und des Essay-Film.

 

Wir sprechen von einem interessanten, anspruchsvollen, postmodernen Kino der Gegenwart und werden fragen, wohin dies weiter führen wird?

 

Wir suchen nach Referatsvorschlägen, die zum Beispiel folgende Subthemen aufgreifen oder auch ganz neue ansprechen:

 

- Geschichte der Filmsprache/Wege der Montage? – von Méliès bis zum unsichtbaren

  Schnitt, sowie die Nouvelle Vague als Opposition gegen den unsichtbaren Schnitt?

- Was verbirgt – was offenbart der Schnitt?

- Was ist/Wie entwickelt sich ein Filmrhythmus?

- Montage im Kurzfilm? – gibt es eine spezielle Montage für den Kurzfilm?

- Unterschiede in der Montage zwischen dem europäischen, asiatischen und amerikanischen Kino.

- Continuity Style – oder warum funktionieren fast unsichtbare Schnitte im Auge des

  Betrachters?

- Montage/Collage-Film als eigenes Genre? Gibt es noch den Essay-Film und wenn ja, was ist das?

- Inwieweit liefert die Montage Möglichkeiten zur Erweiterung der Erzählstruktur durch

  Gedanken, Träume, Phantasien?

- Zur Geschichte der Rückblenden/ Diskontinuierlichen Erzählung mit Sprüngen in der Zeit?

  Wie viel Raum- und Zeitlinearität braucht ein Film?

- Director’s cut/Special cut – wie z. B. der Verzicht auf Filmmaterial und die Wirkung

  unterschiedlicher Filmfassungen?

- Montage/Collage in der Kunst und Literatur als Inspiration für den Film?

- Tendenzen in Filmtheorie/Filmsprache?

- Zensuren und Vermarktungsstrategien als heimliche Editoren?

 

Wir freuen uns über Referats- und Film-Vorschläge über Anregungen und Ideen. Da wir das Programm vor der Sommerpause Ende Juli fertig haben müssen, um es angemessen zu bewerben benötigen wir Ihre/Eure Rückmeldungen möglichst bald, d. h.

 

bis zum 05. April 2010

 

Symposiums AG im CINEMA QUADRAT, Mannheim