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Heute

17:30 Uhr

Wovon träumt das Internet?

USA 2016 R: Werner Herzog. 98 Min. OmdtU.

Wenn Werner Herzog sich einem Thema nähert, dann nimmt er es ganz in sich auf, formt es nach seinem Gutdünken, um etwas ganz anderes herauszubringen, als man im herkömmlichen Sinne erwarten würde. Hier nun untersucht Herzog – der nach eigenen Angaben... Zum Film

Wenn Werner Herzog sich einem Thema nähert, dann nimmt er es ganz in sich auf, formt es nach seinem Gutdünken, um etwas ganz anderes herauszubringen, als man im herkömmlichen Sinne erwarten würde. Hier nun untersucht Herzog – der nach eigenen Angaben nicht mal ein Handy besitzt – das Phänomen Internet. In seinen Episoden rund um Vernetzung, Kommunikation und künstliche Intelligenz interessiert ihn das konkrete Internet freilich kaum: Eine Familie, die heftigem Cybermobbing ausgesetzt war, oder Jugendlichen, die an Internetsucht leiden, begegnet er mit Sympathie, aber nur kurz. Viel mehr konzentriert sich Herzog auf die großen Visionen, auf die Utopien, die das Verbinden von Computern mit sich bringt: Von den Anfängen in Forschungslabors der University of California bis zu Elon Musks Träumen von Marsflügen. Zwischendurch: Sonnenwinde und Mönche mit Smartphones. Das Große, Überweltliche: Das ist es, was Herzog interessiert. Wenn die philosophischen Aspekte sich mit dem technischen Fortschritt verbinden, dann stellt sich die Frage nach diesem Organismus namens Internet – und ob diese Kreatur vielleicht schon unserer Kontrolle entglitten ist.

WOVON TRÄUMT DAS INTERNET? ist weniger Dokumentar- als Essayfilm: So ist es eben, wenn Werner Herzog sich einem Thema nähert.

19:30 Uhr

Diamond Island

KHM/DEU/FRA/QAT/THA 2016 R: Davy Chou. D: Noun Sobon, Nov Cheanik. 114 Min. OmdtU.

Koh Pich, oder verständlicher: Diamond Island liegt vor Phnom Penh. Hier entsteht ein riesiges Neubauprojekt, der kambodschanische Traum von Wachstum und Modernität. Hierher verschlägt es den 18jährigen Bora, der sein Dorf verlassen hat, um Geld zu... Zum Film

Koh Pich, oder verständlicher: Diamond Island liegt vor Phnom Penh. Hier entsteht ein riesiges Neubauprojekt, der kambodschanische Traum von Wachstum und Modernität. Hierher verschlägt es den 18jährigen Bora, der sein Dorf verlassen hat, um Geld zu verdienen. Hier trifft er auch seinen älteren Bruder Solei wieder, den er seit fünf Jahren nicht gesehen hat. Und der ihn einführt in die Welt der Urbanität der Hauptstadt. Bora erlebt aufregende Nächte mit Gleichaltrigen aus der Mittelschicht. Regisseur Davy Chou, bisher Dokumentarfilmer, nutzt das freie und frische Spiel von Laiendarstellern, um mit der Großbaustelle von Diamond Island im Zentrum das Mosaik eines Landes im Wandel zu inszenieren, in dem eine junge Generation lernen muss, sich in einer unberechenbaren Umgebung neu zu verorten: "Der Film ist schillernd unwirklich, wie eine betäubte Blase, ein lieblicher Trip, in dem sich ein versklavtes Lumpenproletariat nach Feierabend selbst von der Straße aufliest, um gemeinsam Zeit zu verbringen – so frei wie leer." (Libération)