Lucia ist Landvermesserin. Privat kämpft sie mit der Trennung von ihrem Mann und der Erziehung ihrer pubertierenden Tochter. Beruflich hat sie mit einem kleinen Trick gerade einen Job ergattert zur Vorbereitung eines großen Bauprojektes auf dem Lande. Eines Tages erhält sie bei ihren Vermessungsarbeiten auf einem einsamen Feld unerwarteten Besuch – von einer Erscheinung der Jungfrau Maria! Diese fordert sie auf, das Projekt zu stoppen und stattdessen dort eine Kirche zu bauen. Lucia zweifelt an ihrem Verstand. Doch die Heilige erscheint ihr immer wieder und bleibt knallhart bei ihrer Forderung…

Haben Wunder noch einen Platz in einer Welt, die zum Synonym für Profitgier geworden ist? Was soll man von einer Gottesmutter halten, die nicht mild und sanft daherkommt, sondern zu rabiaten Mitteln greift? Eine verblüffende Geschichte haarscharf auf der Grenze wischen Komödie und Drama, getragen von der großartigen Alba Rohrwacher als von allen Seiten bedrängte Lucia. TROPPA GRAZIA wurde beim Festival von Cannes 2018 vom Verband „Europa Cinema“ als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet.

„Dies ist kein religiöser Film. Denn es geht nicht um die Fähigkeit, an Gott zu glauben oder nicht. Sondern um die Fähigkeit, überhaupt zu glauben, obwohl wir keine Kinder mehr sind. Es geht um Glauben, Fühlen und Vorstellungskraft. Die Muttergottes im Film ist nicht die der religiösen Erzählung, sondern die Madonna von Lucia, ganz einfach. Sie ist Ausdruck der Fähigkeit zu glauben, die zur Kindheit gehört und die Lucia seit zu langer Zeit unterdrückt hat. Aus diesem Grund liebe ich Lucia, weil sie nicht völlig versteht, was passiert, da sie, auch wenn sie es noch nicht gemerkt hat, beschlossen hat, ihr Leben in vollen Zügen zu leben, mit allem, was dazu gehört und um jeden Preis. Es lohnt die Mühe, einen Raum in uns zu schaffen für die Komplexität unserer Gefühle und für die geheimnisvolle Erfahrung, auch das zu spüren, was es nicht gibt.“
Gianni Zanasi

Cinema Italia!

Zu viele Wunder – Troppa grazia

(Troppa grazia)

ITA 2018 R: Gianni Zanasi. D: Alba Rohrwacher, Elio Germano, Hadas Yaron, Guiseppe Battiston, Carlotta Natoli, Thomas Trabacchi. 110 Min. OmdtU.

FSK: k. A.