Thema: Buñuel im Labyrinth der Schildkröten

Filmdiskussion via Zoom

Kaum ein Regisseur war zwischen 1950 bis in die Siebziger Jahre hinein für seine Gesellschaftskritik am katholischen Christentum und der bürgerlichen Oberschicht so bekannt und wirkungsvoll wie Luis Buñuel. Doch bereits mit seinen ersten Filmen „Ein andalusischer Hund“ (1929) und „Das goldene Zeitalter“ (1930) schuf er surrealistisch-avantgardistische – und skandalöse – Meisterwerke der Filmgeschichte. Die Geschichte hinter Buñuels drittem, dokumentarischem Film „Las Hurdes – Land ohne Brot“ über eine der ärmsten Gegenden von Spanien erzählt der Film „Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“: Der Animationsfilm ist eine dokumentarische Reise zu den Anfängen des Filmkünstlers Buñuel.

Der Film steht bis 29. Oktober in der Arte-Mediathek.

Buñuel im Labyrinth der Schildkröten
(Buñuel en el laberinto de las tortugas)
ESP/NLD/DEU 2018 R: Salvador Simó. Animationsfilm mit Dokumentarelementen. 73 Min.

Nach „Ein andalusischer Hund“ und „Das goldene Zeitalter“ war Luis Buñuel ein Star der surrealistischen Szene – und skandalträchtig. Für einen dritten Film fand er keinen Produzenten – bis der Bildhauer Ramón Acín im Lotto gewinnt. Und Buñuel für seinen dritten Film „Las Hurdes – Land ohne Brot“ in die verarmte spanische Region Extremadura ging, um das karge Leben der Bewohner zu dokumentieren.

Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel erzählt Salvador Simó in Animationsform eine faszinierende Episode der Filmgeschichte: Er verbindet Buñuels unorthodoxe, radikale filmische Methoden mit biografischen Elementen und baut echtes Filmmaterial vom damaligen Dreh mit ein. Er mischt Dokumentarisches – vieles ist belegt – und Fiktives – dies aber stets in Buñuels surrealistischem Geist: „Ein Stück Kinogeschichte, so bizarr wie die Werke seiner Protagonisten – und Animation ist die konsequenteste Art, sie zu erzählen.“ (epd Film)

„Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“ wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem in den hochrangigen Kategorien bei den spanischen Goya-Filmpreisen wie auch beim Animationsfilmfestival in Annecy.

Robert Hörr, Moderator des virtuellen Filmstammtischs, meint: „Gerade für die jüngeren Filmliebhaber/innen kann dieses Filmexperiment eine auch ästhetisch „kantige“ und auch teilweise verstörende Chance sein, sich einem Großen des Regiehandwerks zu nähern.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/083836-000-A/bunuel-im-labyrinth-der-schildkroeten/ (online bis 29.10.2021)

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