„Die Wirklichkeit ist seltsamer als die Dichtung, aber das liegt daran, dass die Dichtung sich an Wahrscheinlichkeiten halten muss, die Wirklichkeit nicht.“ (Mark Twain)

Wie der Leser vom „beschwörenden Raunen des erzählerischen Imperfekts“ (Thomas Mann, Zauberberg) verzaubert werden will, so möchte das Filmpublikum von einer gut erzählten Geschichte verführt werden, wobei der Bedarf an Geschichten unstillbar ist und die Erwartungen unendlich vielfältig.

Am Anfang eines Films steht die Plot-Idee, das Treatment, vielleicht sogar schon ein Drehbuch. Es muss erzählerisch kraftvoll sein, bereits Ansätze für eine filmische Umsetzung haben und vor allem einen Produzenten überzeugen, Geld in das Projekt zu investieren, oder – in Europa – eine Reihe von Förderkommissionen gewinnen.

Erfüllt das Drehbuch all diese Voraussetzungen und hat gegebenenfalls auch schon einige Überarbeitungsprozesse hinter sich, ist keineswegs sicher, dass die Intention des Autors umgesetzt wird, da das kreative Team um den Regisseur während der Dreharbeiten ständig Veränderungen daran vornehmen wird.

In 120 Jahren Filmgeschichte hat sich zudem das Erzählen von Geschichten gewandelt. Es ist komplexer und schwieriger geworden, einem Publikum immer wieder etwas Neues oder etwas Altes in neuer Form zu erzählen. Trotzdem scheint die Kreativität keine Grenzen zu kennen, denn immer wieder werden Plot-Twists erfunden, Geschichten rückwärts erzählt und neue Genremuster entwickelt.

In neun Vorträgen, einem Diskussionspanel und vier Filmsichtungen setzt sich das 33. Mannheimer Filmsymposium mit dieser komplexen Verwandlung vom Drehbuch zum Film auseinander. Ziel des diesjährigen Symposiums im CINEMA QUADRAT ist eine Sensibilisierung für die Qualität von Filmerzählungen und ein größeres Verständnis für die faszinierende Wirkung gelungener Filmkunstwerke.

33. Mannheimer Filmsymposium:
Magie des filmischen Erzählens -
Vom Drehbuch zum Film

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