Filmtricks und Special Effects in der filmischen Erzählung


veranstaltet von CINEMA QUADRAT e. V.

In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden:
BV kommunale Filmarbeit, Bundesverband Kinematografie (BVK), BV Filmschnitt Editor (bfs)


Wir alle wissen: Der Film als solcher beruht bereits auf einem „Trick“: Die Kamera nimmt statische Einzelbilder auf, die dann mit 18-25 Einzelbildern pro Sekunde in schneller Abfolge gezeigt werden. Aufgrund des Zusammenwirkens von stroboskopischer Bewegung und Nachbildwirkung (der sog. „Trägheit des Auges“) entsteht dadurch für das menschliche Auge die Illusion einer realen Bewegung. 

Da die Erzeugung von Illusionen immer eine Grundvoraussetzung des künstlerischen Mediums Film war, spielten Tricktechniken von Anfang an eine entscheidende Rolle. Zuschauer*innen wollten überrumpelt, verblüfft, erschreckt und zum Lachen gebracht werden oder in alltagsferne Fantasiewelten eintauchen. Mit der Weiterentwicklung des Films und den damit einhergehenden Veränderungen der Sehgewohnheiten des Publikums wurden die „Tricks“ dann im Laufe der Zeit immer subtiler und komplexer.  

Im Zuge der Digitalisierung entwickelte sich bereits seit Ende der 1970er Jahre eine eigene Industrie für VFX (Visual Effects) und SFX (Special Effects), die das Filmnarrativ grundlegend revolutionierten. Wenn man aber, wie im Blockbuster-Kino, primär auf die Wirkung spektakulärer Spezial- und Schaueffekte setzt, nutzen diese sich schnell ab. Daher kann das Interesse des Publikums nur wachgehalten werden, wenn Technik, Narration und Ästhetik einander ergänzen. Im Idealfall entstehen dann Filme, in denen Einblicke in existentielle Probleme durch Special Effects vertieft werden. Heute steht den  Magiern des Kinos ein gewaltiges Reservoir an filmischen Mitteln zur Verfügung, um ihre Imagination ins Bild zu setzen, meistens mit dem Ziel einer immer stärkeren Immersion der Zuschauer*innen – einer Art  technisch induzierter Magie, die zu einer grösseren Durchlässigkeit der physischen und psychischen Grenzen zwischen computergenerierten künstlichen Welten und realer Welt führen soll.

In den Symposien von Cinema Quadrat hat die Betrachtung von Einzelaspekten der Filmgestaltung Tradition. Auch unser 35. Symposium wird sich daher wieder einem solchen Einzelaspekt widmen, der Art und Weise nämlich, wie Tricks, Special Effects, Narration und Ästhetik einer illusionären Realität Glaubwürdigkeit verleihen. Darüber hinaus sollten die filmtheoretische Einordnung dieser Prozesse (Illusionismus vs. Realismus; Immersion vs. Dekonstruktion filmischen Erzählens) und der Blick auf die Zukunft nicht vergessen werden.

Wie immer sind wir gespannt auf Ihre/Eure Vorschläge für Vorträge zum Thema. Außerdem bitten wir um Vorschläge zu Filmen, die die „Magie der Illusion“ eindrucksvoll repräsentieren.

Ihre/Eure Antwort sollte uns bis zum 05. Mai 2021 erreichen über baer-manneim@t-online.de

AK Filmsymposium Cinema Quadrat e. V.