Female Gaze – Der weibliche Blick

Ausgehend von der Analyse eines „male gaze“ (männlicher Blick), wie ihn die feministische Filmwissenschaftlerin Laura Mulvey in ihrem 1975 erschienenen und bis heute beachteten Aufsatz „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ ausmachte und dem gesamten Hollywood-Kino bescheinigte, suchen wir einen „female gaze“, einen weiblichen Blick. Der Text von Mulvey gilt als theoretische Initialzündung für die Auseinandersetzung mit dem Thema. Mulvey beschreibt darin, dass Frauen in Filmen üblicherweise als das „Lustobjekt“ des „Starrens des männlichen Zuschauers“ gezeigt werden anstatt als autonome Subjekte. Frauen sind nach dieser, die patriarchalische Struktur in Gesellschaft und Filmbusiness angreifenden, Filmtheorie lediglich Objekte des Geschehens, des Voyeurismus der Zuschauer oder der Machtausübung vor und hinter der Kamera.

Die daraus resultierende Forderung nach einem neuen „female gaze“ war von Anfang an nicht einfach nur die Forderung nach einem Austausch der Positionen, also nach neuen Heldinnen à la Wonder Woman oder Lara Croft mit der Übergabe eines Staffelstabs vom einem Geschlecht zum anderen samt Weiterführung gefestigter, unterdrückender Strukturen, sondern vor allem nach einer Änderung der Blickrichtung. Dies beinhaltet eine Aufgabe der Subjekt (männlich)-Objekt (weiblich)-Struktur und damit eine Veränderung der Narrative wie auch der Bildgestaltung und Ästhetik. Dazu ist es notwendig, dass Frauen oder auch Männer mit einer entsprechenden Sensibilität sowohl bei der Produktion von Filmen wie auch im Erzählen diese Sache aktiv vertreten.

Die logische Konsequenz daraus ist – parallel zu Veränderungen in der Gesellschaft –, dass Frauen diese neu entstehende Perspektive fordern und erhalten, dass sie häufiger Schlüsselrollen besetzen und sich notfalls über Quotenregelungen und Forderungen nach mehr weiblicher Präsenz in Führungspositionen durchsetzen. Auch wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter noch ein fernes Ziel ist, gibt es bereits erfolgreiche Regisseurinnen, Schauspielerinnen, Kamerafrauen usw., die ihre weibliche Perspektive kreativ filmisch gestalten.

Die Erwartung ist, dass „female gaze“, der weibliche Blick, etwas Eigenes sein sollte, keine simple Übersetzung der Konventionen, sondern eine neue Perspektive auf die (Film)Welt.

Vielleicht gibt es auch Beispiele von Regisseuren, denen man einen female gaze zutrauen oder bescheinigen kann (z.B. François Ozon oder Pedro Almodóvar), wie es auch Regisseurinnen gibt, die perfekt die männlich dominante Karte ausspielen (z.B. Kathryn Bigelow)? Vielleicht gibt es aber auch keine signifikanten geschlechtsbezogenen Unterschiede und alle sind nur Individualisten? Aber auch das wäre in einer ergebnisoffenen Veranstaltung zum feministischen Kino ein bemerkenswertes Resultat.

Wir wollen eine Diskussion nach einer „weiblichen Ästhetik“ anstoßen, analog zu der bereits bestehenden Diskussion um eine „écriture feminine“ in der Literatur.

AK Filmsymposium im Cinema Quadrat

Veranstalet von::

CINEMA QUADRAT e. V.
In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden:
BV kommunale Filmarbeit, Berufsverband Kinematografie (BVK), BV Filmschnitt Editor (bfs)  

Veranstaltungsort

Cinema Quadrat
K1, 2, 68159 Mannheim

Preise

Dauerkarten 65,00 € (ermäßigt 55,00 €)
Frühbucher bei Anmeldung bis 15.09.
Dauerkarten 55,00 € (ermäßigt 50,00 €)
Tageskarte Freitag und Samstag 35,00 € (ermäßigt 30,00 €)
Tageskarte Sonntag 25,00 € (ermäßigt 20,00 €)

Filme / Einzelveranstaltungen 12,00 € (ermäßigt 8,00 €
Dokumentation: 10,00 €
Einzelkarten nur an der Kinokasse, keine Reservierungen

Der ermäßigte Preis gilt für Schüler/innen, Studierende, Inhaber eines Sozialpasses und Schwerbehinderte (50%) mit Ausweis, sowie für Mitglieder der kooperierenden Verbände und von Cinema Quadrat e. V.

Anmeldung

Die Anmeldung ist möglich mit dem Online-Anmeldeformular

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Cinema Quadrat Sparkasse Rhein-Neckar Nord
IBAN: DE57 6705 0505 0030 2033 21
BIC:MANSDE66XXX

Rückfragen

Peter Bär

Pressekontakt

Harald Mühlbeyer

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Programm

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