Die letzte AGENDA-21-Kinowoche fand vom 19.04. bis 25.04.2018 statt.
Die nächste AGENDA-21-Kinowoche findet voraussichtlich im April 2019 statt.

AGENDA 21 wurde vor über 10 Jahren ins Leben gerufen. Cinema Quadrat e.V. stellt seine Räumlichkeiten für das einwöchige Event zur Verfügung und kooperiert mit diverse lokale Gruppen, um globale Themen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Entstanden ist die Reihe bereits vor dreizehn Jahren im Rahmen der lokalen Agenda 21 in Mannheim. Dieses Aktionsprogramm wurde 1992 in Rio durch die UN beschlossen und war ein Meilenstein auf dem Weg zu den aktuellen Zielen nachhaltiger Entwicklung. Als Kooperationsprojekt wurden mittlerweile in 14 Staffeln weit über 100 Spiel- und Dokumentarfilme mit direkten Bezügen zur Nachhaltigkeit / Lokale Agenda 21 gezeigt.

Damit der Zuschauer mit seinen Eindrücken nicht alleine bleibt, geben die Filmgespräche im Anschluss an die Vorstellungen Raum die Themen und die lokalen Bezüge mit kompetenten Gesprächspartnern aus Mannheim und der Region gemeinsam zu diskutieren. Insgesamt 12 Vorstellungen umfasste die Agenda 21 Kino-Woche 2016, fünf davon wurden exklusiv für Schulklassen angeboten.

 Bei der lethten AGENDA-21-Kinowoche lief das folgende Programm:

Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz:


Liebe Kinofreundinnen und Kinofreunde,

 Kriege, Umweltkatastrophen, Flucht und Hunger prägen weite Teile der Erde. Die Welt scheint aus den Fugen geraten und für viele undurchschaubar, die „Globalisierung“ schreitet mit Riesenschritten voran und greift immer mehr in unser alltägliches Leben ein. Viele Menschen sehen in dieser Entwicklung Risiken und Gefahren und sind verunsichert. Sie suchen nach einfachen Antworten und verlieren sich dabei in einer Spirale aus Angst und Wut auf „die da oben“.

Immer mehr Akteure in Politik und Medien greifen diese Ängste auf und konkurrieren leider auch machtvoll und verantwortungslos um Rezepte zu mehr Populismus und Nationalismus. Es gibt aber keine einfachen Antworten.

Die Veranstalter der Agenda 21-Kinowoche sind sich ihrer Verantwortung bewusst, die globalen Herausforderungen anzunehmen und zu reflektieren. Deshalb lädt die Reihe wie jedes Jahr mit einer besonderen Auswahl von Filmen ein, sich mit politischen und sozialen Themen auseinanderzusetzen.

Das diesjährige Motto der Agenda 21-Kinoreihe heißt „Aufbrechen!“ – zum Beispiel Vorurteile aufbrechen, Schweigen aufbrechen, aufbrechen zu einem neuen Leben.

Sowohl bei den Vorstellungen für Schulklassen am Vormittag als auch im Anschluss an die Abendvorführungen besteht die Möglichkeit, mit qualifizierten Diskussionspartner*innen ins Gespräch zu kommen. Denn Ziel der Reihe ist es, Besucher* innen zu ermutigen, sich für Gerechtigkeit, Respekt und eine nachhaltige Entwicklung weltweit einzusetzen.

Vor mehr als zehn Jahren entstand die Reihe im Rahmen der lokalen Agenda 21 in Mannheim. Dieses Aktionsprogramm wurde 1992 in Rio durch die UN beschlossen und war ein Meilenstein auf dem Weg zu den aktuellen Zielsetzungen nachhaltiger Entwicklung. Das Filmprogramm trägt stets den unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit Rechnung. In diesem Jahr thematisiert das Programm den Aufbruch aus vorurteilsbeladenen, beengten oder gar quälenden und unmenschlichen Verhältnissen.

Sehr herzlich lade ich Sie dazu ein, die Agenda 21-Kinowoche zu erleben und die Möglichkeit zu nutzen, neue Perspektiven zu gewinnen.

Ihr Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister

Ort

Cinema Quadrat Mannheim, Collini-Center Foyer, Collinistraße 1, 68161 Mannheim

Die Agenda-Kinowoche ist eine Veranstaltung von

Amt der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Mannheim, Cinema Quadrat, Eine-Welt-Forum Mannheim e.V., Jugendkulturzentrum FORUM, KOSI.MA – Kompetenzzentrum zu sexuell übertragbaren Infektionen Mannheim, Kulturamt der Stadt Mannheim, KulturQuerQuerKultur Rhein-Neckar e.V., PLUS – Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V.

Fremde Tochter

Aufbrechen, um zusammen zu leben

Fremde Tochter

 DEU 2017. R: Stephan Lacant. D: Elisa Schlott, Hassan Akkouch, Heike Makatsch. 106 Min. FSK: k. A.

Lena, 17 Jahre, lebt im Plattenbau. Ihre Mutter hat gekündigt, weil der Chef sie angemacht hat. Lena muss als Putzfrau arbeiten. Dabei lernt sie Farid kennen – ein Moslem. Und plötzlich ist sie verliebt. Doch diese junge Liebe steht unter keinem guten Stern: Zum Islam hat Lena eine klare Haltung, nämlich Ablehnung – in ihrem Milieu sind Moslems grundsätzlich als Terroristen verschrien. Und für Farids Familie steht eine ernsthafte Beziehung zu einer Nicht-Muslima ganz außer Frage. Lena und Farid: Zwei Königskinder zwischen den Welten, gefangen zwischen Traditionen, Glauben, Widersprüchen und Vorurteilen.

FREMDE TOCHTER wurde in Mannheim gedreht – die Gegend um den Herzogenriedpark ist deutlich erkennbar. Doch Stephan Lacant setzt nicht auf Lokalkolorit, sondern erzählt eine universelle Geschichte von Vorurteilen und Verliebtheit. Sehr genau porträtiert er die unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Milieus, schildert das Ringen von Teenagern um einen Sinn im Leben, zeigt in einer reizvollen Mischung aus Sozialrealismus und Märchenhaftigkeit die Traditionen und Zwänge wie auch die Möglichkeiten, Grenzen zu durchbrechen. Das gilt in Mannheim wie überall auf der Welt.

Diskussionspartnerin:
Nuran Tayanc

Klassenstufe: Ab 9. Klasse
Unterrichtsfächer: Religion/Ethik, Gemeinschafts-/Sozialkunde, Deutsch
Themen: fremde Kulturen, Tradition, Jugend, Schwangerschaft, Vorurteile, sexuelle Belästigung, soziales Umfeld, Mannheim

Do. 19.04.2018, 09:00 Uhr (exklusiv für Schulklassen)

Free Lunch Society – Komm Komm Grundeinkommen

Aufbruch zu einer neuen Ordnung

Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen

AUT/DEU 2016. R: Christian Tod. Dokumentarfilm. 94 Min. FSK: 0

Globalisierung, Automatisierung, Donald Trump. Die Mittelschicht zerbricht. Man spricht zwar über die Ursachen, aber nicht über Lösungen. Zeit für ein komplettes Umdenken: Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, neoliberale Axt an der Wurzel des Sozialstaates oder sozialromantische linke Utopie? Je nach Art und Umfang zeigt das Grundeinkommen sehr verschiedene ideologische Gesichter. Entscheidend ist das eigene Menschenbild, welche Seite der Medaille man sieht: Inaktivität als süßes Gift, das die Menschen zur Faulheit verführt, oder Freiheit von materiellen Zwängen als Chance, für sich selbst und für die Gemeinschaft. Brauchen wir tatsächlich die Peitsche der Existenzangst, um nicht träge vor dem Fernseher zu verkommen? Gibt die Erwerbsarbeit nur deshalb unserem Leben Sinn und sozialen Halt, weil wir es seit Jahrhunderten nicht anders kennen und weil wir nie die Freiheit hatten, uns anders zu verwirklichen?

Christian Tod spricht mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Gründe für das Zerbrechen der Mittelschicht und mögliche Lösungsansätze – eben auch das Grundeinkommen, dessen Idee er rund um den Globus nachspürt.

Diskussionspartnerin:'
Lara-Leonie Nonhoff, Team Global

Klassenstufe: Ab 8. Klasse
Unterrichtsfächer: Gemeinschafts-/Sozialkunde, Wirtschaft
Themen: Gesellschaft, Konsum, Geldwirtschaft, Recht und Gerechtigkeit, Demokratie, Globalisierung, Digitalisierung, Arbeit
Begleitmaterial herunterladen bei www.schulkino.at (Presseheft)

Fr. 20.04.2018. 09:00 Uhr (exklusiv für Schulklassen)

Alles Gut

Aufbrechen und Ankommen in Deutschland

Alles gut

DEU 2016. R: Pia Lenz. Dokumentarfilm. 99 Min. FSK: 0

Djaner findet Deutschland toll, weil er hier nicht mehr verprügelt wird wie in seiner Heimat Mazedonien und endlich wie die anderen Kinder in die Schule gehen kann. Er, sein Bruder Mahmud und seine Mutter Alisa sind eine Familie der Roma und froh, dem Elend und der Diskriminierung entronnen zu sein.
In derselben Flüchtlingsunterkunft wie Djaner lebt der Familienvater Adel, der seine Familie aus Syrien nach langer Wartezeit hat nachholen können. Mit dabei ist seine elfjährige Tochter Ghofran, die Heimweh hat und ihre neue Umgebung erst vehement ablehnt. Während die Familie von Djaner einen Abschiebebescheid erhält, gibt es auch für die syrische Familie große Probleme, insbesondere bei der Wohnungssuche in Hamburg. Ghofran hat sich unterdessen mit den Sitten angefreundet und findet auch das Fahrradfahren für Mädchen nicht mehr frevelhaft.

Alles gut? Auch die Hilfsbereitschaft von Sozialarbeiter*innen kann gegen die institutionellen und gesetzlichen Hürden schwer ankommen.

Diskussionspartner*innen:
Jovica Arvanitelli, Landesverband der Sinti und Roma Baden Württemberg
Ali Ungan, Musiker und Mitbegründer der Orientalischen Musikakademie Mannheim (OMM)

Klassenstufe: Ab 5. Klasse
Unterrichtsfächer: Religion/Ethik, Gemeinschafts-/Sozialkunde, Deutsch, Erdkunde, Geschichte
Themen: Geflüchtete, Integration, fremde Kulturen, Migration, Politik, Pädagogik, Vorurteile
Begleitmaterial unter http://alles-gut-film.de/schulen/

Mo. 23.04.2018, 9:00 Uhr (exklusiv für Schulklassen)

Die göttliche Ordnung

Verkrustete Strukturen aufbrechen…

Die göttliche Ordnung

CHE 2017. R: Petra Biondina Volpe. D: Marie Leuenberger, Maximilian Simonischek, Rachel Braunschweig, Sibylle Brunner. 96 Min. OmdtU. FSK: 6

Erst seit 1971 dürfen Frauen in der Schweiz wählen - und der Weg dorthin war beschwerlich. Den Frauen war über das Eherecht systematisch der Zugang zu vielen Bereichen des Lebens verwehrt und sie waren dem Ehemann als Familienoberhaupt unterstellt.
DIE GÖTTLICHE ORDNUNG beruht zwar im Wesentlichen auf historischen Ereignissen, jedoch kommt die filmische Umsetzung dieses langwierigen gesellschaftlichen Prozesses als leichte Komödie daher.

Die Protagonistin Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und dem Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf in der Schweiz lebt. Eigentlich möchte Nora nach der Erziehungsphase nur arbeiten gehen, benötigt dazu jedoch 1971 noch die Zustimmung ihres Ehemannes. Der jedoch verpflichtet sie, sich um den Haushalt zu kümmern – wie es ihm laut Gesetz zusteht. Nora sucht dagegen Verbündete und engagiert sich schließlich – auch gegen den Widerstand anderer Frauen – im Kampf für die Einführung des Wahlrechts, gegen eine verstaubte Sexualmoral und für die Gleichstellung von Frauen.

Diskussionspartnerin:
Eva Schaab, Amt der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Mannheim

Klassenstufe: Ab 7. Klasse
Unterrichtsfächer. Geschichte, Deutsch, Politik, Sozialkunde, Religion/Ethik
Themen: Gleichberechtigung, Frauenbewegung, Emanzipation, Mut, Politik, Gender/Geschlechterrollen, Wahlrecht, Menschen- und Bürgerrechte.
Begleitmaterial herunterladen unter http://www.goettlicheordnung.de/#section4-point

Di. 24.04.2018, 09:00 Uhr (exklusiv für Schulklassen)

The End of Meat – Eine Welt ohne Fleisch

(Ernährungs-)Gewohnheiten aufbrechen

The End of Meat – Eine Welt ohne Fleisch

DEU 2017. R: Marc Pierschel. Dokumentarfilm. 96 Min. FSK: 0

Hamburger, Bratwurst, Schnitzel, Steaks gehören für die meisten Menschen in Deutschland fest zum Speiseplan – rund 60 Kilogramm Fleisch verzehren wir durchschnittlich pro Jahr. Doch Berichte über das Leiden in Massentierhaltung, Fleischskandale sowie die globalen Auswirkungen unseres Fleischkonsums auf Klimawandel oder die Abholzung des Regenwaldes stellen unsere Essgewohnheiten zunehmend in Frage: Vegane Restaurants boomen und selbst große Fleischkonzerne bieten mittlerweile pflanzliche Alternativen.

In seiner Dokumentation setzt Filmemacher Marc Pierschel nicht auf Schockbilder aus der Massentierhaltung, sondern beschäftigt sich differenziert mit den Auswirkungen unseres Hungers nach Fleisch, zeigt Alternativen auf und spricht weltweit mit Expert*innen: Eine Welt von Veganer*innen? Oder Fleisch aus dem Labor? Wie sähe das Leben aus in einer Welt ohne Fleisch?

Diskussionspartnerin:
Katrin Wenz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Agrarpolitik beim BUND

Klassenstufe: ab 7. Klasse
Unterrichtsfächer: Politik, Religion/Ethik, Biologie, Gemeinschafts-/Sozialkunde, Deutsch
Themen: Ernährung, Konsumverhalten, Tierhaltung, Lebensmittelproduktion, Verantwortung, Ökologie, Landwirtschaft, Handel
Begleitmaterial: https://schulkinowoche-bw.de/the-end-of-meat-2/

Mi. 25.04.2018, 09:00 Uhr (exklusiv für Schulklassen)