Die Agenda-21-Kinowoche 2020 musste leider aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen werden.

Wir hoffen auf mehr Glück im nächsten Jahr.

Programmiert waren die folgenden Filme:

Ort

Cinema Quadrat Mannheim, K1, 2, 68159 Mannheim

Die Agenda-Kinowoche ist eine Veranstaltung von

Cinema Quadrat; Eine-Welt-Forum Mannheim e.V.; Jugendkulturzentrum FORUM; Kulturamt der Stadt Mannheim; KulturQuerQuerKultur Rhein-Neckar e.V.; PLUS – Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar e.V.; Save Me Mannheim – Eine Stadt sagt ja; Stadt Mannheim, Fachbereich Demokratie und Strategie, Abteilung Gleichstellung

Nur eine Frau

„Heraus – Fordern – Handeln“: Selbstbestimmungsrecht einfordern

Nur eine Frau

DEU 2019. R: Sherry Hormann. D: Almila Bagriacik, Aram Arami, Merve Aksoy, Mehmet Atesci, Samir Fuchs, Özgür Karadeniz. 96 Min. FSK: 12

 

Erinnern Sie sich? Ein Mann erschießt eine Frau in Berlin auf offener Straße. Die Kugeln treffen sie ins Gesicht. Der Täter: ihr Bruder. Hatun Ayanur Sürücü, eine junge deutsch-kurdische Frau, Mutter eines Sohnes, Tochter und Schwester, wird Opfer eines sogenannten „Ehrenmords“, da ihr Streben nach individuellem Glück und persönlicher Freiheit mit dem patriarchalischen Ehrenkodex ihrer Familie kollidierten.

Der Film zeichnet den Lebensweg der Getöteten und ihr Streben nach einem autonomen Lebensstil nach und setzt dabei ungewöhnliche Stilmittel ein. Aus dem Off kommentiert die Protagonistin selbst ihre Geschichte und das Verständnis ihres Umfelds von „Ehre“. Szenen aus realen Homevideos zeigen Momentaufnahmen aus dem Leben von Hatun Ayanur Sürücü. Zudem werden grafische Elemente genutzt, um z. B. die Tatbestandsmerkmale des Bundeskriminalamtes von dem sogenannten »Ehrenmord“ darzustellen.

Mit 15 Jahren wird Hatun vom Gymnasium genommen und in der Türkei zwangsverheiratet. Ihr Mann ist gewalttätig, und sie ist nicht bereit, ihr Schicksal anzunehmen. Hochschwanger kehrt sie nach Deutschland in ihr Elternhaus zurück. Doch nun nimmt die Tragödie ihren Lauf. Denn den Ehemann zu verlassen bedeutet einen Bruch mit der Tradition - und dies heißt Schande über die Familie zu bringen.

Die innere Zerrissenheit der Protagonistin wird ebenso beleuchtet wie die juristisch schwierige Aufarbeitung des Falls. Im Vordergrund steht jedoch nicht das Leiden der jungen Frau, sondern das eigenständige Leben, das sie . Der Film ist trotz seiner Tragik vor allem eine Hommage an die ungeheure Stärke und den Mut einer jungen Frau, die für ihre Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung kämpfte und dafür mit dem Leben bezahlte.

 

Gesprächspartnerin:

Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Mitarbeiterin der Beratungsstelle YASEMIN, Evangelische Gesellschaft Stuttgart. YASEMIN berät Mädchen und junge Frauen, die von Gewalt im Namen der „Ehre“,  Zwangsverheiratung und / oder weiblicher Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind.

 

Unterrichtsfächer:

Deutsch, Religion, Ethik, Sozialkunde, Politik, Kunst, fächerübergreifend: Demokratieerziehung, Bildung zur sexuellen Selbstbestimmung

 

Themen:

Familie, Islam, Diskriminierung, Ehrenmord, Emanzipation, Frauenrechte, Identität, Integration, Mädchen und Frauen, Rollenbilder, Tod/Sterben, Werte

 

Pädagogisches Begleitmaterial:

https://www.visionkino.de/fileadmin//user_upload/filmtipps/begleitmaterial/NUR_EINE_FRAU_Schulmaterial.pdf


Do. 12.03.2020,10:00 Uhr exklusiv für Schulklassen,; ab 9. Klasse

Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier

„Heraus – Fordern – Handeln“: Herausforderung Konsumverhalten

Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier

AUT 2018. R: Florian Weigensamer, Christian Krönes. Dokumentarfilm. 92 Minuten., OmU, FSK: 6

„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur jene betreten, die unbedingt müssen. Die Deponie von Agbogbloshie ist Endstation für Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausrangierte Computer, Monitore, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus einer weit entfernten, elektrifizierten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher.

Die Nachfrage nach den neusten elektronischen Accessoires in der Ersten Welt explodiert. Doch diese Lifestyle-Produkte sind oft schon nach kurzer Zeit wieder „out“ und damit Schrott. Hunderttausende davon landen in Ghana, wo Kinder und Jugendliche den Elektroschrott unter freiem Himmel zerkleinern. Durch das Schmelzen alter Kabel in pechschwarzen Rauchwolken werden neue Rohstoffe gewonnen. Für die einen ein „sauberes“ Geschäft, für die anderen giftiger Alltag.

Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen.

Die Protagonisten geben einen vertiefenden Einblick in das Leben und Arbeiten an diesem apokalyptischen Ort. Die riesige Müllhalde wird zum Vexierbild unserer modernen Zivilisation, kurzlebige Technik zur Metapher einer kapitalistischen Luxus- und Wegwerfgesellschaft. Sodom ist zwar einer der unwirtlichsten Orte unseres Planeten, aber auch ein wunderbares Universum aus Einfallsreichtun, Phantasie und menschlichem Geschick.

Die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes beschränken sich darauf, die Kamera langsam über dieses Albtraumszenario aus Feuer, Hitze und Gift gleiten zu lassen, um einen Ort zu enthüllen, der ebenso real wie surreal ist. Gerade deswegen steckt in diesen epischen Bildern der Hölle auf Erden auch ein Moment der Emanzipation und der Utopie.

Diskussionspartner/in: NN
Schulfächer: Wirtschaft, Politik, Erdkunde, Ethik, Englisch
Themen:  Globalisierung, Ausbeutung, Umwelt, Recycling, Afrika, Elektroindustrie, Elektroschrott, Ethik, Armut, Migration, Gender/Geschlechterrollen, Homosexualität, Filmsprache
Begleitmaterial: http://www.welcome-to-sodom.de/#presse

Die Vorstellung muss leider ausfallen.

Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

„Heraus – Fordern – Handeln“: Die Häuser denen, die drin wohnen?

Push – Für das Grundrecht auf Wohnen

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SWE 2019. R: Fredrik Gertten. Dokumentarfilm. 92 Min. MehrsprOmdtU. FSK: 0

PUSH, der neue Dokumentarfilm vom vielfach ausgezeichneten Regisseur Fredrik Gertten (Bananas!* / Bikes vs Cars) untersucht, warum wir es uns nicht mehr leisten können, in unseren Städten zu wohnen.

Der Film folgt Leilani Farha, der UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, wie sie die Welt bereist, um herauszufinden, wer aus der Stadt gepusht wird und warum. „Ich glaube, es gibt einen Riesenunterschied zwischen Wohnen als Handelsware und Gold als Handelsware. Gold ist kein Menschenrecht, Wohnen schon“, sagt Leilani. Eine Unterkunft ist ein fundamentales Menschenrecht, eine Voraussetzung für ein sicheres und gutes Leben. Aber in Städten weltweit werden die Chancen auf bezahlbare Wohnungen immer schwieriger. Wer sind die Akteure und was sind die Faktoren, die Wohnraum zu einem der größten Probleme der heutigen Zeit machen?

PUSH wirft ein Licht auf eine neue Art des anonymen Hausbesitzers, auf unsere immer weniger bewohnbaren Städte und eine eskalierende Krise, die uns alle betrifft. Dies alles sei längst nicht mehr als ‚Gentrifizierung‘ zu beschreiben – diese These wird in Interviews mit dem Mafia-Kritiker Roberto Saviano, dem Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz und der Soziologin Saskia Sassen vertieft: Übereinstimmend stellen sie dar, dass die Prozesse der Gentrifikation nur die Spitze eines Eisbergs sind und das eigentliche „Monster“ (so Sassen) die auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten um den Erdball ziehenden Ströme des deregulierten Finanzkapitals sind.

Diskussionspartnerin: Ursula Jochim, FairMieten – Gegen Mietwucher in der Neckarstadt; pädagogische Fachkraft an der IGS-Ernst Bloch Ludwigshafen
Schulfächer: Gesellschaftskunde/Sozialkunde, Politik, Erdkunde, Wirtschaft
Themen: Wohnen, Stadtentwicklung, Miete, Aufgaben des Sozialstaats, Vereinte Nationen, Bevölkerungsentwicklung, Ökonomie, politischer Aktivismus

Begleitmaterial: Presseheft: https://filme.kinofreund.com/file/d/WHCO0V6I1S6ET81X?dl=1
Webseite: https://mindjazz-pictures.de/filme/push-fuer-das-grundrecht-auf-wohnen/

Die Vorstellung muss leider ausfallen.

Klasse Deutsch

„Heraus – Fordern – Handeln“: Junge Held*innen fordern heraus

Klasse Deutsch

DEU 2018. R: Florian Heinzen-Ziob. Dokumentarfilm. 92 Min. FSK: 6

In der Schulklasse B206 ist vieles anders: Denn nur zwei Jahre hat die Lehrerin Ute Vecchio Zeit, um Kinder, die aus dem Ausland neu nach Deutschland gekommen sind, auf das deutsche Schulsystem vorzubereiten. Dabei fängt sie oft mit den einfachsten Dingen an, wie dem Unterschied zwischen „finden“ und „erfinden“ und wer eigentlich Bastian Schweinsteiger ist. Doch so unterschiedlich die Länder und Kulturen sind, aus denen die Kinder kommen, so vielschichtig sind auch die Herausforderungen für Ute Vecchio, die sie mit viel Leidenschaft angeht. Da gibt es zum Beispiel die ehrgeizige und resolute Pranvera, die regelmäßig beim Armdrücken gegen die Jungs gewinnt, aber erleben muss, wie ihre beste Freundin abgeschoben wird. Ferdi hingegen hat nur vier Monate Zeit, den Schulstoff aus vier Jahren nachzuholen, um so seinen Traum von einem Job als Automechaniker doch noch wahr werden zu lassen. Auch der fröhliche Kujtim hat in seinem bewegten Leben vier Sprachen gelernt, kann aber keine einzige schreiben. Somit steht Ute Vecchio vor einer vielseitigen Mammutaufgabe. Zusammen mit Kindern aus aller Welt durchleben die Kinozuschauer*innen den turbulenten Schulalltag mit der kniffligen deutschen Sprache. Wer wünscht sich da nicht genau so eine Lehrerin wie die charismatische Kölnerin Ute Vecchio!

Diskussionspartner*in: NN

Fächer: Deutsch, Deutsch als Fremdsprache, Pädagogik, Psychologie, Gesellschaftskunde/Sozialkunde
Themen: Migration, Schule, Lernen, Spracherwerb, fremde Kulturen, Integration, multikulturelle Gesellschaft, Familie, Toleranz
Begleitmaterial: http://www.download.wfilm.de/klasse_deutsch/wfilm_klassedeutsch_schulmaterial.pdf

Die Vorstellung muss leider ausfallen.

Climate Warriors – Der Kampf um die Zukunft unseres Planeten

„Heraus – Fordern – Handeln“: Herausforderung Energiewende

Climate Warriors – Der Kampf um die Zukunft unseres Planeten

DEU 2018. R: Carl-A. Fechner. Dokumentarfilm. 90 Min. FSK: 6

Wie kann die globale Energiewende gelingen?

100 Prozent erneuerbare Energie – das ist technisch längst möglich. Doch weltweit stockt der Umbau in der Energiewirtschaft und weiterhin setzen viele Länder auf Kernenergie und Strom aus Kohle.. Regisseur Carl-A. Fechner trifft für diesen Dokumentarfilm Prominente, Politiker*innen und engagierte Mitmenschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Sie alle kämpfen als „Climate Warriors“ für ein gemeinsames Ziel: eine saubere, gerechte und sichere Welt durch erneuerbare Energien. Dazu gehört auch eine junge Generation von Climate Warriors wie der charismatische Xiuhtezcatl Martinez, der sich als Aktivist und Hip-Hop-Künstler für die Zukunft unseres Planeten stark macht.

Mit ermutigenden Beispielen zeigt dieser Film auf, dass es eine Graswurzelbewegung vieler Menschen weltweit braucht, um die Energiewende voran zu treiben und politische Rahmensetzungen zu beeinflussen – entgegen aller Widerstände. Eine globale Veränderung kann nur durch eine Bewegung von unten entstehen!

Diskussionspartner*innen: Pedro Coña Caniullan & Sabine Schielmann, INFOE - Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. / Bildung trifft Entwicklung .
Fächer: Biologie, Erdkunde, Gesellschaftskunde/Sozialkunde, Politik
Themen: Ökologie, Energie, Klimaschutz, Umweltschutz, Politik, Gesellschaft, Aktivismus, Fridays for Future

Begleitmaterial:
Presseheft: https://www.wfilm.de/download-document?documentfile.id=694
Homepage: https://www.wfilm.de/climate-warriors/

Die Vorstellung muss leider ausfallen.