Jean-Luc Godard spielt Jean-Luc Godard: Einen einstmals großen Regisseur, der nun in der Psychiatrie sitzt und von einem großen Beethoven-Film träumt. Seine Nichte Carmen luchst ihm den Schlüssel für sein Haus am Meer ab, angeblich für ein Filmprojekt, tatsächlich für einen Überfall. Der geht schief, Carmen verliebt sich ein einen Polizisten und hat einen neuen Coup vor: Entführung getarnt als Filmdreh im Luxushotel. Onkel Jeanot, der Carmen begehrt, soll (scheinbar) Regie führen…

Entlang von Beethoven-Streichquartetten und lose angelegt an den „Carmen“-Stoff konstruiert Godard eine wilde Story um terroristische Verbrechen, amour fou, erotische Fantasien, vorgetäuschte Dreharbeiten; und fügt ein selbstironisches Statement zur Stellung des Künstlers als alter Mann hinzu. Ab 1968 hatte sich Godard dem Anti-Film verschrieben, in den 1970ern mit dem neuen Video-Medium experimentiert, Anfang der 1980er kehrte er – erfolgreich – zum Kino zurück: „Widerstands-Werke eines Monomanen, der zertrümmern muss, um hervorzubringen, eines Puritaners, der dem am tiefsten misstraut, was ihn am stärksten fasziniert, den Bildern und Wörtern.“ (Urs Jenny im Spiegel, 1984). VORNAME CARMEN erhielt den Goldenen Löwen von Venedig.

18. Mannheimer Filmseminar

Vorname Carmen – Prénom Carmen

(Prénom Carmen)

FRA 1983 R: Jean-Luc Godard.. D: Maruschka Detmers, Jacques Bonnaffé, Myriem Roussel, Jean-Luc Godard. 81 Min. DF.

FSK: 16

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Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit.