Thema: Carlos Saura – „Züchte Raben“

Filmdiskussion via Zoom

Carlos Saura gilt als einer der wichtigsten spanischen Regisseure. Er setzte sich mit seinen filmischen Parabeln in den 1960ern und 1970ern intensiv mit dem Franco-Regime und den gesellschaftlichen Zerfallserscheinungen der spätfaschistischen Zeit auseinander; seine Filme sind aber auch heute noch als genaue Betrachtungen menschlichen Mit- und Gegeneinanders gültig. In einer kleinen Filmschau würdigt Arte den Filmemacher mit vier seiner Werke.

Beim virtuellen Filmstammtisch am 27. Mai wollen wir gemeinsam mit Ihnen insbesondere den vielfach (unter anderem in Cannes) ausgezeichneten Film „Züchte Raben“ von 1975 thematisieren, wobei auch „Die Jagd“ (1965, eine schwarze Politparabel im neorealistischen Stil), „Pfefferminz Frappé“ (1967, ein Filmdrama um unterdrückte Sexualmoral) und „Anna und die Wölfe“ (1973, ein Abgesang auf die bürgerliche Gesellschaft) in das Filmgespräch mit aufgenommen werden können.

Die Moderatoren Cosima Besse und Peter Bär empfehlen, insbesondere „Züchte Raben“ vorab in der Arte-Mediathek zu sichten; aber, so Peter Bär: „Alle Filme sind sehr gut und hochinteressant, sie blicken in unterschiedlichen Stilen auf die Gesellschaft der späten Franco-Jahre“.


Züchte Raben
(Cría cuervos)
ESP 1975. R: Carlos Saura. D: Geraldine Chaplin, Ana Torrent, Mónica Randall. 106 Min.

Die achtjährige Ana lebt spielerisch in ihrer Fantasiewelt. Als sie den qualvollen Krebstod ihrer Mutter erleben muss, gibt sie dem Vater die Schuld. Sie schüttet Backpulver, das für Ana ein tödliches Gift darstellt, in die Milch des Vaters – als dieser bei einem Seitensprung an einem Herzinfarkt stirbt, muss sie sich mit ihrer „Tat“ auseinandersetzen. Mit ihren Schwestern wird die verwaiste Ana fortan von ihrer strengen, gefühlskalten Tante großgezogen. In einer Dose besitzt Ana noch immer ihr magisches Backpulver-Gift…

Erzählt aus der Sicht der erwachsenen Ana blickt Carlos Saura in „Züchte Raben“ auf seine Gegenwart im Spanien Mitte der 1970er Jahre, in der eine entwurzelte Generation aufwächst. Der Film ist eine Allegorie auf die marode gewordene Utopie des Großbürgertums und zugleich die surreal-poetische Schilderung einer Kindheit.

Carlos Saura, geboren 1932, ist einer der großen europäischen Regisseure, der mit den vier Filmen in der Arte-Mediathek wiederentdeckt werden kann. Als Vertreter des Nuevo Cine Español reagierte er mit seinen politisch-gesellschaftlichen Filmen auf das faschistische Franco-Regime. Nach Francos Tod und dem Verschwinden der Zensurvorgaben fokussierte sich Saura ab Anfang der 1980er (und bis heute) auf eine andere Art der filmischen Ergründung dessen, was Spanien ausmacht: beispielsweise mit sinnlich-emotionalen Filmen über Flamenco, Tango und spanische Künstler.

Bitte sichten Sie den Film „Züchte Raben“ vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/002549-000-A/zuechte-raben/ (online bis 31.10.)

Zur Vertiefung empfehlen wir auch folgende Filme:

„Die Jagd“: https://www.arte.tv/de/videos/101995-000-A/die-jagd/ (online bis 31.10.)

„Pfefferminz Frappé“: https://www.arte.tv/de/videos/101996-000-A/pfefferminz-frappe/ (online bis 31.10.)

„Anna und die Wölfe“: https://www.arte.tv/de/videos/101994-000-A/anna-und-die-woelfe/ (online bis 31.10.)

Moderation: Cosima Besse und Peter Bär

Do. 27.05.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Thema: Carlos Saura – „Züchte Raben“

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