Alice: 39 Jahre, Single, arbeitslos. Sie ist freiberufliche Redakteurin, krebst herum zwischen Jobabsagen und Bewerbungstraining und lebt von Benzingutscheinen, die sie in obskuren Marktforschungsprojekten bekommt. Und immer bemüht sie sich verzweifelt, nach außen als erfolgreiche Freelancerin zu erscheinen. Bis alles zusammenkracht, nicht nur der Vorderzahn (und ihre Krankenversicherung ist natürlich schon lange perdu).

Das Leben als „Reise nach Jerusalem“: Wie im Kindergeburtstagsspiel, bei dem einem immer der letzte Platz weggeschnappt wird, gerät Alice immer tiefer in Erniedrigung und Selbstdemütigung. Lucia Chiarla, 2005 aus Italien nach Berlin gezogen, hat ihren Film ohne Förderung, mit geringem Budget und hohem Eigenengagement gedreht – man kann nur ahnen, dass die Regisseurin weiß, wovon sie erzählt: „Ein großartig gruseliges Drama mit einer grandiosen Eva Löbau.“ (Süddeutsche Zeitung)

Migration: Mutter starker Filme

Reise nach Jerusalem

DEU 2018 R: Lucia Chiarla. D: Eva Löbau, Veronika Nowag-Jones, Axel Werner, Beniamino Brogi. 119 Min.

FSK: 6