Murer – Anatomie eines Prozesses

Er war der „Schlächter von Vilnius“: Franz Murer war der Hauptverantwortliche dafür, die litauische Hauptstadt „judenfrei“ zu machen. Die jüdische Bevölkerung von 80.000 Personen sank zwischen 1941 und 1943 auf 600. In Litauen wurde er wegen Mordes verurteilt – zu fünf Jahren Haft. Unter der Auflage, dass ihm später in Österreich der Prozess gemacht wird. Dies erfolgte allerdings erst 1963, auf Druck von Simon Wiesenthal. Überlebende des Massenmordes reisten als Zeugen an – und Franz Murer, als Großbauer und Lokalpolitiker ein geachteter Mann in Graz, wurde unter dem Beifall der Bevölkerung freigesprochen. Christian Frosch inszeniert ausgehend von den Gerichtsprotokollen diesen größten Justizskandal Österreichs als intensives Kammerspiel und beleuchtet die politischen Strategien und Hintergründe des Urteils.

Ausgezeichnet als bester österreichischer Film beim Grazer Filmfestival Diagonale.

Neu in Mannheim

Murer – Anatomie eines Prozesses

UT/LUX 2018 R: Christian Frosch. D: Karl Fischer, Karl Markovics, Alexander E. Fennon, Ursula Ofner-Scribano, Melita Jurišić. 110 Min. OmdtU.

FSK: k. A.