An Elephant Sitting Still

In der nordchinesischen Stadt Manzhouli soll es einen Elefanten geben, der einfach nur dasitzt und die Welt ignoriert. Das wird zur fixen Idee für die Helden dieses Films, zum erhofften Ausweg aus der Abwärtsspirale, in der sie sich befinden. Da ist der Schüler Bu, der auf der Flucht ist, nachdem er den Schulhofschläger Shuai die Treppe hinuntergestoßen hat. Dann seine Mitschülerin Ling, die mit ihrer Mutter bricht und sich von ihrem Lehrer umgarnen lässt, und Shuais älterer Bruder Cheng, der sich für den Suizid eines Freundes verantwortlich fühlt. Schließlich Herr Wang, ein rüstiger Pensionär, dessen Sohn ihn in ein Heim verfrachten will. In virtuosen Bildkompositionen erzählt der Film einen einzigen spannungsgeladenen Tag vom Morgengrauen bis zum Abend, wenn endlich der Zug nach Manzhouli abfahren soll. „Der beste Film der Berlinale“, feierte artechock.de dieses Meisterwerk in epischem Ausmaß – und wer sich auf dieses fast vierstündige Porträt einer egoistischen Gesellschaft einlässt, wird emotional reich belohnt. Für Hu Bo war sein elektrisierendes Regiedebüt zugleich sein Testament: Er hat sich im Oktober 2017 mit 29 Jahren das Leben genommen.

Neu in Mannheim

An Elephant Sitting Still

(Da xiang xi di er zuo)

CHN 2018 R: Hu Bo. D: Zhang Yu, Peng Yuchang, Wang Yuwen, Liu Congxi. 230 Min. OmdtU.

FSK: k. A.