Es fehlt im Lockdown nicht an Filmen, es fehlt an Kino. Es fehlt an gemeinsamen Seherfahrungen und den Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen. Es fehlt an Diskussionen über Filme und deren Bezug zur Wirklichkeit der Welt um uns.

Ab 18. Februar bietet Cinema Quadrat, das Kommunale Kino Mannheims, jeweils donnerstags im Zweiwochenrhythmus eine Reihe mit öffentlichen, virtuellen Filmstammtischen an, bei denen wir als Kinomacher ins Gespräch kommen wollen mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus. Vor jedem Termin wird Cinema Quadrat über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen Film zur Sichtung empfehlen, der dann über das Videokonferenzdienst Zoom diskutiert werden kann. Die Teilnahme an den virtuellen Filmstammtischen ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

 

Thema: "Wie weit ist es noch?" und "Touristen" – Reisen und Filmkunst

Filmdiskussion via Zoom

Bis wir wieder wirklich reisen können, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Cinema Quadrat will die Zeit bis dahin ein wenig verkürzen und lädt zum Filmstammtisch am 15. April ein. Diskutiert werden zwei besondere Reisefilme aus Südamerika, die das Thema mit den Mitteln des Spielfilms angehen. „Wie weit noch?“ / „Qué tan lejos“ aus Ecuador von Tania Hermida und „Touristen“ / „Touristas“ aus Chile von Alicia Scherson bieten starke Darstellerinnen und zeigen, wie Reisen den Horizont erweitert. Moderator Jost Henze dazu: „Ihre Filme sind intelligente Reflektionen des Unterwegssein und für uns kleine Fluchten in ihre Welt.“

Die Filme stehen kostenpflichtig auf der Streamingplattform filmingo bereit; für den virtuellen Filmstammtisch genügt die Sichtung eines der beiden Filme.

1. Qué tan lejos / Wie weit noch?
ECU 2006. R: Tania Hermida. D: Tania Martinez, Cecilia Vallejo, Pancho Aguirre, Fausto Miño. 91 Min.

Die Spanierin Esperanza durchreist Ecuador auf touristischen Pfaden; Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt, und will ihren Geliebten davon abhalten, eine andere zu heiraten. Beide begegnen sich im Bus Richtung Cuenza, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Auf der Fahrt durch die faszinierende Bergwelt und zur Küste lernen sie sie einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen.

„Qué tan lejos“ wurde zum erfolgreichsten Film Ecuadors.

Bitte sichten Sie den Film vorab über die Streamingplattform „filmingo“ zum Preis von 6 Euro: https://www.filmingo.ch/de/films/35-que-tan-lejos

2. Turistas / Touristen
CHL 2009. R: Alicia Scherson. D: Aline Küppenheim, Marcelo Alonso, Diego Noguera. 105 Min.

Carla ist Biologin, 37 Jahre alt, verheiratet, vielleicht schwanger, unterwegs in die Sommerferien: Eigentlich sollte sie glücklich sein. Auf der Fahrt in den Urlaub ist eigentlich alles gut – doch eine Kleinigkeit verändert die Stimmung grundlegend. Vielleicht will Carla gar nicht neben ihrem Mann im Auto sitzen, sondern mit dem Rucksacktouristen Ulrik an der Landstraße stehen, vielleicht will sie nicht zum Wasserscooter-Fahren ans Meer fahren, sondern im Nationalpark zelten? Carla wird jedenfalls von ihrem Mann am Straßenrand stehengelassen und muss sehen, wie sie zurückfindet. Weniger nach Santiago als zu sich selbst.

Bitte sichten Sie den Film vorab über die Streamingplattform „filmingo“ zum Preis von 6 Euro: https://www.filmingo.ch/de/films/34-turistas

„Qué tan lejos“ von Tania Hermida wie auch „Turistas“ von Alicia Scherson

werden über die Streamingplattform „filmingo“ vom Schweizer Kinoverleih Trigon kostenpflichtig für jeweils 6 Euro im spanischen Original mit deutschen Untertiteln bereitgestellt. Trigon ist seit vielen Jahren einer der wichtigsten Filmverleihe für südamerikanisches Kino. Wenn Sie Filme über seine Plattform „filmingo“ abrufen, tragen Sie mit ihrer Zahlung dazu bei, dass lateinamerikanische Filme nach der Pandemie wieder im Kino möglich sein werden.

Wenn Ihnen zwei Filme zu viel sind, können Sie gerne auch nur einen Film sehen und mitdiskutieren. Moderator Jost Henze freut sich auf einen regen Austausch, gerne auch im Lichte eigener Reiseerfahrungen.

Moderation: Jost Henze

Do. 15.04.2021, 19:30 Uhr

Thema: Erinnerungsräume

Filmdiskussion via ZOOM

Welche Gestalt nehmen Erinnerungen an? Wo speichern wir sie ab? Wo können wir ihnen wieder begegnen? Welche Rolle spielen dabei (physische) Räume? Wem gewähren wir Eintritt in diese privaten Winkel?

Anhand von zwei Beispielen – dem Spielfilm „Neun Tage im Winter“ und der Serie „In Therapie“ – wollen die Moderatoren Cosima Besse und Peter Bär beim virtuellen Filmstammtisch am 29. April zum gemeinsamen Austausch über diese Fragen kommen. Ausgehend von der persönlichen Reise eines Schriftstellers in sein Elternhaus und damit in seine eigene Vergangenheit sowie von den Dialogen zwischen Patienten und ihrem Psychotherapeuten sollen gemeinsam Zugänge zu den Erinnerungsräumen der Protagonisten gefunden werden.

Der Film wie die Serie können in der Arte-Mediathek gesichtet werden. Der virtuelle Filmstammtisch erfolgt über das Videokonferenzsystem Zoom, die Teilnahme ist kostenlos.

1. Neun Tage im Winter
FRA 2015. R: Alain Tasma. D: Robinson Stévenin, Catherine Hiegel, Patrick Mille. 94 Minuten.

Als einzelgängerische Schriftsteller Aurélien erfährt, dass seine Eltern an den Folgen eines Autounfalls verstorben sind, fährt er in die Bretagne, um den Verkauf seines Elternhauses zu regeln. Der neuntägige Besuch in der alten Heimat und die Begegnungen mit alten Bekannten konfrontiert ihn mit Erinnerungen an seine Jugend, die ihn mehr als gewollt – oder geahnt – aufwühlen.

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/057875-000-A/neun-tage-im-winter/ (bis 19. Juni)

2. In Therapie
Fernsehserie, FRA 2020. R: Olivier Nakache, Eric Toledano u. a. D: Frédéric Pierrot, Mélanie Thierry u.v.a. 35 Folgen à ca. 25 Minuten

Passend zum Thema empfehlen wir nochmals die Serie „In Therapie“, konzipiert unter anderem von Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“). In den Wochen nach den Terroranschlägen von Paris vom November 2015 empfängt ein Psychotherapeut jede Woche fünf Patienten in seiner Praxis. So kurzweilig wie fundiert geht die Serie auf ihre Protagonist*innen ein und zeigt die Aufarbeitung persönlicher wie gesellschaftlicher Krisen.

Bitte sichten Sie die Serie vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/RC-020578/in-therapie/ (online bis 27. Juli)

Moderation: Cosima Besse und Peter Bär

Do. 29.04.2021, 19:30 Uhr