Es fehlt im Lockdown nicht an Filmen, es fehlt an Kino. Es fehlt an gemeinsamen Seherfahrungen und den Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen. Es fehlt an Diskussionen über Filme und deren Bezug zur Wirklichkeit der Welt um uns.

Ab 18. Februar bietet Cinema Quadrat, das Kommunale Kino Mannheims, jeweils donnerstags im Zweiwochenrhythmus eine Reihe mit öffentlichen, virtuellen Filmstammtischen an, bei denen wir als Kinomacher ins Gespräch kommen wollen mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus. Vor jedem Termin wird Cinema Quadrat über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen Film zur Sichtung empfehlen, der dann über das Videokonferenzdienst Zoom diskutiert werden kann. Die Teilnahme an den virtuellen Filmstammtischen ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

Thema: Kollektiv – Korruption tötet

Dokumentarfilm, ROM 2019. R: Alexander Nanau. 109 Min, .Filmdiskussion vvia Zoom

Beim ersten Filmstammtisch am Donnerstag, 18. Februar, um 19:30 Uhr diskutieren wir den rumänischen Dokumentarfilm „Kollektiv – Korruption tötet“, der nach seiner Premiere beim Filmfestival von Venedig zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, unter anderem den Europäischen Filmpreis, und der von Rumänien als Kandidat für die Oscarverleihung 2021 eingereicht wurde.

Der Film behandelt die Skandale, die einer Brandkatastrophe in einer Bukarester Diskothek 2015 folgten und 2016 zum Sturz der Regierung führten. Insgesamt starben 64 Menschen – aber nur 28 davon wegen des Feuers. Schlimmer noch waren Krankenhauskeime: Und erst nach investigativen Recherchen von Journalisten war klar, dass in einem engen Geflecht aus Gier und Korruption der Pharmahersteller seine Desinfektionsmittel bis zur Wirkungslosigkeit verdünnt hatte. Der Film, laut Indiewire „einer der besten Journalistenfilme aller Zeiten“, kann bis 22. Februar in der ARD-Mediathek gesehen werden. Cinema Quadrat-Mitarbeiter Jost Henze, der den Filmstammtisch moderieren wird, meint: „Wäre Kino möglich und der Film im Verleih gewesen, hätte er ins Kino gehört. Jetzt befindet er sich in den Tiefen der ARD-Mediathek, kann so immerhin gestreamt werden und wir freuen uns, mit diesem tollen Kinofilm unseren Filmstammtisch zu eröffnen.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der ARD-Mediathek: https://www.mdr.de/tv/programm/sendung907632.html (online bis 22. Februar)

Informationen zum Film:https://de.wikipedia.org/wiki/Colectiv 
Kritik der Süddeutschen Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/kultur/colectiv-dokumentarfilm-rumaenien-oscars-alexander-nanau-1.5177747

Moderation: Jost Henze

Do. 18.02.2021, 19:30 Uhr

Thema: Starke Frauen eines bewegten Jahrhunderts

Dieser Abend widmet sich den ikonischen Lebenswegen starker Frauen und ihrenDarstellungen im Film. Es geht um Errungenschaften und Erwartungen und um den Balanceakt zwischen Kunst und Karriere, politischem Engagement und quälender Selbstbefragung, Alltag und Exzess.

1. Nico, 1988
Spielfilm, ITA/BEL 2017. R: Susanna Nicchiarelli. D: Trine Dyrholm, John Gordon Sinclair. 94 Min.

Pure Energie und pure Morbidität in diesem fesselnden Biopic über die beiden letzten Lebensjahre des Stars der 60er-Jahre-Künstlerszene: NICO, 1988 ist ein biographisches Porträt der Künstlerin als unausstehliche Frau. Christa Päffgen, a.k.a Nico, will nichts mehr zu tun haben mit ihrer Vergangenheit als Velvet Underground-Ikone, eigentlich will sie mit gar nichts mehr irgendwas zu tun haben. Dennoch geht sie 1986 auf Europatournee, kleine Band, kleine Auftritte, kleine Gage. Ihr Sohn ist dabei, inoffiziell von Alain Delon, wichtiger aber ist ihr die Nadel und das Heroin ... Die Dänin Trine Dyrholm spielt Nico in ihren beiden letzten Lebensjahren mit ungeheurer Wucht, verleiht ihr eine komplexe Kratzbürstigkeit, und sie singt Nicos Songs, mitreißend, rau und authentisch.

Achtung: Die Online-Verfügbarkeit des Films war in der Arte-Mediathek leider falsch angegeben. "Nico, 1988" wird ansonsten nur bei Amazon Prime gestreamt. Wenn Sie ohnehin ein Prime-Abonnement haben, können Sie den Film dort sichten. Ansonsten möchten wir kommerzielle Streaminganbieter nicht empfehlen.

2. Die Zwanziger – Das Jahrzehnt der Frauen
Zweiteiliger Dokumentarfilm, DEU 2020. R: André Meier. Jeweils 53 Min.

Diese zweiteilige Dokumentation kehrt an die Brennpunkte dieser ersten großen und globalen Emanzipationsbewegung zurück und taucht in hitzige Atmosphäre der zwanziger Jahre ein.

Im Ersten Weltkrieg haben die Frauen die vakanten Arbeitsplätze der an die Front abkommandierten Männer besetzt. Nun ertrotzen sie sich das Wahlrecht, kämpfen um gesellschaftliche Teilhabe und sexuelle Selbstbestimmung. Auch in der Sphäre der Kunst eröffneten die Zwanziger Jahre die Chance, aus dem Schatten der Männer zu treten. In den Künstlerinnen-Ateliers entsteht nun eine neue, oft dezidiert weiblich geprägte Kunst. Dafür stehen die Künstlerinnen Georgia O´Keeffe, Tamara de Lempicka, Hannah Höch oder Wera Muchina.

Bitte sichten Sie die Dokumentation vorab in der Arte-Mediathek:

Teil 1 „Alltag und Exzess“: https://www.arte.tv/de/videos/089090-001-A/die-zwanziger-das-jahrzehnt-der-frauen-1-2/ (online bis 21. Mai)
Teil 2 „Kunst und Karriere“: https://www.arte.tv/de/videos/089090-002-A/die-zwanziger-das-jahrzehnt-der-frauen-2-2/ (online bis 7. Mai)

Moderation: Cosima Besse und Dr. Peter Bär

Do. 04.03.2021, 19:30 Uhr

Thema: Radikalisierung und ihre Folgen

Selbstmordanschläge, Glaubenskriege, Terrorismus, die Radikalisierung Einzelner und die Traumabewältigung nach einem Anschlag: Wie damit umgehen, ist die Frage, die sich im Film „Für meinen Glauben“ und die TV-Serie „In Therapie“ auf ganz unterschiedlich stellen
Und wir wollen mit Interessierten am Film-Stammtisch darüber diskutieren, wobei es schön wäre, wenn möglichst viele dabei sind und den Film und zumindest Teile der Serie gesehen haben.

1. In Therapie
Fernsehserie, FRA 2020. R: Olivier Nakache, Eric Toledano. D: Frédéric Pierrot, Mélanie Thierry u.v.a. 35 Folgen à 30 Minuten

Paris, 13. November 2015: In einer Serie von Terroranschlägen werden 130 Menschen getötet, fast 700 verletzt. In Folge davon empfängt empfängt ein Psychotherapeut jede Woche fünf Patienten in seiner Praxis. Anhand der wöchentlichen Therapiesitzungen wirft die Serie einen menschlichen Blick auf die Wunden und Widersprüche einer unter Schock stehenden Gesellschaft. – "In Therapie", die neue Serie der beiden Regisseure Eric Toledano und Olivier Nakache („Ziemlich beste Freunde“) mit hochkarätiger Besetzung, ist inspiriert durch die israelische Serie "BeTipul".

Bitte sichten Sie die Serie vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/RC-020578/in-therapie (online bis 27. Juli)

2. Für meinen Glauben
Spielfilm, CHE 2018. R: Jacob Berger. D: Marthe Keller, Julie Gayet, Bruno Todeschini. 95 Min.

Drei Frauen, drei Generationen, zwei Geheimnisse: „Die Welt nur zu verändern reicht nicht, sie muss gesäubert werden!“ Das ist die Überzeugung von Anaïs alias Umm Asma. Die junge Konvertitin hat sich unter dem Einfluss islamistischer Extremisten radikalisiert. Anaïs’ Mutter Léa ist höchst besorgt – doch Großmutter Isabelle glaubt in der Enkelin sich selbst als radikale junge Frau in den 1970ern wiederzuerkennen. Am 21. Februar 1970 explodierte an Bord eines Swissair-Fluges eine Bombe…

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/080937-000-A/fuer-meinen-glauben/ online bis 20. März)

Moderation: Cosima Besse und Dr. Peter Bär

Do, 18.03.2021, 19:30 Uhr