Der virtuelle Filmstammtisch von Cinema Quadrat bietet die Möglichkeit, über Filme ins Gespräch zu kommen. Dieses Format haben wir in der kinolosen Zeit des Lockdown erfolgreich gestartet und führen es während des Spielbetriebs im Monatsrhythmus weiter. In dieser Reihe öffentlicher, virtueller Filmstammtische wollen wir als Kinomacher mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus ins Gespräch kommen: Vor jedem Termin empfehlen wir über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen oder mehrere Filme zur Sichtung - vornehmlich aus den Mediatheken der öffentlich-rechlichen Sender -, die dann per Zoom-Videokonferenz diskutiert werden können.

Der virtuelle Filmstammtisch findet einmal im Monat jeweils dienstags statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

 

Thema: Kenji Mizoguchi

Filmdiskussion via Zoom

Der nächste virtuelle Filmstammtisch wird sich am Dienstag, 10. August, mit zwei Filmen des japanischen Meisterregisseurs Kenji Mizoguchi beschäftigen.
Eine Werkschau mit vielen seiner Filme sowie zwei Dokus finden Sie in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/RC-021094/die-filme-von-kenji-mizoguchi/

Kenzji Mizoguchi (1898 – 1956) gehört mit Akira Kurozawa und Yasujiro Ozu zu den drei großen japanischen Regisseuren der Nachkriegszeit, deren Filme auch in Europa Aufmerksamkeit erregten, weil sie erzählerisch und stilistisch meisterhaft komponiert sind.

Mizoguchi hat seine Filme immer den Unterdrückten, den Bauern und Handwerkern im Feudalismus und den Armen der modernen Nachkriegs-Gesellschaft gewidmet und dabei auch die Unterdrückung der Freuen durch die Männer, aber auch durch die Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung angeprangert. Seine Filme sind von einem starken Humanismus und zugleich von einer großen Poesie geprägt, aber zugleich schonungslos realistisch.

1. Unter dem Regenmond
(Ugetsu monogatari)
JAP 1953 R: Kenji Mizoguchi. D: Machiko Kyō, Kinoyu Tanaka, Mitsuko Mito, Masayuki Mori.  93 Min. JapOmdtU.

In der romantischen Geistergeschichte, die im 16. Jahrhundert angesiedelt ist, wollen zwei Bauern mit ihren Töpferwaren Gewinn aus dem Bürgerkrieg schöpfen; doch im Grauen des Krieges ist der Preis für die Gier nach Reichtum groß. Als einer der beiden einer schönen Frau verfällt, ist auch diese Liebe nur eine Illusion…

Kenji Mizoguchi berühmtester Film „Unter dem Regenmond“, auch bekannt als „Ugetso – Erzählungen unter dem Regenmond“, basiert auf Erzählungen von Akinari Ueda. Er gewann 1953 den Silbernen Löwen von Venedig und ist neben Akira Kurosawas „Rashomon“ der Film, der die japanische Kinematographie in den Westen einführte.

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek:
https://www.arte.tv/de/videos/010095-000-A/unter-dem-regenmond/ (online bis 31.1.2022)

2. Eine Frau, von der man spricht
(Uwasa no Onna)
JAP 1954 R: Kenji Mizoguchi. D: Kinuyo Tanaka, Tomoemon Toani, Yoshiko Kuga, Eitarô Shindô.  81 Min. JapOmdtU.

Das moderne Frauendrama, angesiedelt im Nachkriegs-Kyoto, beleuchtet das Gesellschafts- und Rollenbild der Geishas näher: Eine Witwe, die ein überaus einträgliches Geisha-Haus betreibt, hat eine Affäre. Doch der Liebhaber verliebt sich in ihre Tochter, die den Beruf ihrer Mutter verachtet…

Mizoguchi beschreibt sensibel die psychologischen Entwicklungslinien im Verhältnis der Figuren zueinander: „Ein feinfühliges Drama des Japaners Kenji Mizoguchi, der seine Charaktere genau erfasst und das Milieu dezent und mit ambivalentem Blick behandelt.“ (Filmdienst)

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/101302-000-A/eine-frau-von-der-man-spricht/ (online bis 14.1.2022)

Moderator Peter Bär empfiehlt, alle acht Kenji-Mizoguchi-Filme sowie die beiden Dokumentationen zu sichten, die in der Arte-Mediathek zur Verfügung stehen. Die Werkschau ist eine hervorragende Gelegenheit, diesen wichtigen Regisseur vorzustellen und damit lebendig und anschaulich Filmgeschichte zu entdecken.

Di. 10.08.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Thema: Schwarzer Regen von Shohei Imamura

Filmgespräch via Zoom

Der japanische Spielfilm „Schwarzer Regen“ aus dem Jahr 1989 von Shôhei Imamura steht im Mittelpunkt des virtuellen Filmstammtisch am Dienstag, 21.9., um 19:30 Uhr. Imamura war ein kritischer Geist, der mit seinem Filmen Tabuthemen der japanischen Gesellschaft aufgriff, der nach eigener Aussage „das wirkliche Japan“ zeigen wollte. So greift er in „Schwarzer Regen“ die gesellschaftlichen und individuellen Nachwirkungen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima auf.

„Schwarzer Regen“ ist in der Arte-Mediathek kostenlos verfügbar: https://www.arte.tv/de/videos/008435-000-A/schwarzer-regen/

Arte widmet dem Regisseur eine kleine Werkschau, und wer noch tiefer in das Werk Imamuras einsteigen möchte, findet in der Arte-Mediathek noch zwei weiter gesellschaftskritische Filme des Regisseurs:
„Das Insektenweib“( https://www.arte.tv/de/videos/101301-000-A/das-insektenweib/) und „Die Sehnsucht der Götter“ (https://www.arte.tv/de/videos/101297-000-A/die-tiefe-sehnsucht-der-goetter/)

Schwarzer Regen
(Kuroi Ame)
JAP 1989. R: Shôhei Imamura. D: Yoshiko Tanaka, Kazuo Kitamura, Etsuko Ichihara. 117 Min.

In „Schwarzer Regen“ stellt Shôhei Imamura ein düsteres, verdrängtes Thema des zweiten Weltkriegs dar: Es stehen die verstrahlten Überlebenden des Hiroshima-Atombombenabwurfs im Mittelpunkt und deren Ausgrenzung durch die nicht betroffene japanische Gesellschaft. Die Wunden der Vergangenheit, hier auch das moralische Versagen der zivilen Gesellschaft, werden sichtbar.

Wenige japanische Regisseure haben sich an dieses Tabuthema gewagt: Zwei Beispiele kommen ausgerechnet aus dem Anime- bzw.  Animationsbereich: „Die letzten Glühwürmchen“ von Isao Takahata und „Barfuß durch Hiroshima“ von Mori Masaki, die beide aus dem gleichen Zeitraum stammen.
Die Aktualität von „Schwarzer Regen“ zeigt sich auch dadurch, dass es nach/durch Fukushima wieder Strahlungsopfer und deren ängstliche Ausgrenzung gibt.

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/008435-000-A/schwarzer-regen/ (online bis 25.2.2022)

Di. 21.09.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom