Der virtuelle Filmstammtisch von Cinema Quadrat bietet die Möglichkeit, über Filme ins Gespräch zu kommen. Dieses Format haben wir in der kinolosen Zeit des Lockdown erfolgreich gestartet und führen es während des Spielbetriebs im Monatsrhythmus weiter. In dieser Reihe öffentlicher, virtueller Filmstammtische wollen wir als Kinomacher mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus ins Gespräch kommen: Vor jedem Termin empfehlen wir über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen oder mehrere Filme zur Sichtung - vornehmlich aus den Mediatheken der öffentlich-rechlichen Sender -, die dann per Zoom-Videokonferenz diskutiert werden können.

Der virtuelle Filmstammtisch findet einmal im Monat jeweils dienstags statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

 

Virtueller Filmstammtisch: Die Prüfung

Virtueller Filmstammtisch

Thema: Die Prüfung

(Filmdiskussion via Zoom)

Wie wird man Schauspieler? Welche Anforderungen werden gestellt, um an eine Schauspielschule zu kommen? Unter welchen Kriterien schauen sich die Prüfer die Aspiranten an – und wie wählen sie aus? In seinem Dokumentarfilm „Die Prüfung“ begleitet Till Harms ganz nah und ohne Einschränkungen die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Hannover – und wendet seinen Blick weniger den Prüflingen als der Prüfkommission zu, die mit den Bewerberinnen und Bewerbern ganz unterschiedlich umgehen – und ihre Bewertungen zwischen Subjektivität und theoretischem Konstrukt leidenschaftlich diskutieren.

Die Prüfung
DEU 2016. R: Till Harms. Dokumentarfilm. 96 Min.

687 Bewerber, 10 Plätze, 9 Dozenten, 10 Tage – höchste Anspannung bei allen Beteiligten.

Jahr für Jahr ist die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Schauspielschule Hannover nicht nur eine besondere Herausforderung für die Bewerber, sondern auch eine außerordentliche Belastungsprobe für das Kollegium. Denn der Kampf um den talentierten Nachwuchs wird von den Prüfern mindestens ebenso leidenschaftlich und engagiert geführt wie der Kampf der Bewerber um einen der raren Plätze.

Ganz nah an den Dozenten und Professoren richtet der Film den Fokus auf die unbekannte Seite, die der Prüfungskommission. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, sich selbst ein Urteil über die Auswahl- und Bewertungskriterien zu bilden. Konventionelle Vorstellungen über Prüfer und Prüflinge geraten ins Wanken. Man lernt die Kommissionsmitglieder als Menschen kennen, die sich und ihre Maßstäbe ständig hinterfragen und leidenschaftlich für ihre persönlichen Favoriten kämpfen.

Das erste Mal öffnet sich in Deutschland ein solches Auswahlgremium und zeigt sich unzensiert vor der Kamera. Drei Jahre Vorarbeit waren nötig, bis dem Filmemacher Till Harms alle Türen der Hochschule offen standen. Der Tagesspiegel dazu: „Das ist ein echter, noch dazu sehr unterhaltsamer Coup.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/filme/das-kleine-fernsehspiel/die-pruefung-100.html (online bis 01.12.2021)

Di. 19.10.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Virtueller Filmstammtisch: Die Toten

Thema: „Die Toten“ von John Huston

(Fuilmdiskussion via Zoom)
John Huston war Hollywood-Urgestein – und ist doch stets ein Außenseiter geblieben, kein Mainstream-Studioregisseur, sondern ein Filmemacher mit eigener Handschrift und eigenem Ansatz: Sein Debütfilm „Die Spur des Falken“ von 1941 gilt als Geburtsstunde des Film Noir; Filme wie „Der Schatz der Sierra Madre“ (1948), „African Queen“ (1951), „Moby Dick“ (1956) oder „Misfits“ (1961) wurden zu Klassikern der Filmgeschichte. Als 37. Film adaptierte Huston 1987 mit „Die Toten“ eine Kurzgeschichte von James Joyce – es wurde der letzte Film der Kinolegende.

„Die Toten“ ist Thema des virtuellen Filmstammtischs am Dienstag, 21. Dezember – der Film steht in der Arte-Mediathek zur Sichtung bereit. Als Einführung in John Hustons Werk empfehlen wir den Dokumentarfilm „John Huston – Filmkünstler und Freigeist“, der ebenfalls in der Arte-Mediathek steht.

Die Toten
(The Dead)
USA 1978. R: John Huston. D: Anjelica Huston, Donal McCann, Helena Carroll, Cathleen Delany, Ingrid Graigie. 78 Min.

Am Dreikönigstag des Jahres 1904 ist das Ehepaar Gretta und Gabriel Conroy zu einer Abendgesellschaft eingeladen. Tanz und Gelächter beleben diesen netten Abend, an dessen Ende ein Geheimnis offenbart wird: Gretta erzählt ihrem Ehemann die traurige Geschichte eines jungen Mannes, der sie bis in den Tod geliebt hat, und der auch die Liebe ihres Lebens war.

Mit „Die Toten“ drehte John Huston seinen letzten Film, wenige Monate vor seinem eigenen Tod am 28. August 1987 in Newport, Rhode Island, USA. Das „Lexikon des Internationalen Films“ schreibt: „John Hustons faszinierende Übertragung einer Erzählung aus ‚Dubliners’ von James Joyce beschreibt einen Augenblick der Lebenserkenntnis zwischen Selbsttäuschung und Hoffnung. Die metaphorisch vertiefte Inszenierung summiert einen Rückblick auf endgültige Wahrheiten und thematisiert die Bedingtheit und Untrennbarkeit von Leben und Tod. Darüber hinaus ist Hustons ebenso feinfühlig wie kunstvoll inszenierter Film nicht nur eine Hommage für James Joyce, sondern auch eine Liebeserklärung an Irland und seine Menschen.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/002077-000-A/die-toten/ (online bis 3. Februar 2022)

Als Ergänzung empfehlen wir den Dokumentarfilm „John Huston – Filmkünstler und Freigeist“ in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/102287-000-A/john-huston-filmkuenstler-und-freigeist/ (online bis 3. Mai 2022)

Di. 21.12.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Ich bin dein Mensch

Thema: „Ich bin dein Mensch“

(Filmdiskussion via Zoom)

Bei der Berlinale 2001 wurde Maren Eggert für die beste Darstellung ausgezeichnet; der Film erhielt vier Deutsche Filmpreise, für die besten Hauptdarstellerin, für Regie, Drehbuch und als bester Film des Jahres; und „Ich bin dein Mensch“ steht auf der Shortlist für den Auslandsoscar. Maria Schraders Beziehungskomödie der besonderen Art ist zweifellos einer der besten Filme des Jahres 2021: Die Geschichte einer Romanze zwischen einer menschlichen Frau und einem männlichen Roboter.

Beim virtuellen Filmstammtisch am 18. Januar laden wir Sie ein, über den Film gemeinsam zu diskutieren, dabei auch das Verhältnis von Mensch und Maschine zu reflektieren und die Frage von Menschlichkeit zu berühren. „Was macht uns denn zu Menschen? Was grenzt den Menschen von der Maschine ab?“, meint die Moderatorin Cosima Besse: „Wir leben im Zeitalter der absoluten Digitalisierung und da kommen Filme wie „Ich bin dein Mensch“ gerade richtig.“

Der Film steht bis Ende März in der ARD-Mediathek zur Sichtung.

Ich bin dein Mensch
DEU 2021. R: Maria Schrader. D: Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller, Hans Löw. 100 Min.

Um an Forschungsgelder zu kommen, lässt sich Alma, Wissenschaftlerin am Pergamon-Museum in Berlin, zu einer außergewöhnlichen Studie überreden. Drei Wochen lang soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen menschlichen Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz darauf angelegt ist, der perfekte Lebenspartner für sie zu sein. Es geht um die Frage, ob Androiden in Deutschland zugelassen werden sollen – gerade für die äußerst skeptische Alma ist das nicht einfach zu beantworten, wenn die Maschine in Menschengestalt einzig dafür geschaffen ist, sie glücklich zu machen.

Erneut – nach der Stefan Zweig-Biografie „Vor der Morgenröte“ – beweist Schauspielerin Maria Schrader mit dieser mehrfach ausgezeichneten Science-Fiction-Romantic-Comedy ihre Regiequalitäten: „Ich bin dein Mensch“ ist so intelligent wie witzig und einer der besten Filme 2021.

Bitte sichten Sie den Film vorab in der ARD-Mediathek:https://www.ardmediathek.de/video/filme/ich-bin-dein-mensch-oder-komoedie/one/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTg3MjdhM2RlLWE5ZmEtNDc5Mi1hNTk2LTk2MmU0ZjJiYTM5ZA/ (online bis 30.3.2022)

Di. 18.01.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom