Der virtuelle Filmstammtisch von Cinema Quadrat bietet die Möglichkeit, über Filme ins Gespräch zu kommen. Dieses Format haben wir in der kinolosen Zeit des Lockdown erfolgreich gestartet und führen es während des Spielbetriebs im Monatsrhythmus weiter. In dieser Reihe öffentlicher, virtueller Filmstammtische wollen wir als Kinomacher mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus ins Gespräch kommen: Vor jedem Termin empfehlen wir über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen oder mehrere Filme zur Sichtung - vornehmlich aus den Mediatheken der öffentlich-rechlichen Sender -, die dann per Zoom-Videokonferenz diskutiert werden können.

Der virtuelle Filmstammtisch findet einmal im Monat jeweils dienstags statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

 

Thema: Buñuel im Labyrinth der Schildkröten

Filmdiskussion via Zoom

Kaum ein Regisseur war zwischen 1950 bis in die Siebziger Jahre hinein für seine Gesellschaftskritik am katholischen Christentum und der bürgerlichen Oberschicht so bekannt und wirkungsvoll wie Luis Buñuel. Doch bereits mit seinen ersten Filmen „Ein andalusischer Hund“ (1929) und „Das goldene Zeitalter“ (1930) schuf er surrealistisch-avantgardistische – und skandalöse – Meisterwerke der Filmgeschichte. Die Geschichte hinter Buñuels drittem, dokumentarischem Film „Las Hurdes – Land ohne Brot“ über eine der ärmsten Gegenden von Spanien erzählt der Film „Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“: Der Animationsfilm ist eine dokumentarische Reise zu den Anfängen des Filmkünstlers Buñuel.

Der Film steht bis 29. Oktober in der Arte-Mediathek.

Buñuel im Labyrinth der Schildkröten
(Buñuel en el laberinto de las tortugas)
ESP/NLD/DEU 2018 R: Salvador Simó. Animationsfilm mit Dokumentarelementen. 73 Min.

Nach „Ein andalusischer Hund“ und „Das goldene Zeitalter“ war Luis Buñuel ein Star der surrealistischen Szene – und skandalträchtig. Für einen dritten Film fand er keinen Produzenten – bis der Bildhauer Ramón Acín im Lotto gewinnt. Und Buñuel für seinen dritten Film „Las Hurdes – Land ohne Brot“ in die verarmte spanische Region Extremadura ging, um das karge Leben der Bewohner zu dokumentieren.

Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel erzählt Salvador Simó in Animationsform eine faszinierende Episode der Filmgeschichte: Er verbindet Buñuels unorthodoxe, radikale filmische Methoden mit biografischen Elementen und baut echtes Filmmaterial vom damaligen Dreh mit ein. Er mischt Dokumentarisches – vieles ist belegt – und Fiktives – dies aber stets in Buñuels surrealistischem Geist: „Ein Stück Kinogeschichte, so bizarr wie die Werke seiner Protagonisten – und Animation ist die konsequenteste Art, sie zu erzählen.“ (epd Film)

„Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“ wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem in den hochrangigen Kategorien bei den spanischen Goya-Filmpreisen wie auch beim Animationsfilmfestival in Annecy.

Robert Hörr, Moderator des virtuellen Filmstammtischs, meint: „Gerade für die jüngeren Filmliebhaber/innen kann dieses Filmexperiment eine auch ästhetisch „kantige“ und auch teilweise verstörende Chance sein, sich einem Großen des Regiehandwerks zu nähern.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/083836-000-A/bunuel-im-labyrinth-der-schildkroeten/ (online bis 29.10.2021)

Di. 19.10.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Virtueller Filmstammtisch: Die Prüfung

Virtueller Filmstammtisch

Thema: Die Prüfung

(Filmdiskussion via Zoom)

Wie wird man Schauspieler? Welche Anforderungen werden gestellt, um an eine Schauspielschule zu kommen? Unter welchen Kriterien schauen sich die Prüfer die Aspiranten an – und wie wählen sie aus? In seinem Dokumentarfilm „Die Prüfung“ begleitet Till Harms ganz nah und ohne Einschränkungen die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Hannover – und wendet seinen Blick weniger den Prüflingen als der Prüfkommission zu, die mit den Bewerberinnen und Bewerbern ganz unterschiedlich umgehen – und ihre Bewertungen zwischen Subjektivität und theoretischem Konstrukt leidenschaftlich diskutieren.

Die Prüfung
DEU 2016. R: Till Harms. Dokumentarfilm. 96 Min.

687 Bewerber, 10 Plätze, 9 Dozenten, 10 Tage – höchste Anspannung bei allen Beteiligten.

Jahr für Jahr ist die Aufnahmeprüfung an der staatlichen Schauspielschule Hannover nicht nur eine besondere Herausforderung für die Bewerber, sondern auch eine außerordentliche Belastungsprobe für das Kollegium. Denn der Kampf um den talentierten Nachwuchs wird von den Prüfern mindestens ebenso leidenschaftlich und engagiert geführt wie der Kampf der Bewerber um einen der raren Plätze.

Ganz nah an den Dozenten und Professoren richtet der Film den Fokus auf die unbekannte Seite, die der Prüfungskommission. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, sich selbst ein Urteil über die Auswahl- und Bewertungskriterien zu bilden. Konventionelle Vorstellungen über Prüfer und Prüflinge geraten ins Wanken. Man lernt die Kommissionsmitglieder als Menschen kennen, die sich und ihre Maßstäbe ständig hinterfragen und leidenschaftlich für ihre persönlichen Favoriten kämpfen.

Das erste Mal öffnet sich in Deutschland ein solches Auswahlgremium und zeigt sich unzensiert vor der Kamera. Drei Jahre Vorarbeit waren nötig, bis dem Filmemacher Till Harms alle Türen der Hochschule offen standen. Der Tagesspiegel dazu: „Das ist ein echter, noch dazu sehr unterhaltsamer Coup.“

Bitte sichten Sie den Film vorab in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/filme/das-kleine-fernsehspiel/die-pruefung-100.html (online bis 01.12.2021)

Di. 19.10.2021, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom