Der virtuelle Filmstammtisch von Cinema Quadrat bietet die Möglichkeit, über Filme ins Gespräch zu kommen. Dieses Format haben wir in der kinolosen Zeit des Lockdown erfolgreich gestartet und führen es während des Spielbetriebs im Monatsrhythmus weiter. In dieser Reihe öffentlicher, virtueller Filmstammtische wollen wir als Kinomacher mit Filminteressierten aus der Region und darüber hinaus ins Gespräch kommen: Vor jedem Termin empfehlen wir über unsere Homepage, über Social Media und E-Mail-Newsletter einen oder mehrere Filme zur Sichtung - vornehmlich aus den Mediatheken der öffentlich-rechlichen Sender -, die dann per Zoom-Videokonferenz diskutiert werden können.

Der virtuelle Filmstammtisch findet einmal im Monat jeweils dienstags statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich vorab über unser Online-Formular an; alternativ können Sie eine E-Mail an stammtisch(at)cinema-quadrat.de schicken.

Eine PDF-Datei mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Verwendung des Videokonferenzdienstes Zoom finden Sie HIER.

 

Fanny und Alexander

Thema: „Fanny und Alexander“ von Ingmar Bergman

Filmdiskussion via Zoom

Selten oder vielleicht nie kann man den grüblerischen, mit Gott und der Welt hadernden Klassiker Ingmar Bergmann mit solchem Genuss in opulenter Bilderpracht erleben wie in der langen TV-Version von „Fanny und Alexander“ (310 Min.). Sie gilt nach Kritikermeinung als noch überzeugender als die dreistündige Kinofassung. Alle Leitmotive seines Filmschaffens tauchen in diesem üppigen Alterswerk auf. Menschliche Abgründe des protestantischen Puritanismus und extreme Lebensfeier stehen eindrucksvoll gegeneinander, manchmal sogar im Inneren einer Person. Zeitlos und doch aktuell lädt „Fanny und Alexander“ zur sicher inhaltreich werdenden Diskussion im Rahmen des nächsten virtuellen Filmstammtisch am 15. Februar 2022 um 19:30 ein.

„Fanny und Alexander“ steht in der vierteiligen Fernsehfassung in der Arte-Mediathek zur Sichtung bereit.

Fanny und Alexander
SWE/FRA/DEU 1982 R: Ingmar Bergman. D: Pernilla Allwin, Bertil Guve, Allan Edwall, Ewa Fröling, Jan Malmsjö. Insgesamt 310 Minuten.

1907 ist die Welt der schwedischen Theaterfamilie Ekdahl noch in Ordnung. Die Kinder Fanny und Alexander feiern mit ihren geliebten Eltern ein fröhliches Weihnachtsfest. Sie wissen noch nicht, dass es ihr letztes gemeinsames sein wird: Das Familienoberhaupt Oscar Ekdahl stirbt. Während der Trauerzeit kümmert sich der streng religiöse Bischof Vergérus um die Witwe Emilie und die Kinder Fanny und Alexander. Nach einiger Zeit heiratet Emilie den Bischof, der sich jedoch immer mehr als Tyrann entpuppt, der die Kinder maßregelt. Gequält und in ein kaltes, religiös geprägtes Umfeld gesperrt, rebelliert besonders der junge Alexander gegen den Stiefvater und wird dafür immer wieder bestraft. Emilie versucht mit ihren Kindern zu fliehen...

„Fanny und Alexander“ ist der letzte Kinofilm von Ingmar Bergman und war die bis dato größte schwedische Kinoproduktion. Die von Beginn an auf eine über zwei Stunden längere Laufzeit konzipierte TV-Fassung wurde ein Jahr später veröffentlicht. „Fanny und Alexander“ wurde u. a. mit vier Oscars ausgezeichnet: Als bester fremdsprachiger Film, für die beste Kamera, die beste Ausstattung und das beste Kostüm.

Bitte sichten Sie den Film vorab in der Arte-Mediathek: https://www.arte.tv/de/videos/103428-001-A/fanny-und-alexander-1-4/ (online bis 16.9.2022)

Di. 15.02.2022, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Casché

Thema: "Caché"

(Filmdiskussion via Zoom)

Das Leben einer Familie gerät ins Schlingern, als vor der Haustür anonyme Videobänder liegen, die ihr Haus zeigen… Michael Haneke verbindet die Fragilität von Beziehungen mit erinnerten Traumata an den Algerienkrieg: Ab 19. März ist der Film in der Arte-Mediathek zu sehen, am 22. März bieten wir an, über den Film beim virtuellen Filmstammtisch zu sprechen.

Caché
FRA/AUT 2005. R: Michael Haneke. D: Daniel Auteuil, Juliette Binoche, Annie Girardot. 113 Min.

Eine gutbürgerliche Familie in Paris. Doch eines Tages liegt ein Paket vor der Haustür: Videobänder ihres Hauses, aufgenommen von der gegenüberliegenden Straßenseite. Als zudem anonyme Anrufe Anne terrorisieren, wendet sich Georges vergeblich an die Polizei – und in der Folge steigt die Anspannung in ihrer Ehe. In Georges werden Erinnerungen wach, die er lange verdrängt hat: In seiner Kindheit wollten seine Eltern einen algerischen Waisenjunge adoptieren, was er mit Lügen abgewendet hatte…

Gekonnt verknüpft Haneke die historische Brisanz eines Massakers im Jahr 1961, in dem Pariser Polizisten 200 Algerier töteten, die gegen den Algerienkrieg demonstriert hatten, mit dem psychologisch ausdifferenzierten Porträt eines Mannes, der mit einer schweren Schuld aus seiner Kindheit konfrontiert wird. „CACHÉ ist ein brillanter Film, über den man viel diskutieren kann / muss, weil er – typisch Haneke – rätselhaft ist“, findet Peter Bär, der den virtuellen Filmstammtisch moderieren wird. Die „Welt“ schrieb: „CACHÉ ist angelegt wie eines der Gemälde von M. C. Escher, wo all die scheinbar verbundenen Wege und Treppen bei genauerem Hinsehen gar nicht verbunden sein können, eine räumliche Unmöglichkeit, die durch eine optische Täuschung zeitweilig außer Kraft gesetzt wird.“ 

Der Film wurde 2005 dreifach in Cannes ausgezeichnet, unter anderem für die beste Regie.

Bitte sichten Sie CACHÉ vorab auf Arte:

Der Film wird am Sonntag, 20. März, um 20:15 Uhr auf Arte ausgestrahlt und steht ab dem 19. März in der Arte-Mediathek:

Ab 13. März ist in der Arte-Mediathek auch die Dokumentation „Der Haneke-Code“ verfügbar: https://www.arte.tv/de/videos/103002-000-A/der-haneke-code/

Di. 22.03.2022, 19:30 Uhr, Filmgespräch via Zoom

Thema: Serie „In Therapie – Staffel 2“

Thema: Serie „In Therapie – Staffel 2“

(Filmdiskussion via Zoom)

Ein Jahr, nachdem wir im virtuellen Filmstammtisch die erste Staffel der französischen Serie „In Therapie“ angeregt diskutiert haben, wollen wir uns diesen Monat der zweiten Staffel des Arte-Hits widmen.

In Therapie
FRA 2022. Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache, Agnès Jaoui etc. 35 Folgen à 20-30 Minuten.

Erneut dreht sich die Serie um die Praxis-Gespräche des Therapeuten Philippe Dayan. Er empfängt im Wechsel seine Patient*innen, jede Folge der Serie schildert eine Therapiesitzung, so dass sich im Lauf der Staffel immer tiefere Einsichten in die Charaktere ergeben: eine spannende Kammerspiel-Serie, unterstützt von sehr genau und dicht geschriebenen Dialogen und einer dynamischen Kamera.

Seit der ersten Staffel sind mehrere Jahre vergangen, Philippe ist mittlerweile geschieden und aus Paris weggezogen. Wir begleiten ihn in seinen Therapiesitzungen mit vier neue Patient*innen. Nach den terroristischen Anschlägen von Paris im November 2015 steht nun in der zweiten Staffel die Pandemie im Zentrum des traumatischen Kollektivs. Gemeinsam wollen wir in die Erinnerungsräume der einzelnen Figuren eintauchen, denn auch Philippes Vergangenheit droht ihn gefährlich einzuholen. Werden uns auch dieses Mal die dichten, tiefenpsychologischen Dialoge überzeugen? Kann die Fortsetzung mit ihrem Vorgänger mithalten?

Interessierte am Filmstammtisch sollten zumindest die ersten zehn Folgen der neuen Staffel gesehen habe. Moderatorin Cosima Besse empfiehlt auch die Kenntnis der ersten Serienstaffel (nach wie vor in der Arte-Mediathek), dies ist jedoch nicht Voraussetzung.

Die beiden Staffeln von „In Therapie“ stehen in der Arte-Mediathek zur Sichtung zur Verfügung:
https://www.arte.tv/de/videos/RC-020578/in-therapie/ (Staffel 1 online bis 28.6., Staffel 2 online bis 28.9.)

Di. 19.04.2022, 19:30 Uhr, Filmdiskussion via Zoom

La strada - Das Lied der Straße

Thema: „La Strada“ von Federico Fellini

Filmdiskussion via Zoom

Der zeitlose Filmklassiker „La Strada – Das Lied der Straße“ von Federico Fellini aus dem Jahr 1954 ist Thema des virtuellen Filmstammtischs am 31. Mai. Moderator Robert Hörr zu dem Film: „Armut, Abhängigkeit, Machtverhältnisse, Endlichkeit, aber auch Poesie, Liebe und hoffnungsvolle Träume sind die Themen, die auch heute noch uns anrühren. Die traurige, humanistische Botschaft des Films lädt zum Wiedersehen, zur Wieder- und Neuentdeckung ein!“

Der Film kann in der Arte-Mediathek kostenlos gesichtet werden.

La Strada
ITA 1954. R: Federico Fellini. D: Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart. 103 Min.

Gelsomina, verschüchtert und aus einer armen Familie, wird von ihrer Mutter an den Schausteller Zampanò verkauft, der als Starker Mann auf Jahrmärkten auftritt. Gelsomina wird seine Assistentin – und mehr schlecht als recht von Zampanò behandelt. Dennoch hängt sie an ihm; bis sie in einem Wanderzirkus einen Seiltänzer kennenlernt und sich verliebt. Zampanò reagiert eifersüchtig und besitzergreifend …

Fellinis letzter neorealistischer Film zeigt illusionslos soziale Probleme am Beispiel des Schausteller-Tingeltangels. Das erschütternde Melodram begründete Fellinis internationalen Ruhm, gewann den Auslandsoscar und wurde zu einer mythischen Ikone des europäischen Kinos, das mit dem „Großen Zampano“ auch ein geflügeltes Wort in die Alltagssprache einbrachte…

Bitte sichten Sie vorab den Film in der Arte-Mediathek: www.arte.tv/de/videos/007575-000-A/la-strada-das-lied-der-strasse/ (online bis 18.6.2022)

Di. 31.05.2022, 19:30 Uhr, Filmdiskussion via Zoom