Der zweite Corona-Sommer wird zum zweiten Open Air-Kinosommer!

Von 04. Juni bis 04. September 2021 spielen wir auch in diesem Jahr Sommerkino Open Air. Unser Innenhof im 3. Stock des K1-Gebäudes bietet die Möglichkeit für große Kinoerlebnisse in herrlicher Atmosphäre unter freiem Himmel.

Wir haben ein, wie wir finden, großartiges Filmprogramm für diesen Kinosommer geplant – freuen Sie sich auf eine bunte Mischung aus Filmklassikern und aktuellem Kino!

Bitte beachten Sie die Corona-Regeln für Ihren Kinobesuch.

Gerne können Sie Sitzkissen und Decken mitbringen – und nur richtig schlechtes Wetter oder Sieben-Tages-Inzidenzwerte über 100 können dem Sommerkino Open Air einen Strich durch die Rechnung machen.

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben

(Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
GBR/USA 1964. R: Stanley Kubrick. D: Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden, Slim Pickens. 93 Min. EnglOmdtU. FSK: 12

Stanley Kubrick inszenierte mitten im Kalten Krieg diese apokalyptische Komödie, in der der Kommandant eines US-Atomwaffenstützpunktes durchdreht: Gegen die kommunistische Weltverschwörung schickt er eine Bomberstaffel Richtung UdSSR. Im Pentagon sind Generäle wie Präsident so entsetzt wie hilflos – zumal die Russen mitteilen, bei einem Atomangriff automatisch die Weltvernichtungsmaschine in Gang zu setzen. Zugleich träumt Dr. Seltsam, ein deutschstämmiger US-Berater mit ausgeprägtem Drang zum Hitlergruß, von einer Superrasse der Überlebenden.
Peter Sellers glänzt in einer Dreifachrolle in dieser bitterbösen Politfarce, in der Paranoia und Größenwahn, Angst und Diplomatie sich gegenseitig die Beine stellen.

Sa. 03.07.2021, 21:30 Uhr

Im Juli

DEU 2000. R: Fatih Akin. D: Moritz Bleibtreu, Christiane Paul, Idil Üner, Mehmet Kurtuluş, Jochen Nickel. 100 Min. FSK: 12

Juli, Verkäuferin von Esoterik-Schmuck, ist verknallt in Daniel, Lehramtsreferendar. Sie überredet ihn, einen Maya-Ring zu kaufen, der ihm die Frau fürs Leben zuführen soll. Natürlich meint sie sich selbst – doch dummerweise begegnet Daniel der Türkin Melek. Es ist der Beginn der Sommerferien, Melek fliegt nach Istanbul, Daniel mit altersschwachem Auto hinterher – und unterwegs liest er Juli auf, die aus Liebesenttäuschung per Anhalter irgendwohin will…

Unter Sommerhimmel Richtung Süden: Mit seinem wildromantischen Liebes-Roadmovie liefert Fatih Akin, laut epd Film, „eine grandiose Wundertüte voll Kitsch und Poesie, Klamauk und Melodram, großen Gesten und schönen Details.“

Do. 08.07.2021, 21:30 Uhr

Westworld

USA 1973. R: Michael Crichton. D: Yul Brynner, Richard Benjamin, James Brolin. 89 Min. DF. FSK: 16

In einem Freizeitpark der Zukunft kann jeder ein Held sein: Cowboy, Ritter, Römer – alles ist möglich, denn die Gegner sind Androiden, die die Vergnügungssüchtigen im Rollenspiel besiegen können. Bis durch einen Systemfehler Roboter und Sicherheitsprotokolle außer Kontrolle geraten: Für Peter und John, die gerade einen Abenteuerurlaub im „Wilden Westen“ unternehmen, wird aus dem Spiel ganz schnell ernst, als sich ein mechanischer Revolverheld ganz genregemäß auf Rachefeldzug begibt.

Yul Brynner spielt einen Revolverhelden mit tödlicher Mission – als Roboter: In einer hochspannenden Mischung aus Science Fiction und Western fragt Bestsellerautor Michael Crichton in seiner ersten Regiearbeit auch nach dem Wesen des Menschen – und nach dem Spaß am Töten. Die gleichnamige HBO-Erfolgsserie basiert auf diesem Film.

Fr. 09.07.2021, 21:30 Uhr

Begegnung

(Brief Encounter)
GBR 1945. R: David Lean. D: Celia Johnson, Trevor Howard. 85 Min. DF. FSK: 16

Auf einem Bahnsteig in einem Vorort von London begegnen sich zufällig zwei Menschen, Laura und Alec. Beide sind verheiratet, glücklich im täglichen Leben. Weitere zufällige Begegnungen folgen, und allmählich wird aus den Zufällen Absicht…Doch vor allem Laura steckt als Mutter und Ehefrau im Zwiespalt zwischen den Gefühlen für Alec und zu ihrem Ehemann Fred, den sie weder verletzen noch verlieren will.

David Lean ist bekannt für Filmepen wie LAWRENCE VON ARABIEN oder DOKTOR SCHIWAGO, doch als sein erstes Meisterwerk gilt BEGEGNUNG: Dieses zentrale Werk des britischen Nachkriegskinos, das die Bitterkeit und die Monotonie des Alltags, aber auch die Zartheit der Liebe und den Traum von Flucht hochsensibel einfängt, wurde vom British Film Institut auf Platz 2 der besten britischen Filme des 20. Jahrhunderts gewählt.

Sa. 10.07.2021, 21:30 Uhr

Agenda 21-Kino

Now

DEU 2020. R: Jim Rakete. Dokumentarfilm. 79 Min. EnglOmdtU. FSK: 6

Fridays for Future, Plant for the Planet, Extinction Rebellion, Ende Gelände – und und und: 2019 formierte sich weltweit die Jugend zum Jahr des Protests gegen die desaströse Umwelt- und Klimapolitik. Greta Thunberg ist die Ikone dieser Zukunftsbewegung – doch Jim Rakete blickt auf die Aktivistinnen und Aktivisten ganz vielfältiger Initiativen, in denen sich Protest und Handeln vereinen, darunter Luisa Neubauer, Felix Finkbeiner, Nike Mahlhaus. Der berühmte Porträtfotograf zahlreicher Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Musik- und Filmszene befragt in seinem engagierten Kinodebüt einige der Protagonist*innen der Klimarebellion nach ihren Motiven, ihren Zielen, ihrem Zorn – und macht klar: Was immer auch geschehen muss, es muss jetzt geschehen. Denn eines ist sicher: Dass durch die akute Krise der Corona-Pandemie die langfristige Krise des Klimas nicht verschwindet.

Mit Einführung und Filmdiskussion

In Kooperation mit Eine-Welt-Forum Mannheim

Do. 15.07.2021, 21:00 Uh

Thomas Crown ist nicht zu fassen

(The Thomas Crowne Affair)
USA 1968. R: Norman Jewison. D: Steve McQueen, Faye Dunaway, Paul Burke, Jack Weston. 102 Min. DF. FSK: 12

Thomas Crown, respektabler junger Geschäftsmann, will sein fades Luxusleben interessanter gestalten: Um das perfekte Verbrechen durchzuführen, lässt er von angeheuerten Gangstern eine Bank überfallen. Die Versicherungsdetektivin Vicki hat ihn bald in Verdacht und verfolgt ihn offen – und es entwickelt sich ein Spiel zwischen Ermittlung, Verfolgung und Flirt.

Mit ironischer Leichtigkeit bewegen sich Steve McQueen und Faye Dunaway durch diesen coolen, stylischen Kriminal-Klassiker um Geld oder Liebe. Norman Jewisons Inszenierung erreicht durch extreme Tempowechsel und effektvollen Einsatz von Split-Screen-Technik eine höchstmögliche Dynamik.

Fr. 16.07.2021, 21:30 Uhr

Sommerkino Open Air

Grand Budapest Hotel

USA/DEU 2014. R: Wes Anderson. D: Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Tilda Swinton, Adrien Brody, Jeff Goldblum, Harvey Keitel, Jude Law, Bill Murray, Saoirse Ronan, Léa Seydoux, Jason Schwartzman etc. pp. 101 Min. DF. FSK: 12

An der Ostgrenze des europäischen Kontinents, in der Republik Zubrówka, unterhalb des alpinen Sudetenwalds, verbreitet das leicht heruntergekommene Grand Budapest Hotel noch immer den Glanz der Habsburgerzeit. In fünf Kapiteln und vier Zeitebenen erzählt Wes Anderson in seinem unnachahmlich verspielten Stil vom legendären Portier Gustave, der den jungen, staatenlosen Zéro Mustafa als Protégé annimmt. Gemäldediebstahl, Mordverdacht, Zug- und Schlittenfahrten, eine Geheimgesellschaft, kunstvolle Torten, Faschismus und, möglicherweise, Stefan Zweig liegen in der Spielzeugkiste, aus der Anderson seinen Film zusammensetzt – ein Ringelreihen hochkarätiger Stars und eine weitumspannende fröhliche Fantasie über die jüngere europäische Geschichte, in der trotz atemberaubender Exzentrik die Trauer über die Katastrophen des 20. Jahrhunderts durchscheint.

Sa. 17.07.2021, 21:30 Uhr

Ciné-club

Ka Boum

FRA 1980. R: Claude Pinoteau. D: Sophie Marceau, Claude Brasseur, Brigitte Fossey, Denise Grey. 109 Min. FrzOmdtU. FSK: 12

Einer der größten Kinohits der 1980er und das Debüt von Sophie Marceau, die als Dreizehnjährige sofort zum Filmstar wurde: LA BOUM – DIE FETE ist ein Klassiker, so zeitlos wie die Irrungen und Wirrungen des Heranwachsens und das himmelhoch Jauchzende und zu Tode Betrübte der Gefühle. Erfrischend, einfühlsam und realitätsnah bringt der Film die Tragikomödie der Pubertät auf den Punkt: Eine Feier der Jugend und ein sensibler Blick auf das Miteinander (und Gegeneinander) verschiedener Generationen.

Die dreizehnjährige Vic ist bereit für ihre ersten Erfahrungen mit Jungs – und lernt tatsächlich mit Mathieu ihre erste große Liebe kennen. Doch die Vorfreude auf die große Fete mit Schummerlicht und Schmusetanz wird getrübt, weil es Mathieu nicht allzu ernst zu meinen scheint, und als die Ehe ihrer Eltern wegen verschiedener Seitensprünge kriselt, findet sie bei ihrer Urgroßmutter Zuflucht vor dem Teenager-Gefühlschaos. 

Einführung: Cosima Besse, Institut français Mannheim

Do. 22.077.2021, 21:15 Uhr

Sommerkino Open Air

Frühling für Hitler

(The Producers)
USA 1968. R: Mel Brooks. D: Zero Mostel, Gene Wilder, Kenneth Mars, Dick Shawn, Estelle Winwood. 88 Min. EnglOmdtU. FSK: 12

Broadway-Produzent Max Bialystock steht nach einigen gnadenlosen Flops vor dem Aus. Da hat sein Buchhalter Leo Bloom die zündende Idee: Wenn das nächste Stück ebenfalls durchfällt, könnte sich Max mit den gesammelten Investoren-Geldern absetzen. Das Stück des verschrobenen Deutschnationalisten Franz Liebkind scheint goldrichtig für diesen Coup: Dessen Bühnenwerk „Frühling für Hitler“ ist eine fröhlich-feiernde Musicalrevue, die niemals erfolgreich sein kann. Sollte man meinen.

Mel Brooks legt in seinem Regiedebüt eine respektlose Broadway-Persiflage vor, die zwischen Slapstick, Irrwitz und Hintersinn alle geschmacklichen Untiefen zwischen Showbiz und Faschismus durchleuchtet.

Fr. 23.07.2021, 21:15 Uhr

Sommerkino Open Air


Gravity

USA 2013. R: Alfonso Cuarón. D: Sandra Bullock, George Clooney. 91 Min. DF. FSK: 12

Der altgediente Astronaut Matt Kowalski und die Biomedizinerin Dr. Ryan Stone führen Reparaturarbeiten am Hubble-Teleskop aus, irgendwo da draußen, wo die unendlichen Weiten des Weltalls beginnen. Da meldet Houston: Die Trümmerteile eines zerstörten Satelliten rasen auf sie zu…

Zwei Menschen, die im Weltraum treiben, auf sich gestellt und völlig losgelöst von der Erde: GRAVITY ist ein Weltall-Abenteuer-Drama von hochkonzentrierter Spannung, das durchaus realistisch Science mit Fiction mischt. Der Film wurde unter anderem mit sieben Oscars ausgezeichnet – und wird mit seinen Bildern von der Schönheit der Unendlichkeit im Open Air-Kino unter freiem Himmel – bei Vollmond! – eine ganz besondere Wirkung entfalten.

Sa. 24.07.2021, 21:15 Uhr

Rhythm is it!

DEU 2004. R: Thomas Grube, Enrique Sánchez Lansch. Dokumentarfilm. 104 Min. TeilwOmdtU. FSK: 0

Im Jahr 2003 haben der Chefdirigent Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker ihr erstes großes "Education-Projekt" geleitet: 250 Berliner Kinder und Jugendliche aus 25 Nationen tanzen Igor Strawinskys Ballett "Le Sacre du Printemps". Keiner der Schüler, die überwiegend aus Berliner „Problemschulen“ stammen, ist mit klassischer Musik oder Tanz vertraut. Der preisgekrönte Dokumentarfilm begleitet drei der jugendlichen Protagonisten während der Probenzeit. Dabei zeigen Thomas Grube und Enrique Sánches Lansch die Entwicklung der jungen Menschen zu wachsendem Selbstbewusstsein – und schaffen einen mitreißenden, leidenschaftlichen Film über ein in seiner Radikalität und Schönheit einmaliges Musik-Tanz-Pädagogik-Projekt.

Do. 29.07.2021, 21:15 Uhr

Sommerkino Open Air

Moskau einfach!

CHE 2020. R: Micha Lewinsky. D: Philippe Graber, Miriam Stein, Michael Maertens, Mike Müller. 99 Min. SchweizOmdtU. FSK: k. A.

Zürich, Herbst 1989. Viktor Schuler ist braver Polizeibeamter und wird undercover ins Schauspielhaus eingeschleust: Die Behörde, sehr aufmerksam, wenn es um linke Umtriebe geht, will alles wissen zum revolutionären Potential am mutmaßlich moskaugesteuerten Theater. Unter dem Namen Walo lässt er sich als Statist engagieren – und lernt eine Welt kennen, die völlig anders ist als das geordnete Beamtendasein im Büro. In Deutschland fällt die Mauer, in Zürich bröckeln Viktors Überzeugungen – und dann wird ein ungeheurer Skandal publik um eine Million Geheimakten, mit denen die Bundesanwaltschaft widerrechtlich Andersdenkende bespitzelt hat.

Micha Lewnisky gelingt eine großartige Satire, die die Paranoia der Polizeibehörden aufs Korn nimmt und auch die Salonkommunisten des Theaters nicht auslässt. Zugleich ist MOSKAU EINFACH! eine ernstzunehmende filmische Aufarbeitung des Fichenskandals, in dem ein rechtsreaktionärer Staat im Staate im tiefen Selbstverständnis als wahrer Hüter der wahren Schweiz das eigene Volk beschnüffelt und drangsaliert hat.

Fr. 30.07.2021, 21:15 Uhr

IFFMH präsentiert:

Badlands

USA 1973. R: Terrence Malick. D: Martin Sheen, Sissy Spacek, Warren Oates, Ramon Bieri, John Carter. 90 Min. EnglOmdtU. FSK: 16

Gegen den Willen ihres Vaters verliebt sich die 15-jährige Holly in den zehn Jahre ältere Kit. Als die beiden durchbrennen wollen, erschießt Kit den Vater kurzerhand. Auf der Flucht in die „Badlands“ von Montana setzen sie ihre Mordserie fort, ohne Rücksicht auf Verluste, getrieben vom Freiheitsdrang jenseits gesellschaftlicher Normen.

In seinem Regiedebüt fängt Terrence Malick, der große Filmphilosoph des amerikanischen Kinos, die Ziellosigkeit einer ganzen Generation ein: traumatisiert vom Vietnamkrieg, angeekelt von überholten Moralvorstellungen. Der Engstirnigkeit dieser Gesellschaft stellt Malick die Weite des Landes entgegen, das in seinem Roadmovie wie eine postapokalyptische Kulisse wirkt. „Es war besser, eine Woche mit jemandem zu verbringen, der mich dafür liebte, wer ich war, als jahrelang einsam zu sein“, stellt Holly ungerührt fest. Solch entwaffnend fatalistische Poesie macht BADLANDS zu einer „Film-Meditation von zeitloser Schönheit und zu einem zentralen Werk des New Hollywood Kinos – eine Erweckung” (Sascha Keilholz).

BADLANDS lief 1974 als Deutschlandpremiere im Wettbewerb des IFFMH. Das Festival feiert vom 11. bis 21.11.2021 seine 70. Ausgabe und blickt in der Retrospektive auf Kinoentdeckungen aus der Geschichte des IFFMH.

Einführung: Dr. Sascha Keilholz, Leiter Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg (IFFMH)

Sa. 31.07.2021, 21:15 Uhr