Das fünfte Mannheim Musik Film Festival: Fünf großartige Musikfilme für alle, die Musik sehen und Filme hören wollen! Aretha Franklin singt Gospel, Stones-Gitarrist Ron Wood erzählt aus seinem Leben, Suzi Quatro steigt zum weiblichen Rockstar auf, der Sohn von Astor Piazzolla würdigt den Tango-Revolutionär und eine Ruhrpott-Hiphop-Band will groß rauskommen. Und als Auftakt würdigen wir Ennio Morricone mit einem der ganz großen Italowestern.

Coronabedingt findet unser Musikfilmfestival in abgespeckter Form statt, ohne Musiker und Filmemacher als Gäste – doch so stark das Virus ist, unsere Filmauswahl ist stärker!

Für ein paar Dollar mehr

Auftaktfilm - In memoriam Ennio Morricone

Für ein paar Dollar mehr

(Per qualche dollaro in più)
Per qualche dollaro in più)ITA/ESP/DEU 1965. R: Sergio Leone. D: Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger. 132 Min. EnglOmdtU. FSK: 16

Sergio Leone, Clint Eastwood und Ennio Morricone: Gemeinsam schufen sie den Italowestern, gemeinsam schufen sie mehrere Meisterwerke der Filmgeschichte. In ihrer zweiten Zusammenarbeit tritt die Musik aus der Hintergrundbegleitung in die Handlung ein: Eine Spieluhr ist wichtiger Handlungsträger, wenn es um das Bündnis zwischen den Kopfgeldjägern Monco (Eastwood) und Colonel Mortimer (Lee Van Cleef) gegen den Banditen Indio (Gian Maria Volonté) geht. Geld, Rache, Mord, Diebstahl und raffinierte Duelle inszeniert Leone in gewohnt gewaltigen Bildern. Und Ennio Morricone, der größte Star unter den Filmmusikkomponisten und Anfang Juli im Alter von 91 Jahren verstorben, tobt sich auf der Tonspur aus: Maultrommel, Pfeifen, Glocken und kehlige Rufe machen seine Filmmusik aus, wild und mitreißend.

Einführung: Harald Mühlbeyer

Mi. 23.09.2020, 19:30 Uhr

Aretha Franklin – Amazing Grace

Eröffnungsfilm

Aretha Franklin – Amazing Grace

USA 2018. R: Sydney Pollack, Alan Elliott. Dokumentarfilm. 89 Min. EnglOmdtU. FSK: 0

Januar 1972, New Temple Missionary Baptist Curch in Los Angeles: Aretha Franklin, die Queen of Soul, damals auf dem Zenit ihrer Karriere, kehrt für zwei Abende zurück zu ihren Wurzeln und nimmt ein Gospel-Album auf, live vor Publikum. Und produziert in inbrünstiger Performance, zwischen Gottesdienst und Popkonzert, die erfolgreichste Gospel-Platte überhaupt. Sydney Pollack filmte die Aufnahmen – die allerdings wegen technischer Probleme nie aus der Postproduktion herauskamen. Erst nach Franklins Tod 2018 konnte Alan Elliott den Film vollenden: berührend und ekstatisch.

Do. 24.09.2020, 19:30 Uhr, Sa. 26.09.2020, 21:30 Uhr

Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me

Ronnie Wood – Somebody Up There Likes Me

GBR 2019. R: Mike Figgis. Dokumentarfilm. 72 Min. EnglOmdtU. FSK: 6

Ron Wood spielt „nur“ die zweite Gitarre bei den Stones – Keith Richards steht viel mehr im Fokus. Doch ohne Ronnie geht nichts, weder im Sound noch im Persönlichkeitszirkus der Band – das beweist Mike Figgis (LEAVING LAS VEGAS) mit diesem straighten Doku-Porträt, das entspannt, informativ und ohne Firlefanz Woods Karriere von der Jeff Beck Group über die Faces bis zu den Stones verfolgt, ihn als bildenden Künstler zeigt und seine Alkohol- und Drogenabgründe ausleuchtet. Auch seine Kunst an der Gitarre kommt nicht zu kurz: und Ronnie Wood steht endlich mal im Mittelpunkt!

Do. 24.09.2020, 21:30 Uhr, Sa. 26.09. & Mi. 30.09.2020, 19:30 Uhr

We Almost Lost Bochum – Hiphop aus dem Pott

We Almost Lost Bochum – Hiphop aus dem Pott

DEU 2019. R: Julian Brimmers, Benjamin Westermann. Dokumentarfilm. 104 Min. FSK: 6

Die Geschichte von RAG – Ruhrpott AG, der besten deutschen Hiphop-Band, die nie den Sprung ins kollektive Bewusstsein vollzogen hat. Ein Film über Freundschaft, Hiphop, Leben und Tod im Ruhrgebiet. 20 Jahre nach Veröffentlichung ihres Klassiker-Albums „Unter Tage“ ziehen die Bandmitglieder Bilanz, und Jan Delay, Kool Savas, die Stieber Twins etc. erzählen davon, wie sehr RAG sie inspiriert haben: Ein Blick auf die erste echte Hochphase des deutschen Hiphop, direkt und authentisch mitten hinein in die Szene.

Am 29.09. in Anwesenheit von DJ MoERockZ, Gründer des Mannheimer Hiphop-Labels M-Pire Records.

Fr. 25.09. & Di. 29.09.2020, 19:30 Uhr

Suzi Q

Suzi Q

AUS 2019. R: Liam Firmager. Dokumentarfilm. 104 Min. EnglOmdtU. FSK: 0

Susan Kay Quatro, Mädchen aus Detroit, wird einer der größten Rockstars der 1970er: 1973 erlebt Suzi Quatro den Durchbruch, mit Songs wie „Can the Can“ oder „48 Crash“, schnell, hart, powervoll, erfolgreich. Damit widerlegte sie die Männlichkeitsmythen des Hardrock, stand als Frontwoman selbstbewusst im Rampenlicht, definierte das Image von Frauen im Rock’n’Roll neu. Und ging ihren Weg, als Sängerin, Songwriterin, Bassistin, Autorin, Schauspielerin, Radiomoderatorin, Dichterin. Bis heute: Für den 6. November ist ein Konzert im Mannheimer Rosengarten angekündigt.

Fr. 25.09.2020, 21:30 Uhr, Mo. 28.09.2020, 19:30 Uhr

Astor Piazzolla – The Years of the Shar

Astor Piazzolla – The Years of the Shar

(Piazzolla, los años del tiburón)
ARG/FRA 2018. R: Daniel Rosenfeld. Dokumentarfilm. 92 Min. SpanOmdtU. FSK: k. A. Der argentinische Bandeonist Astor Piazzolla (1921-1992) revolutionierte den Tango. Als einer der weltbesten Harmonikaspieler stellte er, rebellisch, streitbar, leidenschaftlich, dem traditionellen Tango Argentino seinen Tango Nuevo gegenüber – und schrieb die Musik mehrerer Filme, unter anderem für TANGOS (1985), SUR (1988) und EL VIAJE (1992). Daniel Rosenfeld, Piazzollas Sohn, stützte sich für sein lebendiges filmisches Porträt auf die Privatsammlung der Familie mit einzigartigen Konzert- und Familienaufnahmen, die er zu einer rhythmischen Komposition über die Kunst und Biographie Piazzollas verbindet, mit ihren Höhen und Tiefen.

So. 27.09.2020, 19:30 Uhr, Mi. 30.09.2020, 17:30 Uhr