Der Helene-Hecht-Preis geht im Jahr 2019 an die Heidelberger Sounddesignerin Ana Monte. Den in diesem Jahr erstmals ausgelobten Helene-Hecht-Nachwuchspreis erhält die Filmemacherin Laura Elisabeth Staab aus Mannheim. Eine Lobende Erwähnung im Nachwuchsbereich vergab die Jury an die Heidelberger Filmemacherin Amber Laurène Arundel. Die Preisverleihung findet am Freitag, 28. März statt. Am Abend vor der Preisverleihung zeigt das Cinema Quadrat in Anwesenheit der Geehrten den Langfilm MORRIS AUS AMERIKA, an dem die Hauptpreisträgerin Ana Monte beim Ton mitgewirkt hat, sowie den Kurzfilm ZWEI von Laura Elisabeth Staab und den Kurzfilm MY STORY – YOUR STORY von Amber Laurène Arundel.

Morris aus Amerika

Langfilm

Morris aus Amerika

DEU/USA 2016. R: Chad Hartigan. D: Markees Christmas, Craig Robinson, Carla Juri, Lina Keller, Eva Löbau. Mitarbeit beim Ton: Ana Monte. 90 Min. FSK: 12

Morris ist 13, nicht gerade schlank und schwarz. Doch das ist eigentlich nicht sein Problem. Frisch gestrandet aus New York lebt er allein mit seinem Vater Curtis, der im Trainerteam des hiesigen Profi-Fußball-Clubs arbeitet, in Heidelberg. Die Leidenschaft für Hip Hop schweißt die beiden zusammen. Doch Freunde zu finden und sich in dieser völlig neuen Welt mit der unbekannten deutschen Sprache zu behaupten, ist ansonsten nicht so einfach, vor allem, wenn man Gangster Rapper werden will. Doch dann trifft Morris Katrin und sein ganzes Leben steht Kopf. Und eine Party in Frankfurt könnte ihm einen Auftritt mit einer Rap-Einlage bieten. Diese Coming of Age-Geschichte erzählt in feinen Nuancen von der Fremdheit und von den unerreichbaren Träumen, die zum Erwachsenwerden dazugehören.

Sounddesignerin Ana Monte, diesjährige Helene-Hecht-Preisträgerin, hat bei der Tonproduktion des Films mitgearbeitet.

Mo. 27.03.2019, 19:30 Uhr

Kurzfilme

Kurzfilm: ZWEI
R: Laura Elisabeth Staab, 11 Minuten
Die Mannheimerin Laura Staab studiert Film an der Hochschule für Bildenden Künste Hamburg. In ZWEI erzählt sie anhand der Beziehung zweier Männer in elf emotionalen Minuten von Vertrautheit und Trost und von der zerstörerischen Kraft der inneren Traurigkeit.

 Kurzfilm: MY STORY – YOUR STORY
R: Amber Laurène Arundel, 7 Minuten
In noch jugendlichem Alter drehte die Heidelbergerin Amber Arundel diese intensive Erforschung der dunkelsten Plätze, an die eine Seele gelangen kann.

Preisträgerinnen des Helene-Hecht-Preises 2019

Zum Helene Hecht-Preis 2019

2019 wird der Helene-Hecht-Preis erstmals in der Kategorie Film verliehen. Frauen aus der Filmbranche, die in der Metropolregion Rhein-Neckar leben, konnten sich bewerben. Eine fachkundige Jury entschied über die Preisträgerinnen des Helene-Hecht-Preises. Jurymitglieder in diesem Jahr waren Silke Johanna Räbiger, die ehemalige Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln, Sophie Charlotte Rieger, freie Journalistin und Bloggerin (www.filmloewin.de) sowie Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Professor für Filmwissenschaft und Vizepräsident der DEKRA Hochschule für Medien Berlin.

Die Auswahlmitglieder begründen ihre Entscheidung für den Hauptpreis wiefolgt: „Ana Monte beeindruckte die Jury sowohl mit der Qualität als auch mit der Bandbreite ihrer Arbeitsproben. Von der Kriegsberichterstattung bis hin zur Action-Serie vermag die Sounddesignerin die Atmosphäre der verschiedenen Genres und Formate souverän zu bedienen – insbesondere in Anbetracht ihrer nur siebenjährigen Berufserfahrung eine äußerst bemerkenswerte und preiswürdige Leistung.“

Zur Begründung für die Verleihung des Helene-Hecht-Nachwuchspreises schreibt die Jury: „Der Helene-Hecht-Nachwuchspreis geht an die Filmemacherin Laura Elisabeth Staab, deren Kurzfilme sich durch dichte Bildkompositionen und eine subtilen Tongestaltung auszeichnen. Speziell in ihrem Film „Zwei“ gelingt es ihr, in langen Einstellung von der wachsenden Entfremdung in einer homosexuellen Beziehung zu erzählen: emotionale, körperliche Filmkunst, die Nähe zu den Figuren sucht und das Publikum im besten Sinne herausfordert.“

Amber Laurène Arundel erhielt eine Lobende Erwähnung: „Eine lobende Erwähnung geht an Amber Laurène Arundel, die jüngste Teilnehmerin an dem Helene-Hecht-Nachwuchspreis. Die Jury war beeindruckt von ihrem Film „My Story - Deine Story“. Mit einem klaren Drehbuch und stilistisch einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln beleuchtet sie die komplexen Themen von Depression und Angststörungen.“

Der Helene-Hecht-Preis wird seit 2010 zweijährlich von der Stadt Mannheim über den FrauenKulturRat in wechselnden Kategorien vergeben, um die historischen und gegenwärtigen Leistungen von Frauen im Kunst- und Kulturbereich sichtbar zu machen. 2019 konnten sich Bewerberinnen aus der Filmbranche bewerben, die in der Metropolregion Rhein-Neckar leben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Der Helene-Hecht-Nachwuchspreis für junge kulturschaffende Frauen und Künstlerinnen bis einschließlich 27 Jahren wurde in diesem Jahr erstmals vergeben, er ist mit 1.000 Euro dotiert.

Das Preisgeld für den Helene-Hecht-Preis wird von den 10 Clubs Soroptimist International der Metropolregion Rhein-Neckar gespendet. Das Preisgeld für den Helene-Hecht-Nachwuchspreis wird vom Inner Wheel Club Mannheim gespendet. Darüber hinaus wird der Helene-Hecht-Preis 2019 von der VR Bank Rhein-Neckar, der Karin und Carl-Heinrich ESSER Stiftung, der Heinrich-Vetter-Stiftung, den rem Museen, dem Verlag Waldkirch Mannheim, der Lochbühler Aufzüge GmbH, der Winzergenossenschaft eG Schriesheim und weiteren Mitgliedern des Förderkreises, die nicht genannt werden möchten, unterstützt.

Der Helene-Hecht-Preis ist nach der Mannheimer Mäzenin Helene Hecht (1954 – 1940) benannt, die neben Berta Hirsch den größten Salon Mannheims führte, in dem sie die Begegnung und den Austausch von Künstler*innen und Kulturschaffenden ermöglichte. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde sie auf ihre jüdische Herkunft reduziert, verfolgt und deportiert. Als 86jährige starb Helene Hecht 1940 auf der Deportationsfahrt der badischen und pfälzischen Juden in das Lager Gurs in Südfrankreich. Ihr tragisches Ende zeigt, dass auch eine außergewöhnliche Lebensleistung nicht mehr anerkannt wird, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen ändern.

Weitere Informationen: auf der Webseite der Stadt Mannheim