Quentin Tarantino verfolgt und vertreibt in ONCE UPON A TIME … IN HOLLYWOOD nicht nur den Geist von 1969, sondern zeichnet auch ein Bild von der Filmindustrie Ende der 1960er. Anlass genug für einen Blick darauf, wie Hollywood sich selbst filmisch darstellt.

Boulevard der Dämmerung – Sunset Boulevard

Boulevard der Dämmerung – Sunset Boulevard

(Sunset Boulevard)
USA 1950. R: Billy Wilder. D: Gloria Swanson, William Holden, Erich von Stroheim, Nancy Olson, Cecil B. DeMille, Hedda Hopper, Buster Keaton. 110 Min. EnglOmdtU. FSK: 12

Joe Gillis liegt tot im Swimming Pool. Und erzählt aus dem Jenseits, wie es dazu kam: Als erfolgloser Drehbuchautor geriet er auf der Flucht vor seinen Gläubigern auf das gespenstisch wirkende Anwesen der Stummfilmdiva Norma Desmond, die ihn überredet, das Drehbuch für ihr großes Comeback zu schreiben. Ein Comeback, das lediglich in ihrer Vorstellung existiert. Immer mehr gerät sie in den Wahn ihres früheren Ruhmes, und Gillis wird mitgerissen. Billy Wilder rechnet sarkastisch mit dem Hollywood-System ab, in dem die Stars der Vergangenheit vergessen und verloren der Einsamkeit, der Illusion und dem Wahnsinn verfallen. Zahlreiche erfolgreiche Protagonisten der Stummfilmära spielen mit, neben Gloria Swanson als Norma und Erich von Stroheim als ihr Butler beispielsweise auch Buster Keaton.

Mi. 11.12.2019, 19:30 Uhr

Singin’ in the Rain

Singin’ in the Rain

USA 1952. R: Stanley Donen, Gene Kelly. D: Gene Kelly, Debbie Reynolds, Donald O’Connor, Jean Hagen, Millard Mitchell. 103 Min. EnglOmdtU. FSK: 12

Don Lockwood und seine Leinwandpartnerin Lina Lamont sind beliebte Filmstars. Doch dann läutet der Film THE JAZZ SINGER die neue Ära des Tons ein – und Lina hat ein Problem: Ihre quäkende Stimme und ihr unpassender Akzent hören sich furchtbar an. Also soll die junge Schauspielerin Kathy Selden, Dons Geliebte, hinter den Kulissen Lina synchronisieren… Der Beginn der Tonfilmzeit bedeutete für viele erfolgreiche Stars das Ende ihrer Popularität. Gene Kellys Filmmusical spielt vor dem Hintergrund des Tonfilms, und er spielt mit ihm: Der Umbruch von visueller, tonloser Darstellung zu Sprache und Musik wird in temperamentvollen Tanz- und Musikszenen gezeichnet. Die Reminiszenz an die Filmgeschichte, die spielerische Präzision, die ironischen Brechungen und die vollkommene Integration von Musik und Tanz in die Erzählung machen den Film zu einem Höhepunkt seines Genres.

So. 15.12.2019, 19:30 Uhr, Mi. 18.12.2019, 17:30 Uhr

Once Upon a Time… in Hollywood

Once Upon a Time… in Hollywood

Margaret Qualley, Al Pacino, Bruce Dern. 161 Min. EnglOmdtU. FSK: 16.

Im August 1969 wurden die hochschwangere Sharon Tate und vier weitere Personen von Mitgliedern der Manson-Family bestialisch ermordet. Quentin Tarantinos Filmversion der Ereignisse setzt ein halbes Jahr vorher ein: Rick Dalton, ehemaliger Star einer Western- TV-Serie und Nachbar von Roman Polanski und Sharon Tate, arbeitet an seinem Comeback. Sein Stuntdouble/Fahrer/Freund/Mädchen für alles Cliff Booth lernt ein Hippiemädchen kennen, das zur Manson-Familie gehört. Und Sharon Tate sieht sich im Kino einen Film an, in dem sie mitgespielt hat. Das aufstrebende Starlet am Beginn einer Karriere, der abgehalfterte Schauspieler, der um seine Karriere kämpft, der kleine Handwerker aus dem Maschinenraum Hollywoods – und Tarantinos Erzählkunst, die die ambivalente Stimmung der Endsechziger aufnimmt und andererseits die Realität dem Film unterwirft, machen diesen vielschichtigen, unterhaltsamen, erschreckenden Film zu einem der besten des Jahres. Wenn nicht des Jahrzehnts.

Mi. 25.12., Do. 26.12., Fr. 27.12. & Sa. 28.12.2019, 19:30 Uhr