Buenos días, liebe Freundinnen und Freunde des lateinamerikanischen Kinos! Ein Literaturnobelpreisträger kehrt zurück in seine Heimat im argentinischen Hinterland (EL CIUDADANO ILUSTRE), und zwei WG-Genossen in Havanna versuchen, den kubanischen Alltag zu ertragen (ÚLTIMOS DIÁS EN LA HABANA). Während eine Frau 700 Meilen durch die argentinische Wüste reist, um eine neue Arbeitsstelle als Hausmädchen anzunehmen (LA NOVIA DEL DESIERTO), findet in Buenos Aires ein Hausmädchen im nahegelegenen Nudistenclub so etwas wie Freiheit (LOS DECENTES). In einer mexikanischen Waldhütte ist die Erfüllung aller ungezähmten Wünsche möglich (LA REGIÓN SALVAJE), und auf der Suche nach seinem Bruder findet ein desertierter Soldat im brasilianischen Porto Alegre eine queere Alternativ-Familie (O NINHO). In Chile tobt ein Scheidungskrieg um eine 12jährige, deren Mutter mit einer Frau zusammenlebt (RARA), und eine Transgender-Frau trauert um ihren Mann, gegen jeden Widerstand von dessen Familie (UNA MUJER FANTÁSTICA). Die Enkelin von Salvador Allende durchforstet dokumentarisch ihre Familiengeschichte (ALLENDE, MI ABUELO ALLENDE), ein weiser Heiler erwandert die Heiligen Berge der Anden (LOS OJOS DEL CAMINO) und ein kulinarischer Hochgenuss-Film feiert die Köstlichkeiten der peruanischen Küche (DE OLLAS Y SUEÑOS).

Die 18. Ausgabe des Festivals Cine Latino bietet nicht nur das Beste des aktuellen lateinamerikanischen Kinos, nein: Es läuft mit das Beste des Kinos überhaupt. Beweis gefällig? Der Auslands-Oscar für UNA MUJER FANTÁSTICA, beispielsweise. Oder die Cannes-Auszeichnung als bester Dokumentarfilm für ALLENDE, MI ABUELO ALLENDE. Oder die vielen anderen Preise, die die Cine Latino-Filme auf Festivals weltweit gewonnen haben. Und natürlich spiegelt sich in der Filmauswahl das Leben, die Kultur, die Gesellschaft der Produktionsländer: Ob Kuba oder Mexiko, Chile, Peru, Brasilien oder Argentinien, Cine Latino bietet eine Vielfalt von filmischen Einblicken in mittel- und südamerikanische Lebenswelten. Sogar höchst sinnenfreudig können Sie Südamerika bei uns erleben: Zum kulinarischen Kino mit DE OLLAS Y SUEÑOS bietet die Köchin Clarisa Bravo peruanische Köstlichkeiten an.

Die elf Filme des Cine Latino 2018 heißen Sie willkommen zu einer Entdeckungsreise durch Mittel- und Südamerika. Wir freuen uns auf Sie!

Gunter Pietschmann und Sabine Fischer Festivalleitung Cine Latino Heidelberg / Mannheim

Rar

Rara – Meine Eltern sind irgendwie anders

(Rara)
Chile 2016. R: Pepa San Martín. D: Julia Lübbert, Emilia Ossandon, Mariana Loyola, Agustina Munoz, Daniel Munoz. 86 Min. OmdtU. FSK: 0

Sara ist fast 13 und kommt langsam in das Alter, in dem sich ihre Gedanken um die erste Liebe und beste Freundinnen drehen und die Schulleistungen auch mal ein wenig darunter leiden können. Die Tatsache, dass ihre Mutter seit der Trennung von ihrem Vater mit einer Frau zusammenlebt, ist für das pubertierende Mädchen dagegen kein Problem. Gemeinsam mit Saras kleiner Schwester Cata sind sie eine ganz normale Patchwork-Familie der oberen Mittelschicht. Doch für Saras Umfeld scheint die Situation nicht ganz so selbstverständlich zu sein, und auch ihr Vater entwickelt Bedenken, ob das Zusammenwohnen mit zwei Frauen gesund für seine Töchter ist. Aus Sorge leitet er schließlich rechtliche Schritte ein, die die zuvor größtenteils intakte Welt der Kinder erschüttern. Auch wenn Erwachsene das Richtige für ihre Kinder wollen, können sie das Falsche tun. Das einfühlsame Spielfilmdebüt von Pepa San Martín beruht auf einem realen Justizskandal, der sich über Jahre hinzog, und ist ganz aus der Perspektive der 12-jährigen Sara erzählt.

Pepa San Martín wurde 1974 in Curicó, Chile, geboren. Nach einem Schauspielstudium nahm sie an verschiedenen Theaterproduktionen teil und begann Regie zu führen. Seit 2004 arbeitet sie als Regieassistentin bei Filmproduktionen. 2011 inszenierte sie ihren ersten Kurzfilm LA DUCHA, der auf der Berlinale den DAAD-Kurzfilmpreis gewann. RARA ist ihr erster Spielfilm. Er erhielt den Großen Preises der Internationalen Jury von Generation Kplus der Berlinale 2016.

Mi., 09.05.2018, 19:30 Uhr

Der Nobelpreisträter

Der Nobelpreisträger

(El ciudadano ilustre)
Argentinien, Spanien 2016. R: Gaston Duprat, Mariano Cohn. D: Oscar Martínez, Dady Brieva, Andrea Frigerio. 118 Min. OmdtU. FSK: 12

Zum ersten Mal seit 40 Jahren kehrt der Literaturnobelpreisträger Daniel Mantovani in seinen Heimatort in der argentinischen Provinz zurück, um die Ehrenbürgerwürde anzunehmen. Ganz gegen seine Gewohnheit: Pflegt er doch sonst, sich von gesellschaftlicher Verpflichtungen zu entziehen. Was als nostalgische Reise an die Quelle seiner literarischen Inspiration beginnt, wird für den berühmten Autor bald zum allzu realen Höllentrip. Mantovani freut sich darauf, seine erste Liebe, die alten Freunde und Bekannten aus seiner Heimat wiederzusehen. Er akzeptiert die Einladung des Bürgermeisters, gibt Interviews fürs örtliche Fernsehen, wird Jurymitglied für einen Kunstpreis. So scheint dann zunächst auch alles perfekt – doch die Einheimischen, die ihn einerseits mit einem geschnitzten Gürteltier oder einem Fußballtrikot beschenken, verachten ihn andererseits als verwöhnte Kulturtouristen. Bewunderung und Stolz schlagen alsbald um in Neid und Missgunst, und als er von einer jugendlichen Dorfschönheit im Hotelzimmer aufgesucht wird, nimmt das Unheil unerbittlich seinen Lauf…

Die mehrfach ausgezeichnete Satire erhielt unter anderem in Venedig den Coppa Volpi für den besten Darsteller.

Gastón Duprat und Mariano Cohn arbeiten seit etwa 25 Jahren zusammen, als sie sich 1993 in Buenos Aires auf einem Festival für experimentelle Videos kennenlernten, und entschieden sich bewusst, künftig als Duo zusammenzuarbeiten. Sie erfanden 1999 eines der ersten Reality-TV-Formate der Welt, gründeten einen Kultursender für Buenos Aires, drehten Dokumentarfilme und seit 2008 Spielfilme. EL CIUDADANO ILUSTRE war der vierterfolgreichste Film des Jahres in Argentinien.

Mi. 09.05.2018, 21:30 Uhr, Sa. 12.05.2018, 19:30 Uhr

Von t öpfen und Träumen

Von Töpfen und Träumen

(De ollas y sueños)
Peru, Brasilien 2009. R: Ernesto Cabellos. Dokumentarfilm. 75 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Kann sich eine gesamte Nation in ihrer Gastronomie widerspiegeln? Auf der Suche nach einer Antwort besucht der Film die Küchen Perus, von der Küste über das Hochland und den Urwald bis hin zu den peruanischen Enklaven in Paris, London, Amsterdam und New York, von der bescheidenen Familienküche, die zuhause althergebrachte Rezepte bewahrt, bis hin zum ausländischen In-Restaurant, wo peruanische Köche Pionierarbeit leisten. Die Küche Perus ist die Identität Perus: aus den Düften der Töpfe steigt eine wahrhaft köstliche Geschichte herauf. Wenn man jedes Jahr zur Procesión del Señor de los Milagros kommt und die lokalen Snacks und Spezialitäten isst, hat man wieder teil an Kindheit, Tradition, Land und Geschichte. Ob in den Anden oder in einer Metropole der Welt – dieser Dokumentarfilm kombiniert eine tiefgründige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit spektakulären Bildern über das Essen und seine Zubereitung.

Ernesto Cabellos, 1968 in Lima geboren, arbeitet als Dokumentarfilmer und Kameramann in Peru. 1994 gründete er die non-profit-Filmproduktionsgesellschaft "Guarango Cine y Video", in der er sich mit einem engagierten Team sehr erfolgreich sozial wichtiger Themen annimmt.

Eintrittspreis inklusive drei kleine Appetithappen der peruanischen Küche: Normal 13 Euro / erm. 11 Euro / Mitglieder Cinema Quadrat 10 Euro 

Do. 10.05.2018, 19:30 Uhr

Eine fantastische Frau

Eine fantastische Frau

(Una mujer fantástica)
Chile, Spanien, USA, Deutschland 2017. R: Sebastiàn Lelio. D: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Kuppenheim. 104 Min. OmdtU. FSK: 12

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier erleidet Orlando einen Anfall, die Ärzte können nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Denn Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. UN MUJER FANTÁSTICA erhielt 2018 den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Seit 2006 dreht Sebastián Lelio Filme, oftmals preisgekrönt. Seinen internationalen Durchbuch erlebte er 2013 mit dem vielfach ausgezeichneten GLORIA – in der Hauptrolle Paulina García, die nun in LA NOVIA DEL DESIERTO zu sehen ist. Sein erster englischsprachiger Film DISOBEDIENCE mit Rachel Weiz und Rachel McAdams wurde 2017 in Toronto uraufgeführt, derzeit arbeitet er an einem US-Remake von GLORIA mit Julianne Moore in der Titelrolle.

Fr. 11.95.2018, 19:30 Uhr, Di. 15.05.2018, 21:30 Uhr

Das Nest

Das Nest

(O Ninho)
BRA 2016. R: Filipe Matzembacher, Márcio Reolon. D: Nicolas Vargas, Sophia Starosta, Lucas Riedl, Felipe Paes. Miniserie in vier Teilen. 104 Min. OmdtU. FSK: 12

Der junge Soldat Bruno desertiert von seiner Truppe, um in der brasilianischen Metropole Porto Alegre nach seinem verschollenen Bruder Leo zu suchen, den er jahrelang nicht gesehen hat. Von Leo fehlt scheinbar jede Spur, doch Bruno lernt dessen Freunde kennen: die Barfrau Stella, die Party-Kids Iggy, Ariel und Kin und deren "Generalin", die Club-Besitzerin und Drag-Queen Marlene. Bruno, bedroht vom Militär und allgegenwärtiger Homophobie, lässt sich immer mehr auf das wilde Treiben der Gang ein, auf sexuelle Experimente und lustvolle Exzesse, aber auch auf die merkwürdige Geborgenheit, die ihm seine neuen Freunde geben. Allmählich beginnt Bruno die Welt mit Leos Augen zu sehen. Dabei ist er seinem Bruder dichter auf den Fersen, als er glaubt.

Diese innovative brasilianische Miniserie – erfolgreich auf Festivals weltweit – erzählt in kraftvoll leuchtenden Bildern von einer Brudersuche, die zu neuen Freiheiten führt, und vom subversiven Entwurf einer alternativen Familie queerer Paradiesvögel.

Filipe Matzembacher, geboren 1988 im südbrasilianischen Porto Alegre, studierte Filmregie und ist als Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Kurator tätig. Márcio Reolon, geboren 1984 in Porto Alegre, arbeitete zunächst als Schauspieler, bevor er Filmregie studierte. Neben seiner Arbeit als Regisseur ist Reolon als Produzent, Drehbuchautor und Verleiher tätig. Nach einer Reihe von gemeinsamen Kurzfilmen lief ihr Spielfilmdebüt, das Roadmovie BEIRA-MAR, 2015 auf der Berlinale.

Fr. 11.05.2018, 21:30 Uhr

The Untamed

The Untamed

(La región salvaje)
Mexiko/Dänemark, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweiz 2016. R: Amar Escalante. D: Ruth Ramos, Simone Bucio, Jesús Meza, Eden Villavicencio. 98 Min. OmdtU. FSK: 16

Eine Kleinstadt in der Tiefebene Mexikos: Sex und Liebe können fragil sein, wenn starke Familienwerte, Heuchelei, Homophobie und männlicher Chauvinismus zusammentreffen. Der problematische Alltag von Ángel und Alejandra, Eltern zweier Jungen, ist von Einsamkeit geprägt, von Lügen und unterdrückten Trieben. Straßenarbeiter Ángel ist ein Macho, der eine Affäre mit Alejandras Bruder Fabián hat, einem Krankenpfleger. Ein Meteoriteneinschlag verändert alles – denn danach trifft das Paar auf die mysteriöse Verónica. Verónica überzeugt Alejandra, dass in einer abgelegenen Waldhütte die Antwort auf alle Probleme wartet. An dem Ort befindet sich die Quelle für bisher unbekannte sexuelle Befriedigung, aber dieser Sex ist auch verdammt gefährlich. Man muss mit diesem Etwas Frieden schließen – oder seinen Zorn erdulden.

LA REGIÓN SALVAJE ist Amat Escalantes vierter Spielfilm. Sein vorheriger Film HELI wurde bei den Filmfestspielen in Cannes 2013 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Escalante, geboren 1979, ist autodidaktischer Filmemacher aus Guanajuato, Mexiko. Er begann seine Arbeit am Film im Alter von 15. Nach zwei Kurzfilmen schrieb und inszenierte er seinen ersten Langspielfilm, SANGRE, einen FIPRESCI-Preisträger der Filmfestspiele in Cannes 2005 (Sektion: Un Certain Regard). Sein zweiter Spielfilm, LOS BASTARDOS, wurde ebenfalls in Cannes präsentiert.

Sa. 12.05.2018, 21:30 Uhr

Die Augen des Weges

Die Augen des Weges

(Los ojos del camino)
Peru 2016. R: Rodrigo Otero Heraud. Dokumentarfilm. 88 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Ein Mann aus den Anden, der in verschiedenen Regionen der Kordilleren auftaucht, der wieder verschwindet wie ein Geist, der einen letzten Blick auf die heiligen Berge werfen möchte, der sich mit dem Wasser, den Felsen, den Männern unterhält, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, unter welcher Krankheit die Menschheit der Gegenwart leidet: Hipólito Peralta Ccama ist ein spiritueller Meister der andinen Tradition, ein Heiler, ein Weiser, ein Mensch mit einer Dichterseele, der die Welt mit dem Herzen eines Kindes der Erde sieht. Mittels einer traumhaften und poetischen Filmsprache begleitet der Film Ccama auf einer Pilgerreise durch Natur und Dörfer in seiner Vision und Mission, die Herzen der Menschen anzusprechen – ein visuelles Gedicht mit überwältigenden Aufnahmen der Andenbergwelt.

Rodrigo Otero Heraud, geboren 1978 in Lima, hat Film studiert und eine Ausbildung in Akupunktur absolviert. Er ist ein Filmautor mit sehr persönlicher Arbeitsweise, in der er sich mit wenigen Mitarbeitern eine persönliche Nähe zu seinen Projekten schaffen. Er leitet, filmt und editiert seine Werke und damit bewahrt er einen eigenen Stil. In seinen Dokumentarfilmen, experimentellen Werken und Spielfilmen befasst er sich mit transzendentalen Themen wie dem ursprüngliche Wissen indigener Völker und den verschiedenen spirituellen Prägungen der Völker und Kulturen in Peru.

So. 13.05.2018, 19:30 Uhr, Mi. 16.05.2018, 21:30 Uhr

Die Liebhaberin

Los decentes

(Die Liebhaberin)
Argentinien, Österreich, Südkorea 2016. R: Lukas Valenta Rinner. D: Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra. 100 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Als die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Belén einen Job als Hausmädchen bei einer reichen Familie annimmt, bekommt sie erstmals in ihrem Leben einen der entlegenen Außenbezirke von Buenos Aires zu sehen. Hohe Mauern schützen das Anwesen, hinter dem dschungelähnliches Gebiet liegt. Auf einem ihrer Spaziergänge entdeckt Belén ein Nudistencamp. Ihre heimlichen Besuche als Voyeurin häufen sich, doch schließlich wird sie von der Nudisten-„Familie“ als vollwertiges Mitglied aufgenommen und erlebt nie gekannte Zügellosigkeit und Harmonie. Doch der Zusammenprall zweier Welten erzeugt eine Reibung, die nicht ohne Folgen bleibt...

LOS DECENTES wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Diagonale Preis und dem Wiener Filmpreis.

Lukas Valenta Rinner wird 1985 in Salzburg geboren. Zwischen 2004 und 2011 studierte er Filmregie in Barcelona und an der Universidad del Cine in Buenos Aires. Im Rahmen des Studiums entwickelt er seinen ersten Kurzfilm BRIEF AN FUKUYAMA (2010). Sein erster Spielfilm PARABELLUM, prämiert u. a. im Wettbewerb des lnternationalen Filmfestivals Rotterdam, wird auf mehr als 30 internationalen Festivals gezeigt. 2012 gründet er in Salzburg und Buenos Aires die Produktionsfirma Nabis Filmgroup. LOS DECENTES ist sein zweiter Spielfilm. Er lebt in Salzburg und Buenos Aires.

So. 13.05.2018, 21:30 Uhr, Mi. 16.05.2018, 17:30 Uhr

Die letzten Tage in Havanna

Letzte Tage in Havanna

(Últimos días en La Habana)
Kuba 2016. R: Fernando Pérez. D: Jorge Martínez, Patricio Wood, Gabriela Ramos, Cristian Jesús Pérez. 93 Min. OmdtU. FSK: 12

Miguel und Diego leben gemeinsam in einer heruntergekommenen Wohnung in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Doch das Leben der beiden Mittvierziger könnte unterschiedlicher nicht sein: Während Miguel sein Geld als Tellerwäscher in einem Restaurant verdient und davon träumt, endlich das ersehnte Visum zu erhalten, um in die USA auswandern zu können, ist Diego aufgrund seiner AIDS-Erkrankung ans Bett gefesselt und wartet auf den Tod. Auch vom Wesen her sind die beiden Männer völlig unterschiedlich, denn Miguel verschließt sich immer mehr vor seinen Mitmenschen, Diego hingegen möchte seine letzten Tage nicht einsam und alleine verbringen. Als Miguel eines Tages tatsächlich sein Visum für die USA erhält, steht er vor einer Entscheidung… Der Film wurde auf dem Filmfestival Malaga als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet.

Fernando Pérez, geboren 1944 in Havanna, begann 1962 als Produktionsassistent und Übersetzer im kubanischen Filminstitut zu arbeiten, schrieb Filmkritiken und studierte Literatur. In den 1970ern Arbeit als Regieassistent und als Russischlehrer. Danach viele Dokumentarfilme, ab 1987 auch Spielfilme. International bekannt wurde er durch LA VIDA ES SILBAR (DAS LEBEN EIN PFEIFEN, 1998) und SUITE HABANA (SUITE HAVANNA, 2003). Seinen Filmen ist die Liebe zum eigenen Land anzumerken, gleichzeitig betrachtet er in ÚLTIMOS DÍAS EN LA HABANA eine Gesellschaft, die sich kaum noch bewegt, obwohl sie sich auf immer wieder neue Situationen einstellen muss: flexibel, einfallsreich, mitunter listig. Termin:

Anschließend Filmdiskussion. In Kooperation mit Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba

Mo. 14.05.2018, 19:30 Uhr

Senora Teresa

Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben

(La novia del desierto)
Argentinien, Chile 2017. R: Cecilia Atán, Valeria Pivato. D: Paulina García, Claudio Rissi. 78 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Seit drei Jahrzehnten arbeitet die 54-jährige Teresa Godoy als Hausmädchen in einem Einfamilienhaus in Buenos Aires. Als die Familie ihr Haus verkaufen muss, ist Teresa gezwungen, eine Arbeitsstelle im 700 Meilen entfernten San Juan anzunehmen. Obwohl sie nicht gerne reist, macht sie sich auf den langen Weg durch die steinige argentinische Wüste. Bei ihrem ersten Zwischenstopp im Land der wundersamen „Heiligen Correa“ verliert sie ihre Reisetasche mit all ihren Habseligkeiten. Durch diesen Zwischenfall lernt sie inmitten der faszinierenden Landschaft des argentinischen Hinterlandes den ebenso charmanten wie undurchschaubaren fahrenden Händler El Gringo kennen, der ihr als Einziger helfen kann, ihre Tasche und ihren Seelenfrieden wiederzufinden. Was wie das Ende ihrer Welt schien, erweist sich als ihre Rettung. Cecilia Atán, geboren 1978, arbeitete als Regieassistentin unter anderem mit Eduardo Mignogna. 2012 drehte sie ihren ersten Kurzfilm, 2015 führte sie bei acht Episoden einer Dokumentarserie Regie. Valeria Pivato, geboren 1973, arbeitete als Regieassistentin und Script Supervisor unter anderem bei Juan José Campanellas oscarprämiertem EL SECRETO DE SUS OJOS sowie mit Juan Solanas und Pablo Trapero.

LA NOVIA DEL DESIERTO ist das Langfilmdebüt der beiden Regisseurinnen: „Die Atmosphäre bei den Dreharbeiten war sehr speziell, vor allem, weil zwei Frauen auf dem Regiestuhl nicht alltäglich sind – zumindest nicht in Lateinamerika. In der Wüste zu drehen stellte uns vor alle möglichen Herausforderungen, doch die Arbeit als Duo erlaubte uns, Rückschlägen mit größerer Stärke zu begegnen und gemeinsam zu den besten Entscheidungen zu kommen.“

Di. 15.05.2018, 19:30 Uhr

Mein Großvater Salvador Allende

Mein Großvater Salvador Allende

(Allende, mi abuelo Allende)
Chile, Mexiko 2015. R: Marcia Tambutti Allende. Dokumentarfilm. 98 Min. OmdtU. FSK: 0

Salvador Allende war der erste gewählte demokratisch-sozialistische Präsident Chiles und kam am 11. September 1973 durch einen Militärputsch ums Leben. Es folgten 17 Jahre Militärdiktatur unter Pinochet. Vier Jahrzehnte später begibt sich Allendes Enkelin Marcia auf Spurensuche nach dem Erbe ihres Großvaters. Wie sich herausstellt, liegen Teile der Familiengeschichte im Dunkeln. Das Schweigen wird gebrochen, die zutage geförderten Spannungen und der begrabene Schmerz eröffnen eine intime Sicht. Die bewegende Dokumentation zeichnet mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen ein neues Bild des Präsidenten. In Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Marcia Tambutti Allende, Biologin, ist die Enkelin von Salvador Allende. 1973 nach dem Staatsstreich in Chile musste sie das Land verlassen und studierte in Mexiko und London. 2007 kehrte sie zurück nach Chile. Dort arbeitet sie mit der Salvador Allende Foundation und dem Institut für Ökologie und Biodiversität zusammen. ALLENDE, MI ABUELO ALLENDE ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.

Mi. 16.05.2018, 19:30 Uhr