Zum 28. Mal Schwule Filmtage im Cinema Quadrat: Vom 1. bis 7. Februar laufen die acht besten schwulen Filme der letzten Zeit. Ein polnischer Arbeiter in Norwegen, ein mexikanischer Sex-Influencer beim Pornodreh, zwei Jugendliche im Gefängnis, ein Paar am toten Punkt, ein Boxtalent in Neuseeland, die Partyszene von Berlin, die erste Liebe vor 35 Jahren und eine Pferdefarm in Polen: In verschiedenen Genres und Tonlagen erzählen die Filme von Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht – oder von deren Fehlen. Für schwul, hetero und alles dazwischen!

 

Norwegian Dream

28. Schwule Filmtage

Norwegian Dream

NOR/POL/DEU 2023. R: Leiv Igor Devold. D: Hubert Miłkowski, Karl Bekele Steinland, Edyta Torhan, Øyvind Brandtzæg. 98 Min. Nor-engl-polnOmdtU. FSK: 12

Der 19-Jährige Pole Robert ist gerade an die norwegische Küste gezogen, um in einer Fischfabrik genug Geld verdienen, um die Schulden seiner Mutter begleichen zu können. Schnell findet er Anschluss bei den anderen Polen im Team – und verliebt sich in Ivar, den Adoptivsohn des Fabrikeigentümers. Doch während Ivar offen schwul ist, will Robert seine Gefühle lieber geheim halten, aus Angst vor der Reaktion seiner Landsleute.

In seinem Spielfilmdebüt erzählt Leiv Igor Devold eine mitreißende schwule Liebesgeschichte vor der atemberaubenden Kulisse der norwegischen Fjord-Landschaft. In den Hauptrollen glänzen der polnische Shootingstar Hubert Milkowski (DAS GRAB IM WALD) und der junge Norweger Karl Bekele Steinland in seiner ersten Filmrolle als schwules Paar, das über soziale und kulturelle Barrieren hinweg zueinander findet.

Do. 01.02. & Mo. 05.02.2024, 19:30 Uhr

Pornomelancholia

28, Schwule Filmtage

Pornomelancholia

ARG/BRA/FRA/MEX 2022. R: Manuel Abramovich. D: Lalo Santos, Adrián Zuki, Diablo, Brandon Ley, El Indio Brayan. 98 Min. SpanOmdtU. FSK: k. A.

Lalo ist mit 34 Jahren zwar nicht ganz jung, aber er braucht das Geld. Er arbeitet schlecht bezahlt in einer Metallwerkstatt, ist HIV-positiv, hat kaum soziale Absicherung. Aber dafür viel Sex, vor allem virtuell: Er ist Erotik-Influencer. Und lässt sich auf eine Pornoproduktion ein. Ein mexikanisches Revolutionsdrama als schwules Hardcoreprodukt. Lalo lebt für seine Follower Freiheit und Unabhängigkeit, erliegt zugleich seiner Einsamkeit und Bindungslosigkeit.

Manuel Abramovich vermischt Spiel- und Dokumentarfilm: Lalo Santos spielt sich selbst, und auch der Film im Film, „Pornozapata“, wurde während der PORNOMELANCHOLIA-Dreharbeiten real mit Lalo gedreht.

Do. 01.02. & Di. 06.02.2024, 21:30 Uhr

Le Paradis

28. Schwule Filmtaged

Le Paradis

BEL/FRA 2023. R: Zeno Graton. D: Khalil Gharbia, Julien de Saint Jean, Amine Hamidou, N’landu Lubansu. 83 Min. FrzOmdtU. FSK: 12

In einer Jugendstrafanstalt bereitet sich der 17-jährige Joe auf ein Leben nach der Haft vor. Doch als Neuzugang William in die Nachbarzelle zieht, wird Joes Sehnsucht nach Freiheit durch ein anderes Begehren abgelöst. Mit wachsender Begierde umkreisen sich die beiden jungen Sträflinge – bis sich die Chance auf eine gemeinsame Flucht bietet…

Der Debütfilm des belgischen Regisseurs Zeno Graton verfolgt die kompromisslose Liebe zwischen zwei jungen Männern, deren Leben auf dem Wartegleis steht. Freiheit heißt in diesem Drama vor allem Freiheit der Leidenschaft! In den Hauptrollen sind mit Khalil Gharbia (PETER VON KANT) und Julien de Saint Jean (HÖR AUF ZU LÜGEN) zwei Shootingstars des französischen Kinos zu sehen.

Fr. 02.02.2024, 19:30 Uhr, Mo. 05.02.2024, 21:30 Uhr

Knochen und Namen

28. Schwule Filmtage

Knochen und Namen

DEU 2023. R: Fabian Stumm. D: Fabian Stumm, Knut Berger, Marie-Lou Sellem, Alma Meyer-Prescott. 109 Min. FSK: 12

Das langjährige Paar Boris und Jonathan hat sich nicht mehr viel zu sagen. Jonathan versucht seine Stimme als Schriftsteller neu zu definieren. Schauspieler Boris vergräbt sich immer tiefer in die Proben zu einem neuen Film mit der ambitionierten Regisseurin Jeanne und vermischt dabei reale und fiktive Charaktere. Durch die Tage des Ringens um Distanz, Nähe, Vertrauen, Verlangen und Verlustangst geistert Jonathans’ kleine Nichte Josie, die auf eigenwillige Weise versucht, mit dem nahenden Ende ihrer Kindheit umzugehen.

Fabian Stumms sensible und humorvolle Reflexion über Beziehungen und Dissonanzen ist eine höchst gelungene Spielerei mit den Formen des Filmemachens und mit den Emotionen, die Kino erzeugen kann.

Fr. 02.02.2024, 21:30 Uhr, Mi. 07.02.2024, 19:30 Uhr

Punch

28.Schwule Filmtage

Punch

NZL 2022. R: Welby Ings. D: Jordan Oosterhof, Conan Hayes, Tim Roth. 99 Min. EnglOmdtU. FSK: 16

Ein Küstenstädtchen in Neuseeland. Jim, 17 Jahre, ist ein Boxtalent, der nächste Sieg kann ihn zum Profi machen. Sein Vater (Hollywoodstar Tim Roth) trainiert ihn, setzt große Hoffnungen auf ihn – doch nach seiner Begegnung mit Whetu, einem offen schwulen Māori, gibt es für Jim auf einmal Dinge, für die es sich wirklich zu kämpfen lohnt.

Zwei junge Männer, die sich gegen die auch in Neuseeland noch durchaus gegenwärtige Homophobie behaupten müssen: Aus einer Vater-Sohn-Geschichte im ruppigen Boxmilieu entwickelt Regisseur Welby Ings eine zarte Liebesgeschichte, bei der Jim mit Whetu nicht nur seine sexuellen Perspektiven erweitert, sondern auch seine Vorstellungen, was ein gutes Leben ist.

Sa. 03.02.2024, 19:30 Uhr, Mi. 07.02.2024, 21:30 Uhr

Drifter

28, Schwule Filmtage

Drifter

DEU 2023. R: Hannes Hirsch. D: Lorenz Hochhuth, Cino Djavid, Gustav Schmidt, Oscar Hoppe. 83 Min. Dt-englOmdtU. FSK: 18

Moritz ist 22 und gerade von seinem Freund verlassen worden. Eine Zeit lang findet er Geborgenheit bei dem älteren Noah, bis es ihm zu eng wird. Moritz ändert sein Aussehen und taucht ein in die Berliner Partyszene. Er lebt seine unterdrückten Sehnsüchte und sexuellen Fetische aus, verliert sich aber auch zunehmend in Drogenexzessen und emotionaler Entfremdung. In seinem Filmdebüt erzählt Hannes Hirsch von der Suche eines jungen schwulen Mannes zu sich selbst – und von einer Art zweitem Coming-out. DRIFTER ist eine Reise entlang von Einsamkeit, Exzessen und Kinks, stellt Fragen nach schwulen Körperbildern und nicht-heteronormativen (Wahl-)Verwandtschaften und zeichnet ein authentisches Porträt der queeren Community Berlins von heute.

Sa. 03.02.2024, 21:30 Uhr

28. Schwule Filmtage

Hör auf zu lügen

FRA 2023. R: Olivier Peyon. D: Guillaume de Tonquédec, Victor Belmondo, Guilaine Londez, Jérémy Gillet, Julien De Saint Jean. 99 Min. FrzOmdtU. FSK: 12

Der erfolgreiche Romanautor Stéphane Belcourt kehrt nach 35 Jahren in seine Heimatstadt zurück, er wurde als Markenbotschafter zum 200. Jubiläum einer Cognac-Marke eingeladen. Überrascht stellt er fest, dass Lucas, einer der Unternehmensmitarbeiter, der Sohn seiner ersten großen Liebe Thomas ist. Stéphane ergeht sich in Erinnerungen an eine leidenschaftliche Liebe in einem flirrenden Sommer, zu einer Zeit, in der gleichgeschlechtliche Liebe im Verborgenen blühen musste.

Mit seiner Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Bestsellers von Philippe Besson gelingt Olivier Peyon ein bewegender Film über die berauschende Kraft der ersten Liebe. „Ein Film, an dem so gut wie einfach alles stimmt.“ (queer.de)

So. 04.02.2024, 19:30 Uhr, Mi. 07.02.2024, 17:30 Uhr

Elefant

28. Schwule Filmtage

Elefant

POL 2022. R: Kamil Krawczycki. D: Jan Hrynkiewicz, Pawel Tomaszewski, Ewa Skibinska, Ewa Kolasinska. 94 Min. PolnOmdtU. FSK: 12

Der 22-jährige Bartek führt einen kleinen Bauernhof in den polnischen Bergen. Sein Vater hat sich davongemacht, er muss für seine Mutter da sein. Frei fühlt er sich nur, wenn er Zeit mit seinen geliebten Pferden verbringen kann. Doch als eines Tages der lange verschollene Nachbarssohn Dawid ins Dorf zurückkommt, gerät Barteks von Pflichterfüllung geprägter Alltag durcheinander. Er muss sich entscheiden: zwischen einem Leben für die Familie und seinen immer stärker werdenden Gefühlen für Dawid.

Inspiriert von Filmen wie GOD’S OWN COUNTRY und BROKEBACK MOUNTAIN erzählt ELEFANT von der ersten Liebe und Selbstwerdung eines jungen schwulen Mannes inmitten einer rauen, aber atemberaubend schönen Landschaft. Ein leidenschaftlicher Film, der Mut und Hoffnung macht.

So. 04.02.2024, 21:30 Uhr, Di. 06.02.2024, 19:30 Uhr