Queere Filme aus aller Welt: Die 24. Schwulen Filmtage zeigen wieder das Beste, das im aktuellen schwulen Filmschaffen zu finden ist – viele der Filme sind preisgekrönt und zwei von ihnen laufen vor dem Kinostart!

Zwei Fußballspieler im Hotelzimmer und ein junger Mann auf dem Straßenstrich; eine sommerliche Romanze in der niederländischen Provinz, eine von HIV überschattete Liebesgeschichte in den 1990ern und ein AIDS-Kranker im konservativen Texas der 1980er; Leuchtfarben im Chatroom, zärtliche Texte der Weimarer Klassik und schwule Poesie in Portugal: Die Vielfalt der Filme spiegelt die Vielfalt von Liebe, Leben und Leidenschaft.

Zur Eröffnung mit THE PASS gibt es für alle Besucher ein Glas Sekt!

The Pass

The Pass

GBR 2016. R: Ben A. Williams. D: Russell Tovey, Arinze Kene, Lisa McGrillis, Nico Mirallegro. 88 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Jason und Ade, hoffnungsvolle Nachwuchsfußballer, vor ihrem ersten richtig großen Spiel in einem Hotelzimmer in Bukarest: Die Anspannung entlädt sich in gegenseitigem Aufziehen, in kumpelhaftem Streit – und in einem Kuss. Die nächsten zehn Jahre ihrer Karriere entwickeln sich zwischen Erfolg und Versagen, Geheimnissen und Lügen, zwischen Fußball- und Versteckspiel.

„Ein mit knappen Mitteln produzierter, intensiver Film, gekennzeichnet von der Stärke der Darstellungen und dem Geknister der Dialoge", schreibt Screen Daily über dieses Kammerspiel über Homosexualität und den Machismo des Profisports.

Läuft bei uns vor dem Kinostart!

Do. 14.02.2019, 19:30 Uhr,  Sa. 16.02.2019, 21:45 Uhr

Sauvage

Sauvage

FRA 2018. R: Camille Vidal-Naquet. D: Félix Maritaud, Éric Bernard, Nicolas Dibla, Philippe Ohrel. 99 Min. OmdtU. FSK: 16

Léo, 22, verkauft in Straßburg seinen Körper. Lässt sich nachts durch die Stadt treiben, schläft tagsüber irgendwo ein paar Stunden. Er geht auf in seiner Arbeit am Straßenstrich und erlebt zugleich die Härten seines Daseins. Wenn es Ärger gibt, hilft ihm sein bester Freund Ahd. Doch der Partner, nach dem sich Léo sehnt, in dessen Armen er einschlafen könnte, kann Ahd nicht sein. Léos rastlose Suche geht weiter. Und weiter.

Ohne zu beschönigen überwindet Vidal-Naquet in seinem Debütfilm mit der zarten Roheit der Inszenierung die Klischees des Stricherdramas. Félix Maritaud wurde für die Darstellung des Léo zwischen Verlorenheit, Selbstausbeutung und Sehnsucht in Cannes mit dem Rising Star Award ausgezeichnet.

Do. 14.02.2019, 21:30 Uhr, Di. 19.02.2019, 21:30 Uhr

Just Friends

Just Friends

(Gewoon Vrienden)
NLD 2018. R: Ellen Smit. D: Majd Mardo, Josha Stradowksi, Jenny Arean, Tanja Jess, Nazmiye Oral. 81 Min. OmdtU. FSK: 6

Yad hat sein Medizinstudium geschmissen und kehrt aus Amsterdam in die holländische Kleinstadt zurück. Arztberuf oder akademische Laufbahn sind nichts für ihn, doch sein früherer Surflehrer-Job ist auch nicht mehr frei. Also verdingt er sich als Haushaltshilfe bei einer älteren Dame. Und lernt deren attraktiven Enkel Joris kennen. Und vielleicht schaffen es die beiden, mehr als nur Freunde zu werden...

Ein hinreißendes Paar zwischen lebensfreudigem Hedonismus und verbissenen Fitnessstudio-Besuchen, dazu einige herrlich skurrile Nebenfiguren: Diese rasant geschriebenen romantische Komödie ist ein umwerfender queerer Sommerfilm.

Fr. 15.02.2019, 19:30 Uhr & So. 17.02.2019, 21:30 Uhr

Sorry Angel

Sorry Angel

(Plaire, aimer et courir vite)
FRA 2018. R: Christophe Honoré. D: Vincent Lacoste, Pierre Deladonchampgs, Denis Pódalydès, Adèle Wismes, Thomas Gonzales. 132 Min. OmdtU. FSK: 16

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques, Mitte 30, geschiedener Vater, versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der sich gerade von seiner Provinz-Existenz löst. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde...

Christophe Honoré erzählt eine Liebesgeschichte aus den Hoch-Zeiten von AIDS, jedoch ohne die üblichen Muster zu bedienen: Zärtlich und berührend geht es um körperliche und intellektuelle Verführung.

Fr. 15.02.2019, 21:30 Uhr, Sa. 16.02.2018, 19:30 Uhr

1985

1985

USA 2018. R: Yen Tan. D: Cory Michael Smith, Virginia Madsen, Michael Chiklis, Aidan Langford, Jamie Chung. 85 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Adrian reist über Weihnachten aus dem freiheitlichen New York zu seinen christlich-konservativen, texanischen Eltern. Es ist ein Besuch, um sich zu verabschieden: Er wird an AIDS sterben. Doch während der Vater besorgt ist, weil Adrians kleiner Bruder die Ausübung „männlicher“ Sportarten abgebrochen hat zugunsten der Theater-AG, und während die Mutter ihn mit einer alten Schulfreundin verkuppeln will, hat sich Adrian zuhause noch nicht einmal geoutet.

Yen Tan gelingt in seinem auf vielen Festivals vielfach preisgekrönten Film die dramatische, unverblümte Schilderung einer Epoche von enormen, unausgesprochenen Spannungen. Läuft bei uns vor dem Kinostart!

So. 17.02.2019, 19:30 Uhr, Mo. 18.02.2019, 21:30 Uhr

Hard Paint

Hard Paint

(Tinta Bruta)
BRA 2018. R: Filipe Matzembacher, Marcio Reolon. D: Shico Menegat, Bruno Fernandes, Guega Peixoto, Sandra Dani, Frederico Vasques. 117 Min. OmdtU. FSK: 16

Pedro verdient sein Geld in Chatrooms. Dort verwandelt er sich in NeonBoy: Mit Farbe bemalt er seinen nackten Körper, in Schwarzlicht leuchtet er. Gegen Geld trifft er sich mit einem der User im privaten Chat, verabredet sich gar mit ihm zu einem Date. Und er bemerkt, dass jemand seine Shows imitiert...

Das visuell überragende Drama porträtiert mit großer Zärtlichkeit und viel Sensibilität die Außenseiter in einer zunehmend homophoben brasilianischen Gesellschaft: „Ein farbenfroher, neonschimmernder Befreiungstanz.“ (spielfilm.de)

Gewinner des Teddy Award 2018.

Mo. 18.02.2019, 19:30 Uhr & Mi. 20.02.2019, 21:30 Uhr

Männerfreundschaften

Männerfreundschaften

DEU 2018. R: Rosa von Praunheim. Dokumentarfilm. 85 Min. FSK. k. A.

Wie queer lesen sich die Klassiker? Wie schwul war Goethe? Hatte er was mit Schiller? Rosa von Praunheim geht von der Studie Warm Brothers des amerikanischen Queer-Forschers Robert Tobin aus und stellt Männerfreundschaften der klassischen Literatur vor in Briefwechseln, Lyrik und Dramen, spricht mit Literaturwissenschaftlern und Historikerinnen – und lässt einige Schauspieler workshopartig die Weimarer Klassik als schwule Epoche wiederauferstehen, lustvoll und gewitzt. „Weimar queer zu machen, das ist für von Praunheim keine Frage historischer Akkuratesse, sondern eine Frage der Travestie, und eine spielerische Hypothese. Was äußerst vergnüglich ist.“ (Süddeutsche Zeitung)

Di. 19.02.2019, 19:30 Uhr, Mi. 20.02.2019, 17:30 Uhr

Al Berto

Al Berto

PRT 2017. R: Vicente Alves do Ó. D: Ricardo Teixeira, José Pimentão, Raquel Rocha Vieira, José Leite, Gabriela Barros, João Villas-Boas. 109 Min. OmdtU. FSK: 12

Portugal, Sommer 1975: Kurz nach der Nelkenrevolution und dem Sturz des Diktators Caetano kehrt der junge schwule Künstler Al Berto aus dem belgischen Exil zurück, bezieht das alte Anwesen seiner Familie, verliebt sich in den jungen Dorfbewohner João Maria. Gemeinsam mit ihren Freunden genießen sie ihre Jugend, feiern exzentrische Feste und blicken voller Hoffnung in die Zukunft – doch ist das Land wirklich schon reif für so viel Freiheit?

AL BERTO zeichnet das äußerst lebendige Porträt des größten modernen Dichters Portugals, der weltweit als eine der großen Stimmen der homosexuellen erotischen Poesie gilt: Das Biopic lässt zwischen Provinzdorf und Künstler-Kommune unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit, Familie und Sexualität aufeinanderprallen.

Mi. 20.02.2019, 19:30 Uhr