Eine Mischung aus nüchternen Fakten und sehr persönlichen Anekdoten bestimmen den Film über den französischen Fotografen Robert Doisneau (1912-1994), den seine Enkeltochter über ihren berühmten Großvater gedreht hat. Doisneau, der seit den 1930er Jahren als Fotojournalist arbeitete, dokumentierte u.a. die Besetzung und Befreiung von Paris. Von 1949 bis 1952 arbeitete er für die Zeitschrift Vogue, später fotografierte er für die Magazine Life und Paris Match und porträtierte die Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit,  z. B. Pablo Picasso und Fernand Léger. Seine unaufgeregte, dennoch pointierte Bildsprache zeigt immer wieder den Alltag der Menschen in Paris, in den Cafés, auf dem Markt, auf der Straße. Berühmt wurde der beobachtende Flaneur Doisneau 1950 mit einer Foto-Reportage über Liebespaare in Paris im Auftrag von „Life“. Weil es damals aber nicht üblich war, sich auf offener Straße zu küssen, engagierte der Fotograf zwei Schauspielstudenten und ließ sie das bekannteste Foto der Serie, eine leidenschaftliche Kuss-Szene, sehr überzeugend posieren. Das dabei entstandene charismatische Foto war noch 2005 einem Sammler 155.000 Euro wert.

Einführung: Prof. Dr. Claude W. Sui, Reiss-Engelhorn-Museen

Film & Kunst

Robert Doisneau – Das Auge von Paris

(Robert Doisneau, le révolté du merveilleu)

FRA 2017 R: Clémentine Deroudille.. Dokumentation. 77 Min. DF.

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