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Monatsschwerpunkt im Oktober : Heia Norge! - Neue Filme aus Norwegen

Heute

19:30 Uhr
Heia Norge!

Chasing the Wind

NOR 2013 R: Rune Denstad Langlo. D: Sven-Bertil Taube, Tobias Santelmann. 90 Min. OmU.

Anna ist vor Jahren aus ihrem Heimatdorf in Norwegen weggegangen um vor ihrem Leben zu fliehen und in Berlin neu zu beginnen. Sie startet eine Karriere als Modedesignerin und lebt mit ihrem Verlobten zusammen. Als sie jedoch erfährt, dass ihre... Zum Film

Anna ist vor Jahren aus ihrem Heimatdorf in Norwegen weggegangen um vor ihrem Leben zu fliehen und in Berlin neu zu beginnen. Sie startet eine Karriere als Modedesignerin und lebt mit ihrem Verlobten zusammen. Als sie jedoch erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, kehrt sie zurück zu ihrer Familie – zu ihrem schweigsamen verbitterten Großvater. In ihrer Heimat trifft sie auch auf ihren Ex-Freund einer vergangenen Zeit und sieht sich bald mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Schließlich kommen Erinnerungen an ein altes Unglück in der Familie an die Oberfläche, das das Miteinander nachhaltig verändert hat. Doch schon bald erkennt Anna, dass eine Rückkehr manchmal auch ein Neubeginn sein kann.

Nach seinem erfolgreichen Roadmovie „Nord“ beweist Filmemacher Langlo in seinem bitter-süßen Werk ohne die üblichen Klischees und dramatischen Verwicklungen ein feines Gespür für die alltäglichen Katastrophen und Folgen falscher Entscheidungen, unter denen man ein Leben lang leidet.

21:30 Uhr
Heia Norge!

Oslo, 31. August

NOR 2011 R: Joachim Trier. D: Anders Danielsen Lie, Hans Olav Brenner. 96 Min. OmU.

„Ich bin 34 Jahre alt. Ich habe nichts.“ Das ist die Selbsteinschätzung von Anders, ehemals cooler Journalist in Oslo, der in zwei Wochen seinen Drogenentzug abschließen wird. Er gilt als clean und darf für einen Tag die Klinik auf dem Land verlassen... Zum Film

„Ich bin 34 Jahre alt. Ich habe nichts.“ Das ist die Selbsteinschätzung von Anders, ehemals cooler Journalist in Oslo, der in zwei Wochen seinen Drogenentzug abschließen wird. Er gilt als clean und darf für einen Tag die Klinik auf dem Land verlassen zum Vorstellungsgespräch in die Stadt. Kurz zuvor hat er versucht, sich mit Steinen in der Tasche in einem See zu ertränken. Dieses Mal ist er wieder aufgetaucht. Aber alles deutet darauf hin, dass der Tag in Oslo für ihn zu einem Abschied wird. Aus einem gutbürgerlichen Elternhaus stammend kennt Anders seine Fähigkeiten und Möglichkeiten genau, aber er ist nicht in der Lage, sie zu nutzen. In Oslo sucht er alte Freunde auf, die mitten im Leben stehen, mit typischen Problemen der Mittdreißiger. Ihre Lebensentwürfe führen Anders vor Augen, wie viele Chancen er schon verpasst hat. Anders steht längst außerhalb dieses Lebens. Alle aufmunternden Worte, die Möglichkeit eines Jobs haben keine Wirkung auf ihn. Je mehr er sich mit anderen Menschen umgibt, desto deutlicher wird, dass er nicht mehr dazu gehört. Er scheint sich davon befreit zu haben, sich selbst etwas beweisen zu müssen. Und das lässt allen Anzeichen zum Trotz ein wenig Hoffnung aufkommen...

Die Geschichte von Anders ist zugleich ein subjektives Porträt der Stadt Oslo und der Generation der Mittdreißiger. Betörende Bilder der Stadt korrespondieren mit dem Seelenzustand des Protagonisten. Im faszinierenden Licht Oslos und bei beginnender winterlicher Kälte gelingt es Joachim Trier, seinen Protagonisten niemals selbstmitleidig, sondern radikal ehrlich wirken zu lassen.