Kolberg

Joseph Goebbels’ Auftrag an Veit Harlan von 1943 war eindeutig: „Hiermit beauftrage ich Sie, einen Großfilm KOLBERG herzustellen. Aufgabe dieses Films soll es sein, am Beispiel der Stadt, die dem Film den Titel gibt, zu zeigen, daß ein in Heimat und Front geeintes Volk jeden Gegner überwindet.“ Und Harlan lieferte: Am 30. Januar 1945 hatte sein dramatischer Kriegsfilm Premiere, in dem er die heldenhafte Abwehr der napoleonischen Truppen durch die Soldaten und Bürger von Kolberg in Pommern im Jahr 1807 schildert. Während der Ortskommandant angesichts der Übermacht schon aufgeben will, mobilisieren Major Gneisenau und Bürgerrepräsentant Nettelbeck die Bürgerwehren gegen die anrückenden Feinde.

KOLBERG war die teuerste Filmproduktion der NS-Zeit, und das sieht man: Die Elite der Filmschauspieler, gewaltige Massenszenen, grandiose Filmarchitektur unter unvorstellbarem Artilleriebeschuss – KOLBERG ist Überwältigungskino mit klarer propagandistischer Botschaft: „Ein Volk steht auf, der Sturm bricht los!“

Einführung: Harald Mühlbeyer

Propaganda im NS-Kino

Kolberg

DEU 1945 R: Veit Harlan. D: Heinrich George, Kristina Söderbaum, Horst Caspar, Gustav Diessl, Paul Wegener, Otto Wernicke, Irene von Meyendorff. 111 Min.

FSK: 18