"Haymatloz" – was sich anhört wie ein HipHop-Graffiti, ist tatsächlich der Begriff, den türkische Behörden in die Pässe deutscher Exilanten in den Zeiten des NS-Regimes schrieben. "Haymatloz": Das war die Möglichkeit eines sicheren Lebens in der Türkei. Die war in den 1930ern in großem Umbruch begriffen. Kemal Atatürk lud hunderte vornehmlich jüdische Professoren in die Türkei ein, um seine gesellschaftlichen Reformen umzusetzen; Menschen, die ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Holocaust zum Opfer gefallen wären. Insbesondere das Hochschulsystem war stark geprägt vom deutschen Einfluss, der Zuzug mitteleuropäischer Intellektueller prägte mit dem großen Wissenstranfer, der mit ihnen einherging, das gesamte kulturelle Leben. Diese deutsche Exilgeschichte in Richtung Türkei ist ein heute vergessenes Kapitel der Beziehungen der beiden Länder. In HAYMATLOZ begleitet Regisseurin Önsöz fünf Nachfahren dieser Professoren und stellt die Frage nach dem Einfluss in den Wissenschaften, in Kunst und Architektur: ein Erbe, das noch heute in der Türkei sichtbar ist.

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Haymatloz - Exil in der Türkei

DEU 2016 R: Eren Önsöz. Dokumentation. 95 Min. OmdtU.

FSK: ohne Altersbeschränkung