Ein Trickfilm für Cinema Quadrat

Unsere Mitarbeiterin Monika Hamryszak hat uns zum Abschied einen tollen Trickfilm-Trailer hinterlassen, den wir schon im Kino gezeigt haben. Auch unseren Homepage-Besuchern wollen wir ihn nicht vorenthalten.

Monika Hamryszak hat im Jahr 2013/2014 ein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei uns absolviert. Sie ist künstlerisch tätig und arbeitet vor allem als Fotografin. Hier geht es zu ihrer Facebook-Seite.

07.04.2015

Cinema Quadrat sucht neue Vorführräume

Die Rheinpfalz berichtete am 02.04.2015 über die Mitgliederversammlung des Cinema Quadrat e.V.

 

Ernst Gramberg ist auf der Mitgliederversammlung des Mannheimer Cinema Quadrat einstimmig als Vorsitzender und Peter Bär als sein Stellvertreter bestätigt worden. Ein zentrales Thema der Mitgliederversammlung war die Standortsuche angesichts der ungeklärten Zukunft des Collini Centers. Der Vorstand hat nach einer Mitteilung des Cinema Quadrat eine Vielzahl möglicher Standorte, die die erforderlichen Voraussetzungen für einen Kinosaal wie etwa fünf Meter Deckenhöhe oder 230 Quadratmeter Gesamtfläche mitbringen, überprüft. Das kommunale Kino Mannheims prüft besonders ein Unterkommen im dritten Obergeschoss des Stadthauses N 1. „Die Räume des ehemaligen Panoptikums sehen wir momentan als einzige Möglichkeit und auch als eine günstige Lösung“, so Peter Bär. (rhp)

02.04.2015

Cinema Quadrat-Vorstand mit überzeugender Mehrheit bestätigt

Die Mitgliderversammlung spricht sich dafür aus, Räume im Stadthaus N1 als künftigen Standort zu prüfen.

 

Am vergangenen Donnerstag, den 26. März 2015, fand die jährliche Mitgliederversammlung des Cinema Quadrat statt. Nach einem allgemeinen Bericht des ersten Vorsitzenden Ernst Gramberg und des zweiten Vorsitzenden Dr. Peter Bär hat sich das Cinema Quadrat mit einem Rückblick auf das Jahr 2014 vor allem in Sachen Technik bewährt. Dank des neuen Projektors besteht nun die Möglichkeit Filme in 4K auszustrahlen – in einer hoch aufgelösten Bildqualität, die dem neusten digitalen Stand entspricht. Auch andere Neuerungen werden geplant, zum Beispiel die Einführung von 3D-Filmen oder einem Online-Reservierungssystem. Das Monatsprogramm wurde in seiner Bandbreite erweitert. Neben Filmreihen wie aktuell „Herzblut“ oder auch „Film & Kunst“ werden seit einigen Monaten längere Themenabende mit Film und Diskussion angeboten.

Des Weiteren kam es zu einer einstimmigen Entlastung des Vorstands auf Vorschlag des Kassenprüfers Pantelis Nikitopoulos. Bei den Neuwahlen des Vorstands, wurde Ernst Gramberg erneut einstimmig als erster Vorsitzender gewählt, Dr. Peter Bär erneut einstimmig als zweiter Vorsitzender und Dr. Ursula Jander erneut als Kassenwart bestimmt.

Ein zentrales Thema war die Standortsuche für ein neues Kino angesichts der ungeklärten Zukunft vom Collini Center und dem Auszug der städtischen Ämter aus dem Technischen Rathaus. Der Vorstand überprüfte eine Vielzahl möglicher Stadtorte. Aufgrund der speziellen Voraussetzungen für einen Kinosaal – wie zum Beispiel fünf Meter Deckenhöhe oder circa 230 qm benötigte Gesamtfläche – wird aktuell ein Unterkommen im Stadthaus in N1 im 3. OG als geeignet angesehen und geprüft. „Die Räume des ehemaligen Panoptikums sehen wir momentan als einzige Möglichkeit und auch als eine günstige Lösung“, - so Dr. Peter Bär. Einstimmig wurde folgender Beschluss gefasst: „Die Mitgliederversammlung spricht sich dafür aus, die Gespräche zum baldigen Auszug aus dem Collini Center zu intensivieren und dabei insbesondere die Möglichkeiten zur zukünftigen Nutzung der ehemaligen Räume des Panoptikums in N1 zu prüfen.“

01.04.2015

"The Way He Looks" ist Lieblingsfilm der 20. Schwulen Filmtage

Mit deutlichem Abstand wurde THE WAY HE LOOKS zum Lieblingsfilm 20. Schwule Filmtage gewählt. Die 7 Gewinner der Jahresmitgliedschaft wurden ausgelost und bereits informiert: Wir gratulieren Peter S., Achim D., Harald S., Christian H., Horst G., Jürgen E. und Peter F.

 

Mit deutlichem Abstand wurde THE WAY HE LOOKS zum Lieblingsfilm 20. Schwule Filmtage gewählt. Die 7 Gewinner der Jahresmitgliedschaft wurden ausgelost und bereits informiert: Wir gratulieren Peter S., Achim D., Harald S., Christian H., Horst G., Jürgen E. und Peter F.

29.01.2015

Filme auf der Baustelle

Am 22.01.2015 berichtete auch die Rheipfalz über die prekäre Lage im Collini-Center und über die Suche von Cinema Quadrat nach einem neuen Standort.

 

Von Stefan Otto

»Das Cinema Quadrat muss weichen, Mannheims kommunales Kino hat im Collini-Center keine Zukunft mehr. Das Gebäude ist baufällig und längst schon eingerüstet, um Passantenvor eventuellherabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Das seit 43 Jahren bestehende Kino braucht dringend einen neuen Standort.

Wer sich demGebäude nähert, denkt, er kommt auf eine Baustelle: rundherum Warnbaken und rot-weißes Flatterband, Absperrgitter, Auffangnetze und vor allem ein Gerüst bis hinauf zumDach.Die temporärenAbsperr- und Sicherungsmaßnahmen sind keine Begleiterscheinung einer Instandsetzung des Gebäudes, sondern dienen allein dem Schutz von Besuchern und Passanten vor den Gefahren vor Ort. Siewurden nicht etwa aufgestellt und angebracht, weil gebaut oder renoviert würde, sondern lediglich um zu verhindern, dass etwas passiert. Das Cinema Quadrat liegt hinter all den Zäunen und Netzen, die die Sicht behindern, noch verborgener als sonst. So finden seit etwa zwei Jahren immerweniger Zuschauer denWeg inMannheims anspruchsvollstes Kino.

Das Collini-Center, in das das Cinema Quadrat 1990 einzog, wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre errichtet, als anlässlich der Bundesgartenschau von 1975 auch der Mannheimer Fernmeldeturm und die Herzogenried- Siedlung gebaut und in den Quadraten die Planken zur Fußgängerzone wurden. Der Büroturm und der höhere Wohnturm des Centers ruhen auf einem gemeinsamen Fundament, einer riesigen Betonplatte, und sind oberirdisch durch eine Passage miteinander verbunden. Der 95 Meter hohe Wohnturm scheint baulich in Ordnung, die Passage und der Büroturm sind dagegen erheblich sanierungsbedürftig beziehungsweise dem Abriss geweiht. Das Hallenbad, die „Kurpfalz-Thermen“ unten am Wohnturm, sind seit 1990 geschlossen, das Stadtarchiv wird voraussichtlich 2016 aus der Passage in den Ochsenpferchbunker an der Jungbuschbrücke umziehen, der derzeit zu diesem Zweck ausgebaut wird. Das Technische Rathaus im Büroturm leert sich nach und nach, die meisten Behörden sind schon ausgezogen. Jüngst hat ein Ausschuss des Gemeinderates die Verlegung der Fachverwaltung auf das frühere Vögele-Gelände in Neckarau empfohlen. Neben anderen Einrichtungen sucht nun auch das Cinema Quadrat nach einer geeigneten neuen Adresse.

Als Besucher bemerktman imKino selbst nur mit geschärftem Blick etwas von der prekären Situation. Das Team um Geschäftsführerin Verena Schlossarek und Vereinsvorstand Ernst Gramberg weiß sich zu helfen. Wenn immer möglich, werden Schäden zumindest provisorisch behoben, und wenn es von der Decke tropft, wird eben ein Eimer druntergestellt. Auf lange Sicht kann das aber nicht so bleiben.

Die neuen Räumlichkeiten, nach denen man nun sucht, müssen freilich einige Anforderungen erfüllen. Für ein Kino mit Saal und Vorführraum benötige man eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern bei einer Raumhöhe von knapp sechs Metern, errechnet der zweite Vereinsvorsitzende Peter Bär. Dazu ist ausreichend Platz für ein Foyer oder Café, für ein Büro und ein Lager gefragt. Dann benötigt man noch Toiletten und einen behindertengerechten Zugang.

Was außerdem zählt, ist natürlich die Lage. Schon ins Collini-Center kommt kaum Laufkundschaft, sondern nur Publikum, das gezielt den Weg ins kommunale Kino sucht. Wenn man zurück in die Quadrate käme, die bei der Gründung 1971 namensgebend waren, würde sich das sicher ändern. Dennoch prüft man auch andere Möglichkeiten.

Die Reithalle in den Turley Barracks im Herzogenried wären da eine Option. Investor Tom Bock zeigt offen Sympathie für die Idee, doch dann wäre das Kino noch weiter weg von der Innenstadt. Infrage kommen auch die seit langem leerstehende Disco und der Braukeller direkt hinter der Alten Feuerwache, eine obere Etage im Stadthaus N1, die Stadtgalerie in S4 oder ein Neubau am Alten Messplatz. Optimal ist jedoch keiner dieser Standorte, und die zu tätigenden Investitionen sind noch unüberschaubar. Die Suche geht weiter.«

06.01.2015

Hinter den Masken

Am 31.12.2014 berichtete die Rheinpfalz über das 29. Mannheimer Filmsymposium.

 

Von Stefan Otto

»Sechs Filme und sieben Vorträge waren beim 29. Mannheimer Filmsymposium im Cinema Quadrat zu sehen und zu hören. Es ging um „Schauspielen im Film“, und so waren neben Filmwissenschaftlern und interessierten Kinogängern auch veritable Schauspieler dabei: Catherine Flemming, deren Frühwerk „Cuba Libre“ zu sehenwar, und RP Kahl, der denDirector’s Cut seines „Angel Express“ mitgebracht hatte.

RP Kahl, als Schauspieler zuletzt im Münsteraner „Tatort: Der Hammer“ zu sehen, macht eigentlich alles. Er schreibt, produziert, führt Regie, manchmal nimmt er auch die Kamera in dieHand, sorgt für den Ton oder den Schnitt. „Angel Express“war 1997 sein erster Filmin eigener Regie, ein nervöser Berlin-Film, deutlich von der Zeit geprägt, in der er entstand.Mit Techno von Genlog, dem damals 27-jährigen Kahl in einer der Hauptrollen und einem Revolver, der von Hand zu Hand geht, bis amEnde ein tödlicher Schuss fällt. „'Angel Express' ist ein Filmüber die ruhelose, gierige Suche nach dem ultimativen Erleben, dem nächsten Das 29.Mannheimer Filmsymposiumhat sichmit demThema „Schauspielen“ beschäftigt – RP Kahl stellt Director’s Cut von „Angel Express“ vor Kick“, so Kahl. Er beschreibe damit eine Suche, die zwangsläufig immer in die Leere und Einsamkeit führe. „Aber diese Kälte ist die einzigwirklich feste Größe imLeben, und deshalb ist diese Endlossuche eigentlich das Lebensziel und völlig okay.“ Er habe den Film zu einer Zeit gedreht, in der allesmöglich und alles erreichbar schien, sagt Kahl, dochmehr als ein Jahrzehnt später befänden wir uns immer noch am gleichen Fleck: „Deshalb auch der Director’s Cut. Die Geschichten sind noch nicht zu Ende erzählt.“

Catherine Flemming: „Ich möchte den Zuschauer packen in seiner letzten Seelenecke.“

Catherine Flemming, die imJulimit „Ein offener Käfig“ auch zu Gast beim Ludwigshafener Festival des deutschen Films gewesen war, zeigte Ausschnitte aus ihrem Film „Die Datsche“ von 2002 und berichtete von ihrer Arbeit mit Regisseuren wie Christian Petzold, Carsten Fiebeler und Buddy Giovinazzo. „Während der Dreharbeiten kommt kein Mensch so nah an mich heranwie der Regisseur“, erklärte sie. Es gehe schließlich darum, gemeinsam etwas zu erreichen, und so schätze sie es sehr, wenn der Regisseur sich ausführlich Zeit nimmt, sich mit den Fragen und Problemen der Schauspieler auseinanderzusetzen. Erst in Zusammenarbeit mit dem Team, das den Filmerstellt, bekomme sie als Schauspielerin die Macht, das Publikum zum Lachen, zum Weinen oder zum Fürchten zu bringen. Sie strebe dabei Glaubwürdigkeit an, denn sie möchte, dass es gelingt, die Zuschauer zu verführen und zu entführen. „Ich möchte bereichern, den Zuschauer packen in seiner letzten, kleinen Seelenecke“, so Flemming. Wahrhaftig oder authentisch sei sie dabei insofern, als in jeder Rolle, die sie spiele, etwas von ihr persönlich stecke.

Die Casting-Direktorin Sabine Weimann verschaffte in ihremWerkstattbericht „Gesucht: Die ideale Besetzung“ seltenen Einblick in einen Bereich, der sonst der Öffentlichkeit verborgen bleibt. Die Berlinerin, die zuletztDarsteller für dieARD-Vorabendserie „Dating Daisy“ und den ZDFFernsehfilm „Zwischen den Zeiten“ gesucht hat, informierte aus erster Hand über den Besetzungsprozess für deutsche Filme. Anhand von Einspielern zeigte sie, wie die damals 16-jährige Stephanie Amarell zur Titelrolle in Ben Verbongs „Mona kriegt ein Baby“ kam. Von Produktionen gebucht, mit demAuftrag, einemöglichst interessante Vorauswahl von Schauspielern anzubieten, versteht Weimann sich als künstlerische Beraterin für Filmund TV und sieht eine ihrerwichtigsten Aufgaben darin, junge Talente frühzeitig zu entdecken und so immer wieder für bemerkenswerten schauspielerischen Nachwuchs zu sorgen.

Casting-Direktorin Sabine Weimann ermöglichte einen Einblick in ihre Arbeit

Die Schauspielkunst sei eine Kunst der schönen Lüge, führte der Filmkritiker Rüdiger Suchsland in seinem Vortrag „Das A/authentische d/Darstellen“ aus. Sie sei schön, weil sie auf die Wahrheit ziele und damit zu einem Mittel der Wahrheit werde. Sie werde zu einer Gratwanderung, sobald ihr eineWahrheit zugrunde liege, ein Zwang, sich mit der Wirklichkeit zu arrangieren. Dies sei besonders der Fall,wenn Schauspieler berühmte historische Persönlichkeiten darstellten, wenn Bruno Ganz in „Der Untergang“ Hitler verkörpert, Meryl Streep Margaret Thatcher (in „Die Eiserne Lady“) oder Daniel Brühl Niki Lauda (in „Rush“). Wenn ein Schauspieler sich auf eine solche Rolle einlasse, komme es zwischen Darsteller und Dargestelltem zu widerstreitenden Anziehungs- und Abstoßungsbewegungen, die beide nicht unberührt lassen. „Es entsteht ein Hybrid, ein Mischwesen, das sich von dem ablöst, was ihm zugrunde liegt, und doch auf es zurückwirkt“, so Suchsland. Konkret: „In unser Hitler-Bild hat sich etwas von Bruno Ganz eingeschlichen, und in unser Bruno-Ganz-Bild etwas von Hitler. So sehr, dass es für Ganz' Karriere eine Zeit vor und eine nach ,DerUntergang' gibt.“

Die Schauspielkunst sei eine Kunst des Typischen und des Typisierens und gerade, wo sie mit der Nachahmung einer allgemein bekannten,medial präsenten Person verbunden ist, sei sie auch eine Kunst der Reduktion auf nur wenige Gesten und Eigenschaften. „Es geht um schnelle, eindeutige Wiedererkennbarkeit, um Verschmelzungmit demVorbild.“ Bestimmten charismatischen Figuren, wie auchMarlene Dietrich (in „Marlene“ von Joseph Vilsmaier) oder Marilyn Monroe (in „MyWeekWith Marilyn“) könneman offenbar nicht zu Leibe rücken, allenfalls vermögeman die Oberfläche abzubilden.

Zugute kam dem Mannheimer Symposiumim29. Jahr, dass sich nicht allein die vorgesehenen Referenten in der Lage zeigten, fachlich fundierte, interessante Vorträge zu halten, sondern sich im Publikum ebenbürtige Spezialisten fanden. So konnte, als überraschend ein Redner ausfiel, der Kölner Publizist Klaus Gronenborn einspringen und denMünchner Komiker und Filmpionier Karl Valentin in Betrachtung bringen. Ein gelungener, improvisierter Vortrag über einen Improvisator und Musiker, dessen Auftritt imvorgestellten Film-Sketch „Ein verhängnisvolles Geigensolo“ (1936) nicht gelingen will. Ein Film, in dem Valentin als Künstler auf offener Bühne demontiert wird, ein Film, in dem Pannen die Handlung antreiben, ein Film der unmerklichen Übergänge von der Bühne ins Leben. Das passte.«