KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

BILDER DER WELT UND INSCHRIFT DES KRIEGES

BRD 1988. R: Harun Farocki. Dokumentation. 75 Min.

Eine Frau ist in Auschwitz angekommen. Die Fotografie, die ihr Schönsein bewahrt, ist von der gleichen SS gemacht, die auch das Lager führt – und sie zugrunde richten wird. Diesem Zusammenspiel aus Bewahrung und Zerstörung nähert sich Harun Farockis Versuch über die Fotografie. Wie mit solchen Bildern umgehen? Ein Essayfilm über die Verwertung von Bildern. Unter anderem geht es um die Frage, was Auschwitz heute für uns bedeuten kann. Dazu geht der Film zurück bis ins Jahr 1858, als dem Regierungsbauführer Meydenbauer die Idee kam, Gebäude anhand von Fotos auszumessen. Messbilder für die Denkmalpflege. Messbilder konnte auch der preußische Kriegsminister brauchen. Was einen Zusammenhang schafft, da Militärs zerstören und Denkmalpfleger bewahren. Ein Film, der Auseinandergerissenes verbindet, ohne es in eins zu setzen. Es geht um die Frage, wie der Krieg, die Produktion von Bildern und die Industrie zusammenhängen. Ohne mit Weil und Deshalb zu antworten. Ein Film, der Bilder gelten lässt und befragt, aber nicht ausbeutet. Ein Film, der etwas anderes verspricht: den Blick des Zuschauers zu binden, ohne ihn zu fesseln und so Gedanken freizusetzen.

FSK: frei ab 16 Jahren

Termine:

26.02.2010, 16:00 Termin in Kalender eintragen

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