CARAVAGGIO
GB 1996, R.: Derek Jarman, D: Nigel Terry, Sean Bean, Carry Cooper, Spencer Leigh, Tilda Swinton. 93 Min., OmU

Subjektiv, streckenweise provozierend, ohne Anspruch auf biografische oder historische Genauigkeit porträtiert der Maler und Filmemacher Derek Jarman den Maler Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio (1571–1610). Dieser führte ein Leben als Außenseiter, am Rande der gesellschaftlichen Normen. Weil auch sein Leben geprägt war von Skandalen, Kontroversen und Widerständen gegen die Gesellschaft, sah Jarman sich mit ihm seelenverwandt. Der Regisseur und Drehbuchautor verzahnt sein Leben mit dem der Figur des Caravaggio.
Er erzählt die Geschichte vom Sterbebett des gerade mal 40-jährigen Künstlers aus in Rückblenden mit einem überwältigenden Bilderreichtum. In Fieberträumen und Fantasien mischen sich Todesvisionen und Episoden aus seinem Leben: die Armut in jungen Jahren, Erfolg und Misskredit, eine fatale Dreiecksbeziehungmit homoerotischen Tendenzen, in der Caravaggio schließlich sogar zumMörder wird. Gekonnt ist Jarmans Einsatz von den für Caravaggio typischen Hell-Dunkel-Effekten, exzellent sein Drehbuch, das auch vor dem eitlen Kunstbetrieb im London der 80er nicht Halt macht.
Der Einführungsvortrag von Dr. Friederike Sczakiel beschäftigt sich mit den beiden Künstlerpersönlichkeiten und ihren kontroversen Positionen. Sie thematisiert sowohl Jarmans Filmsprache in Wechselbeziehung zur Bildsprache Caravaggios als auch den Blick des Künstlers Jarman auf den Barock-Maler.
FSK: frei ab 12 Jahren
Termine: | 25.02.2010, 19:30 |  |
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