Meister, die vom Himmel gefallen sind: Mit vier Debütfilmen von gefeierten Regisseuren zeigen wir, wie schon im Anfang Perfektion liegen kann. Joel und Ethan Coen, Martin McDonagh, Alejandro Gonzáles Iñarritu und François Ozon – schon in ihren Erstlingswerken ist ihre Handschrift deutlich sichtbar. Mehr zu François Ozon im 16. Mannheimer Filmseminar – inklusive dem neuesten Film „Der andere Liebhaber“ in einer Preview. Und mehr zu Martin McDonaghs in seinem jüngsten Werk „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, den wir als Preview sogar bei freiem Eintritt zeigen!

Blood Simple

Blood Simple – Eine mörderische Nacht – Director’s Cut

(Blood Simple)
USA 1984. R: Joel Coen, Ethan Coen. D: John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh. 96 Min. OmdtU. FSK: 18

Ihr Filmdebüt enthält bereits alles, was das Kino der Coen-Brüder ausmacht: Arme Würstchen, die aufs Kriminelle setzen, das Schicksal, das ihnen Streiche spielt, und die Leidenschaft, mit der sie sich rauswinden wollen – erzählt mit bitterem Humor und nicht gerade gewaltfrei. Hier nun hat ein Angestellter ein Verhältnis mit der Frau seines Bosses; der beauftragt einen Privatdetektiv, welcher freilich lieber den Auftraggeber umlegt. Woraufhin der Angestellte glaubt, seine Geliebte habe ihren Mann gekillt. Damit ist das blutige Chaos der Missverständnisse und Irrtümer vorprogrammiert – und der Grundstein für eine große Karriere für zwei große Regisseure wie auch für eine herausragende Frances McDormand gelegt.

Zur Wiederaufführung gelangt der Klassiker im Director’s Cut, der um drei Minuten gekürzt (!) wurde – filmisches Timing ist eben alles für die Coens!

Fr. 05.01. & Sa. 06.01.2018 21:30 Uhr

Brügge sehen und sterben

Brügge sehen... und sterben

(In Bruges)
GBR 2008. R:  Martin McDonagh. D: Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, Jérémie Renier. 107 Min. OmdtU. FSK: 16

Brügge: Ein faszinierender historischer Stadtkern! Für Ray aber völlig langweilig. Ray ist Profikiller, Ken ist sein älterer Kollege. Beide müssen nach einem Attentat in Irland in Brügge untertauchen. Während Ken das Mittelalterflair genießt, nähert sich Ray lieber der schönen Chloë an und hängt am Set eines surrealen Filmdrehs herum. Eigentlich aber warten die beiden vor allem auf neue Instruktionen von ihrem Auftraggeber Harry. Die kommen prompt: Ken soll Ray umlegen. Martin McDonaghs Debütfilm führt zwei Auftragsmörder ins beschauliche Brügge. Touristische Postkartenbilder, mit Blut getränkt: Das ist der originelle Ausgangspunkt einer schwarzhumorigen, absurden Gangsterkomödie, in der Drama, Spannung und Humor perfekt die Waage halten.

Siehe auch McDonaghs aktuellen Film THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI – exklusive Preview am 16.1.!

Fr. 12.01. & Sa. 13.01.2018, 21:30 Uhr

Amores perros

Amores Perros

MEX 2000. R: Alejandro Gonzáles Iñárritu. D: Emilio Echevarría, Gael García Bernal, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Vanessa Bauche. 148 Min. OmdtU. FSK: 16

Drei Episoden in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt: Octavio, der eine Affäre mit seiner Schwägerin hat, schickt seinen Hund in illegale Hundekämpfe, um Geld für die gemeinsame Flucht zu sparen. Das Model Valeria zieht mit dem Magazin-Verleger Daniel in eine gemeinsame Wohnung; dass ihr Hündchen unterm Parkett verschwindet, ist nur der Anfang ihrer Tragödie. Der alte El Chivo ist Auftragskiller, der versucht, sich seiner verlorenen Tochter anzunähern. Er rettet bei einem Autounfall einen Hund – das wird sein Leben ändern. Rund um einen Autounfall und rund um die Hunde inszeniert Alejandro Gonzáles Iñárritu (BIRDMAN, THE REVENANT) sein hochgelobtes Debüt als raues Filmkunststück in schmutziger Authentizität, komplex erzählt, gewalttätig und zärtlich zugleich – und auch für Gael García Bernal der Karrierestart.

Mo. 22.01. & Mi. 24.01.2018, 19:30 Uhr

Sitcom

Sitcom

FRA 1998. R: François Ozon. D: Évelyne Dandry, François Marthouret, Adrien de Van, Marina de Van. 85 Min. OmdtU. FSK: 16

Vater Jean hat Geburtstag und macht sich selbst das schönste Geschenk: Er legt seine gesamte Familie um. Wunsch oder Wirklichkeit? Der Rückblick zeigt, wie der ganze Wahnsinn seinen Anfang nahm mit dem Einzug einer weißen Laborratte ins bürgerliche Familienidyll. Sohn Nicolas outet sich als schwul, worauf Mama Hélène versucht, ihn durch Inzest zu heilen. Ein Fenstersturz macht Tochter Sophie zur querschnittsgelähmten Sadomaso-Anhängerin. Nur Jean bleibt unberührt vom magischen Einfluss des neuen Mitbewohners. Doch womöglich hat er mehr mit dem Nager gemein als es zunächst scheint... Für die äußere Rahmenhandlung nutzt Regisseur Francois Ozon die Gesetze der TV-Sitcom: Eine Gruppe von Menschen, die an einem fixen Ort in ihrem Alltag vorgeführt werden. Zwischen De Sade, Buñuel und Almodóvar zersetzt Ozon das Konzept der gutbürgerlichen Familie – schrill, makaber und vollkommen entgrenzt.

So. 28.01. & Mo. 29.01.2018, 19:30 Uhr