Buenos días, liebe Freundinnen und Freunde des lateinamerikanischen Kinos!

Mit der 17. Ausgabe des Festivals Cine Latino lädt das Cinema Quadrat – gemeinsam mit dem Karlstorkino Heidelberg – alle Freundinnen und Freunde des lateinamerikanischen Kinos (und die, die es werden wollen) herzlich zu Filmentdeckungen aus Lateinamerika ein.

In einer bunten Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilmen präsentieren wir vom 10. bis 17. Mai ein breit gefächertes Programm, das die kinematographische Vielfalt an Genres und Stilen mit einem bunten Themenspektrum verbindet. Die Einblicke in ferne, teils fremde Lebenswelten sind dabei so vielzählig wie die Länder, aus denen die Filme stammen. Neben den klassischen Filmländern Argentinien, Mexiko, Chile oder Brasilien gibt es auch wieder Werke aus „kleineren“ Filmnationen wie Kolumbien, Peru oder Uruguay zu sehen. Und wie immer können Sie diese in der jeweiligen Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln erleben.

Die Schwierigkeiten, mit denen transsexuelle Menschen auf Kuba konfrontiert sind (TRANSIT HAVANNA), die Fallgruben des Großstadtlebens (PARAÍSO), groteske Auseinandersetzungen um das Begräbnis eines Selbstmörders (EL SOBORNO DEL CIELO) oder eine Vater-Sohn-Annäherung um den Erhalt eines altmodischen Autokinos (O ÚLTIMO CINE DRIVE-IN) bilden einige der Themen, die mal heiter, mal ernst behandelt werden.

Im Zentrum der Filmschau stehen jedoch diverse Portraits herausragender Persönlichkeiten. Zu diesen gehören der peruanische Chefkoch Gastón Acurio (in BUSCANDO A GASTÓN), dessen filmisch dokumentierte Kochkunst im Cinema Quadrat zusammen mit Buffet-Köstlichkeiten serviert wird, die engagierte brasilianische Psychiaterin Nise da Silveira (in O CORAÇÃO DE LOUCURA) sowie der berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda (in NERUDA), dem sein Landsmann Pablo Larraín einen schillernden Film gewidmet hat. EL REY DE LA HABANA ist die (fiktive) Schilderung des (Über)Lebens im Kuba der 1990er Jahre: radikal und aufs Äußerste getrieben.

Abgerundet wird das abwechslungsreiche Programm schließlich von einer musikalischen Reise des Meisterregisseurs Carlos Saura durch Argentinien (ZONDA: FOLCLORE ARGENTINO) sowie von dem Roadmovie A 60 KM/H, das uns in einem zweizylindrigen Citroën Méhari durch 45 Länder führt.

Informationen zum Festival gibt es auch unter www.cine-latino.de.

El Soborno del cielo - Der Hochmut des Himmels

El Soborno del cielo – Der Hochmut des Himmels

(El Soborno del cielo)
Kolumbien 2016. R: Lisandro Duque Naranjo. D: Guillermo García, Jaime Correa, Milady Dau, Sara Deray. 93 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Eine schwarze Komödie: Eine Stadt in der kolumbianischen Provinz. Das Leben läuft ruhig vor sich hin, bis der Suizid von Aimer Zapata alles durcheinander bringt. Der neue strenge Priester verweigert dem Selbstmörder ein katholisches Begräbnis. Die Familie des Verstorbenen fordert jedoch die Kirche heraus, indem sie Aimer trotzdem auf dem katholischen Friedhof bestattet. Wütend verweigert der Priester von nun an jegliche Sakramente, bis der Leichnam auf den säkularen Friedhof umgebettet wird. Kinder ohne Taufe, keine Hochzeiten mehr, Sterbende ohne die letzte Salbung... Dem Priester gelingt es, einen Keil zwischen die Stadtbewohner zu treiben. Von den Nachbarn bedrängt, verdoppelt die Familie ihren Einsatz: Sie werden ihren Leichnam dann umbetten, wenn auch alle anderen Familien ihre Selbstmörder umbetten. Und davon gibt es nicht wenige, doch sie werden streng geheim gehalten...

Der kolumbianische Filmemacher Lisandro Duque Naranjo, geboren 1943, arbeitet seit 1974 als Drehbuchautor und Regisseur für Film und Fernsehen. Mehrfach arbeitete er mit Gabriel García Márquez zusammen. Er publiziert als Kolumnist in El Espectador und ist Professor an der Universidad Central und an der Universidad Nacional. EL SOBORNO DEL CIELO ist sein elfter Kinospielfilm.

Mi. 10.05.2017, 17:30 Uhr, Fr. 12.05.2017, 19:30 Uhr

A 60 km/h

A 60 km/h – Mit 60 km/h

(A 60 km/h)
Uruguay 2014. R: Facundo Marguery. Dokumentarfilm. 96 Min. OmdtU. FSK: 0

Um die Welt mit dem Citroen Méhari – zwei Zylinder, 600 ccm, 60 km/h Höchstgeschwindigkeit: Mario, geschieden und einsam, verwirklicht zu seinem 50. Geburtstag den lange gehegten Traum von einer Weltreise. Mit seinen zwei Söhnen und einer Kamera macht er sich auf eine 150.000 Kilometer-Reise durch 45 Länder und fünf Kontinente. Auf der langen Fahrt, im Kampf gegen Geldmangel, Hitze, Regen, Dreck und Chaos zeigen sich Mut und Ausdauer, Leidenschaft und Leidensbereitschaft. Wie es Sohn Mattias ausdrückt: „Bei 60 Stundenkilometer bist du wie ein Chamäleon. Du bewegst dich langsam, und du veränderst dich mit der Landschaft, die du durchreist.“

Nach seinem Studium begann Facundo Marguery, an der Universidad ORT Uruguay Computeranimation zu studieren. Ab 2007 arbeitete er für internationale Produktionsfirmen. 2014 bereiste er für sein Filmdebüt MIT 60 KM/H die Welt.

Mi. 10.05.2017, 19:30 Uhr –

Neruda

Neruda

Chile/Argentinien/Frankreich/Spanien 2016. R: Pablo Larraín. D: Luis Gnecco, Gael García Bernal, Alfredo Castro, Mercedes Morán 108 Min. OmdtU. FSK: 12

1948. In einer flammenden Rede vor dem Kongress bezichtigt Senator Pablo Neruda, berühmter Dichter und Kommunist, die Regierung Präsident Videlas des Verrats – und wird umgehend seines Amtes enthoben. Der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Neruda entzieht sich seiner Verhaftung und taucht ab, mitten in der Arbeit an seiner epochalen Gedichtsammlung „Canto General“. Verfolgt vom melancholischen Polizisten Peluchoneau beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, dem Neruda zwischen Poesie und Legendenbildung einen ganz eigenen Reiz abgewinnt. Immer wieder legt er selbst Spuren, um seinem hartnäckigen Verfolger im letzten Moment zu entkommen. Die seltsame Jagd führt die Kontrahenten derweil in immer abgelegenere Gegenden. In der imposanten Bergwelt der chilenischen Kordilleren macht sich Neruda schließlich daran, das letzte Kapitel des Duells mit Peluchoneau in Szene zu setzen...

Dichtung und Wahrheit gehen übergangslos ineinander über, wenn Larraín – oder Neruda? – die Ebenen zwischen biographischer Erzählung, Fantasie und Fiktion verwischen.

Pablo Larraín, geboren 1976 in Santiago de Chile, dreht seit 2006 vielfach preisgekrönte Filme. ¡NO! (2012), die erste Zusammenarbeit mit Gael García Bernal, wurde unter anderem für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. EL CLUB (2015) wurde u. a. mit dem Silbernen Bären und als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet. Zuletzt lief der dreifach oscarnominierte JACKIE (2016) mit Natalie Portman in den deutschen Kinos.

Mi. 10.05.2017, 21:30 Uhr, Mi. 17.05.2017, 19:30 Uhr

Transit Havanna

Transit Havanna

Kuba/Niederlande/Deutschland 2016. R: Daniel Abma. Dokumentarfilm. 93 Min. OmdtU. FSK: 0

Einmal im Jahr kommen zwei Ärzte aus Holland und Belgien nach Havanna und führen dort auf Initiative von Fidel Castros Nichte kostenlos geschlechtsangleichende Operationen durch. Wie geht es den Menschen, die an Wendepunkten ihres Lebens stehen? So wie den Protagonisten Malú, Odette und Juani, die für ein Leben im richtigen Körper kämpfen? Malú ist Aktivistin in der Transgender-Community und wartet schon seit Jahren auf ihre Chance zur OP.
Odette sagt von sich, sie sei der beste Panzerfahrer Kubas gewesen. Streng religiös lebt sie in ständigem Zwist mit ihrer Familie und verdingt sich als Ziegenhirtin.
Juani sagt, er sei der erste transsexuelle Kubaner und erzählt, dass es wegen des Embargos jahrelang kein Testosteron für seine Behandlung gab. Feinfühlig erzählt und wunderbar fotografiert taucht der Film ein in die kubanische Gesellschaft und zeigt – aus dem speziellen Blickwinkel der LGBT-Community gesehen – fern von Klischees, wie Kuba tickt mehr als 50 Jahre nach der Revolution. Und dann kommt auch noch der historische Moment der Öffnung Kubas dazu…

Geb. 1978 in den Niederlanden, studierte Daniel Abma Grundschulpädagogik, engagierte sich dann in der Jugendarbeit in Berlin und Brandenburg. 2008 Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg. 2012 erster langer Dokumentarfilm NACH WRIEZEN, der straffällig gewordene Jugendliche nach ihrer Haftentlassung drei Jahre lang begleitete. Der Film wurde auf diversen Festivals gezeigt, u.a. bei „Sehsüchte“ 2013 als bester Dokumentarfilm und für den besten Schnitt ausgezeichnet und 2015 mit einem Grimme-Preis geehrt. Weitere Filme: HOLANDA DEL SOL, ARBEITSWEGE, VORWÄRTSGANG.

Am Do. 11.05. mit anschließender Filmdiskussion mit Kerstin Erlewein, Selbsthilfegruppe für Transmänner und deren Angehörige Rhein-Neckar/Pfalz, und mit Erich Siebert, Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba.

Do. 11.05.2017, 19:30 Uhr, Mi. 17.05.2017, 21:30 Uhr

Paraiso

Paraíso

Mexiko 2014. R: Mariana Chenillo. D: Andres Almeida, Daniela Rincón. 99 Min. OmdtU. FSK: 6

Kann eine Beziehung an einer gemeinsamen Diät scheitern? Carmen und Alfredo sind ein seit ihrer Jugend sehr verliebtes, glückliches Paar und leben sozial bestens eingebunden in einem sicheren und bequemen Vorort von Mexico-City: Satélite, ein in den 1950ern nach amerikanischen Vorstadt-Vorbildern entworfenes städtisches Bauprojekt. Als Alfredo aber ein verlockendes Jobangebot in der mexikanischen Metropole bekommt, verlassen sie das gemütliche Vorstadtleben und ziehen in die hektische, laute und auf Äußerlichkeiten bedachte Riesenstadt. In der neuen Umgebung beginnt Carmen an ihrem Aussehen und ihrem Gewicht zu zweifeln. Voller Motivation stürzt sie sich in eine Diät und überredet auch Alfredo, daran teilzunehmen. Doch während bei ihrem Mann die Kilos nur so purzeln, will sich bei Carmen so gar kein Erfolg einstellen...

Mariana Chenillos erster Spielfilm NORA’S WILL (2008) gewann mehr als 20 nationale und internationale Preise. 2010 wurde Chenillo beim Episodenfilm REVOLUCIÓN als jüngste Filmemacherin angefragt und nahm neben den bekanntesten mexikanischen Filmemachern wie Carlos Reygadas, Diego Luna, Gael Garcia Bernal und Gerardo Naranjo an dem Projekt teil, das auf der Berlinale uraufgeführt wurde. Für das Fernsehen drehte Chenillo die zweite Staffel der Hit-Serie SOY TU FAN (2012). Chenillo studierte Film am „Centro de Capacitación Cinematográfica” mit dem Schwerpunkt Regie. 

Fr. 12.05.2017, 21:30 Uhr, Mo. 15.05.2017, 19:30 Uhr

Argentina

Zonda: Folclore argentino– Argentina

(Zonda: Folclore argentino)
Argentinien/Spanien/Frankreich 2015. R: Carlos Saura. Dokumentarfilm. 88 Min. OmdtU. FSK: 0.

Musik, Tanz und Leidenschaft: In Carlos Sauras ARGENTINA wirbeln die Röcke, hypnotisieren die Rhythmen, betören die folkloristischen Melodien. Der preisgekrönte Regisseur widmet sich in seinem Dokumentarfilm ganz der argentinischen Folklore. Anhand einiger choreographierter Szenen und Lieder begibt sich der Filmemacher auf eine persönliche Reise durch die verschiedenen Regionen Argentiniens und ihr faszinierendes Erbe. Dabei trifft und porträtiert Saura einige der bekanntesten Künstler und Gruppen des Landes wie Pedro Aznar, Soledad Pastorutti, Jaime Torres und Mercedes Sosa. So zeigt ARGENTINA durch Musik und Tanz ein Land, seine Einwohner, seine Geschichte. Und wie aus diesen Wurzeln das Wesen der faszinierenden, lebendigen argentinischen Kultur gewachsen ist.

Carlos Saura wurde 1932 in Huesca, Spanien geboren. Sein Maschinenbau-Studium brach Saura ab, um sich zunächst als Fotograf einen Namen zu machen, bevor er am Instituto de Investigaciones y Experiencias Cinematográficas Film studierte. Bis 1963 unterrichtete er dort Filmregie. Sauras vielfach preisgekröntes filmisches Werk wurde besonders durch den Spanischen Bürgerkrieg und den italienischen Neorealismus geprägt. In den 1980ern erlangte Saura besondere Beachtung für seine Flamenco-Trilogie, die in Zusammenarbeit mit dem bekannten Tänzer und Choreografen Antonio Gades entstand: BODA DE SANGRE (1981), CARMEN (1983) und EL AMOR BRUJO (1986). 1995 widmete sich Saura mit der Dokumentation FLAMENCO erneut dem spanischen Nationaltanz, bevor er wenige Jahre später im Doku-Drama TANGO (1998) begann, den argentinischen Volkstanz zu erforschen.

Sa. 13.05.2017, 19:30 Uhr, Di. 16.05.2017, 21:30 Uhr

Das letzte Drive-In-Kino

O Último Cine Drive-in – Das letzte Drive-In Kino

(O Último Cine Drive-in)
Brasilien 2015. R: Iberê Carvalho. D: Othon Bastos, Breno Nina, Rita Assemany, Fernanda Rocha. 100 Min. OmenglU. FSK: k. A.

Weil seine schwerkranke Mutter mehrere Wochen stationär im Krankenhaus behandelt werden muss, begleitet Marlombrando sie in die Stadt seiner frühen Kindheit. Er kennt hier niemanden, und so nimmt der junge Mann nach vielen Jahren Kontakt zu seinem Vater Almeida auf, der seit jeher ein Autokino betreibt. Der kauzige Almeida liebt sein altes Kino, auch wenn sich außer seinen zwei mindestens ebenso verschrobenen Angestellten kaum jemand für die Filme interessiert. Doch das hält Almeida nicht davon ab, jeden Abend den Projektor anzuwerfen. Als Marlombrando an den Zauberort seiner Kindheit zurückkehrt, steht der Abriss der heruntergekommen Betonwüste unmittelbar bevor…

DAS LETZTE DRIVE-IN KINO gewann mehrere Publikumspreise, auch die Schauspieler Breno Nina und Fernando Rocha erhielten Auszeichnungen.

Iberê Carvalho, 1976 in Brasilia geboren, studierte Anthropologie und Journalismus und erhielt in Madrid einen Master-Abschluss in Regie. Seine Kurzfilme liefen weltweit auf Filmfestivals und wurden mehrfach ausgezeichnet. DAS LETZTE DRIVE-IN KINO ist sein erster langer Spielfilm. Carvalho ist Co-Direktor der Produktionsfirma Pavirada Filmes.

Sa. 13.05.2017, 21:30 Uhr

Buscando a Gastón - Gastons Küche

Buscando a Gastón – Gastons Küche

(Buscando a Gastón)
Peru 2014. R: Julia Patricia Pérez. Dokumentarfilm. 79 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Gastón Acurio – ein Chefkoch, der die Herzen erobert. In seiner Heimat Peru gilt er als Nationalheld – aber auch international ist er als einer der herausragendsten Küchenmeister anerkannt. Sein Handwerk lernte er in den besten Restaurants Frankreichs. Heute ist er sterneprämierter Chefkoch in seinem Restaurant „La Mar“ in Lima, Besitzer von zahlreichen Restaurants weltweit und kulinarischer Botschafter der vielfältigen Nationalküche Perus. GASTONS KÜCHE porträtiert Gastón Acurio und seine Welt, die große Vielfalt der einheimischen Lebensmittel und Gewürze, die er mit seinen phantasievollen Rezepten in köstlichen Speisen verarbeitet, seinen engen und nachhaltigen Kontakt zu den regionalen Bauern in der Heimat. Seine Mission: Mit Hilfe der Kochkunst den Menschen ursprünglichen Genuss in höchster kulinarischen Dimension zu schenken.

GASTONS KÜCHE war vielbeachteter Gast im „Kulinarischen Kino“ der Berlinale 2015.

Julia Patricia Pérez hat mehr als 14 Jahre Erfahrung in der Film- und Fernsehproduktion. Als Mitglied der Directors Guild of America hatte sie die Möglichkeit, für mehrere Studios und Fernsehnetworks wie Disney, Paramount, Showtime, CBS und ABC zu arbeiten. GASTONS KÜCHE ist ihr Langfilmdebüt.

Im Anschluss an die Filmvorführungen bieten wir peruanische Köstlichkeiten an!
Clarissa Bravo, Köchin aus Leidenschaft, bietet die Möglichkeit, die Vielfalt der Küche ihrer Heimat Peru kennen zu lernen. Genießen Sie einen ganz besonderen Gaumenschmaus mit peruanischen Häppchen: Das Buffet lockt mit Ceviche, Huancayna und Ocupa, Empanadas, Causa oder süßen Alfajores. An der Bar erwartet Sie zudem der peruanische Cocktail Pisco Sour.

Eintrittspreis inkl. drei kleinen Appetithappen der peruanischen Küche:
Normal 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Mitglieder Cinema Quadrat 10 Euro.
Um Reservierungen oder Kartenvorverkauf wird gebeten.
In Kooperation mit dem Förderverein Jugendhaus Waldpforte.

So. 14.05.2017, 17:00 Uhr, So. 14.05.2017, 20:00 Uhr

El Rey de la Habana - Der König von Havanna

El Rey de la Habana – Der König von Havanna

(El Rey de la Habana)
Dominikanische Republik/Spanien 2015. R: Agustí Villaronga. D: Maikol David, Yordanka Ariosa, Héctor Medina, Jean Luis Burgos. 119 Min. OmdtU. FSK: k. A.

Kuba in den 90 er Jahren, in der schlimmsten Zeit der kubanischen Gesellschaft. Nach seiner Flucht aus einem Jugendheim versucht Reinaldo, in den Straßen von Havanna zu überleben. Hoffnungen, Enttäuschungen, Rum, Humor und vor allem Hunger begleiten ihn, bis er auf die Prostituierte Magda und die Transsexuelle Yunisleidy trifft, beide erzwungenermaßen Lebenskünstler wie er. Hin- und hergerissen zwischen den beiden versucht er, der materiellen und moralischen Armut um ihn herum zu entkommen, indem er Liebe und Leidenschaft, Spannung und Sex bis zum Äußersten lebt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen, kontroversen Roman von Pedro Juan Gutièrrez: radikal, extrem, überzogen, moralisch ambivalent – und gerade deshalb wahrhaftig in seinem Porträt eines Kubas am Abgrund nach dem Untergang des Sowjetreiches.

Der 1953 auf Mallorca geborene Agustí Villaronga verfolgt in seinem Œuvre immer wieder die Themen einer zerstörten und verstörenden Kindheit, von Gewalt, sexuellem Erwachen und Homosexualität. Seine bisher sieben Kinoarbeiten erhielten mehrere Preise. Am bekanntesten sind seine Filme EL MAR (2000) und PA NEGRE (2010), der mit neun Goyas ausgezeichnet wurde.

Mo. 15.05.2017, 21:30 Uhr, Mi. 17.05.2017, 17:30 Uhr

Nise - Das Herz des Wahnsinns

O coração da Loucura – Nise - Das Herz des Wahnsinns

(O coração da Loucura)
Brasilien 2015. Regie: Roberto Berliner. D: Glória Pires, Fabrício Boliveira, Roberta Rodigues, Augusto Madeira. 120 Min. OmdtU. FSK: k. A.

1936: Nise de Silveira hat 18 Monate Haft hinter sich. Sie war von einer Krankenschwester aufgrund des Besitzes von marxistischer Literatur angezeigt worden. Nun kehrt sie an ihren Arbeitsplatz in einer psychiatrischen Klinik in der Vorstadt Rio de Janeiros zurück – und weigert sich, die inzwischen weit verbreiteten und äußerst brutalen Methoden von Elektroschock und Lobotomie durchzuführen. Stattdessen übernimmt die Schülerin von C. G. Jung den Bereich der Beschäftigungstherapie und fördert die künstlerische Tätigkeit der Patienten. Mit seinem ebenso lehrreichen wie emotionalen Portrait einer starken Frau huldigt Regisseur Roberto Berliner der Psychiaterin und späteren Gründerin des „Museums für Bilder des Unbewussten“ Nise da Silveira (1905-1999). Darüber hinaus stellt er mit seinem preisgekrönten Film die grundsätzliche Frage, wie eine Gesellschaft mit psychisch kranken Menschen umgeht.

Roberto Berliner arbeitet als Regisseur, Produzent und Gründer von tvzero. Seit 1978 dreht er Werbefilme, Videoclips, TV-Serien, Kurz- und Langspielfilme sowie Dokumentarfilme. Sein Film über Nise da Silveira, der ihn dreizehn Jahre lang beschäftigte, wurde mit dem Großen Preis des Filmfestivals in Tokio und als bester brasilianischer Film beim russischen Filmfestival in Moskau und St. Petersburg ausgezeichnet. In Rio de Janeiro erhielt er den Publikumspreis.

Di. 16.05.2017, 19:30 Uhr