KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust - Filme im Vergleich

vom Fr., den 12. bis So., den 14. November 2004

Ein Filmseminar veranstaltet von:
Cinema Quadrat e.V. Mannheim
Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie HD-MA e.V.
Psychoanalytisches Institut der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft HD-KA
Deutsche Psychologische Gesellschaft (DPV)
mit freundlicher Unterstützung der Heinrich-Vetter-Stiftung

 

 


Programm:


Freitag, 12. November 2004


19:30


Die erste Begegnung mit dem Unfaßbaren
- Frühe Filme der Alliierten zur Information der Bevölkerung und Umerziehung (re-education) der Deutschen
Eine Einführung von Heiner Roß, Metropolis Archiv Hamburg


21:30


Nacht und Nebel (Nuit et Brouillard)
F 1958, von Alain Resnais, 32 Min., DF


22:15


Diskussion


Samstag, 13. November 2004


9:00


Begrüßung


9:15


Die Entwicklung der filmischen Bearbeitung des Holocaust über 50 Jahre
Vortrag mit Filmausschnitten von Joachim Danckwardt, Tübingen


11:00


Pause


11:30


Der gewöhnliche Faschismus (Obyknowennyj Faschism)
UdSSR 1965, Dokumentarfilm von Michail Romm, 123 Min. DF


13:40


Mittagspause


15:00


Babij Jar
BRD 2002, von Jeff Kanew
108 Min.
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Hans Becker, Heidelberg


16:30


Pause


17:00


Diskussion


18:00


Jakob der Lügner
DDR 1974, von Frank Beyer,
100 Min


19:50


Abendessen


21:00


Die satirische Auseinandersetzung mit dem Grauen
Propaganda-Cartoons und Grotesken zum NS-Regime 77 Min., engl. OF


Sonntag, 14.November 2004


9:30


Zur filmischen Aufarbeitung des Holocaust im Werk von Claude Lanzmann
Vortrag von Annegret Mahler-Bungers, Kassel

dazu:
Sobibór , 14. Octobre 1943, 16 Heures
F 2001 von Claude Lanzmann, 134 Min., OmU


12:30


Abschlussdiskussion

Die Filme:

NACHT UND NEBEL (NUIT ET BROUILLARD)
F 1955. R: Alain Resnais. 32 Min.
Tod binnen drei Monaten verhieß die Parole „Nacht und Nebel“ all jenen KZ-Häftlingen, die als besondere Systemgegner eingestuft wurden, nach einem Ausspruch Hitlers, wonach jeder, der sich ihm in den Weg stelle, ohne Spur in Nacht und Nebel untergehen werde. Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955 der gleichnamige Film, der auch in den für die Medienerziehung an den Schulen verbindlichen Filmkanon aufgenommen wurde. Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt danach, in einem Rückblick, die gnadenlose und präzise Vernichtungsmaschinerie in den Todeslagern. Dabei verbinden sich die einprägsamen Bilder mit der Musik Hanns Eislers und den Texten von Jean Cayrol (in der deutschen Fassung von Paul Celan), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit.
Fr 12.11. 19.30 Uhr, FSK: ab 16 Jahren

BABIJ JAR
Deutschland 2002. R: Jeff Kanew, D: Michael Degen, Barbara De Rossi, Katrin Saß. 108 Min.
Die jüdische Familie Lerner und die ukrainische Familie Onufrienko sind seit langem eng befreundet und wohnen zusammen in einem Haus am Rand von Kiew. Während das deutsche Militär die Deportation und Ermordung aller Juden Kiews vorbereitet, versuchen die Lerners mit Hilfe des Nachbarjungen Stepan gemeinsam zu fliehen. Da sieht Lena Onufrienko eine Chance, ihrer Tochter, deren Hochzeit bevorsteht, eine eigene Wohnung zu verschaffen. Sie denunziert die Nachbarn, ohne zu wissen, daß ihr Sohn die Lerners begleitet.
Sa 13.11. 15.00 Uhr, FSK: ab 16 Jahren

DER GEWÖHNLICHE FASCHISMUS (OBYKNOWENNYJ FASCHISM)

UdSSR 1965. R: Michail Romm. 133 Min., DF
Der Dokumentarfilm DER GEWÖHNLICHE FASCHISMUS gilt als ein Meilenstein des Dokumentar- und Kompilationsfilms. Anhand bis dahin unbekannten Bild- und Filmmaterials entwirft der sowjetische Regisseur Michail Romm eine facettenreiche, psychologisch fundierte Studie über Voraussetzungen, Entstehung und Erscheinungsformen des deutschen Faschismus. Mit unbestechlichem Blick, der vor allem die alltäglichen und gewöhnlichen Aspekte der Barbarei enthüllt; und essayistischem Kommentar analysiert Romm die Wurzeln des Faschismus und dessen verhängnisvollen Einfluss auf die menschliche Psyche.
Sa 13.11. 11.30 Uhr, FSK: ab 12 Jahren

JAKOB DER LÜGNER
DDR 1974. R: Frank Beyer, B: Jurek Becker, D: Vlastimil Brodský. 100 Min.
In einem Ghetto erfährt Jakob durch die unwahrscheinlichsten Zufälle, daß in der Nähe des Ghettos gekämpft wird und die Befreiung direkt bevorsteht. Am Tag darauf will er den jungen Mischa unbedingt davon abbringen, Kartoffeln zu stehlen, da das mit der Todesstrafe geahndet wird. Jakob erzählt vom Vormarsch der Roten Armee, doch niemand glaubt ihm. Um die anderen von der Wahrheit zu überzeugen, erfindet Jakob eine Lüge: Er habe ein Radio. Sofort verbreitet sich die Nachricht, fast alles verändert sich. Die Selbstmorde im Ghetto hören auf, es wird sogar geheiratet. Aber Hoffnung braucht Nahrung – alles Interesse ist auf Jakob gerichtet. Deshalb muß er weiter lügen.
Sa 13.11. 18.00 Uhr, FSK: ab 12 Jahren

SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES
F 2001. R: Claude Lanzman. 134 Min., OmU
Claude Lanzmann ist der Regisseur der großen Holocaust-Dokumentation SHOAH, die seit ihrer Uraufführung 1985 auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet wurde. In SOBIBOR schildert er den einzigen erfolgreichen Aufstand in einem Konzentrationslager der Nazis, indem er den Erzählungen eines der Aufständischen folgt: „Ausgehend von einem Gespräch, das mir Yehuda Lerner 1979 gewährt hatte, entstand der Film SOBIBOR, 14 OCTOBRE 1943, 16 HEURES – Ort, Tag, Monat, Jahr, Stunde des einzigen jemals gelungenen Aufstands in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten.“ (Claude Lanzmann)
So 14.11. 9.30 Uhr, FSK: keine Angabe

 

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