7. Mannheimer Filmseminar - Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie
David Lynch
7. - 9. März 2008
Veranstalter: Cinema Quadrat e.V., Mannheim
Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim
Psychoanalytisches Institut Heidelberg-Karlsruhe der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
Heidelberger Institut für Tiefenpsychologie
Ansprechpartner: Dr. Peter Bär, Dr. Gerhard Schneider
Programm:
Donnerstag, 6. März 2008 | 19:30
| Film 1: BLUE VELVET USA 1986, 120 Min., DF B + R: David Lynch, mit Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper
| Freitag, 7. März 2008
| 19:30
| Film 2: ERASERHEAD USA 1977, 89 Min, OF B + R: David Lynch, mit John Nance, Charlotte Stewart, Allan Joseph
| 21:30
| Film 1: BLUE VELVET USA 1986, 120 Min., DF B + R: David Lynch, mit Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper
| Samstag, 8. März 2008
| 9:00
| Begrüßung
| 9:15
| Vortrag 1:„No straight stories“ – Eine Einführung in die filmische Welt des David Lynch Georg Seeßlen, Filmkritiker, Kaufbeuren
| 10:45
| Pause
| 11:15
| Vortrag 2: Der Künstler David Lynch oder Die Heimkehr des Surrealismus nach Hollywood: Zu David Lynchs Bilder-Welten Prof. Dr. Norbert Schmitz, Kunsthistoriker, Kiel
| 12:15
| 1. Diskussionsrunde
| 13:15
| Mittagspause
| 14:45
| Film 3: WILD AT HEART USA 1990, 124 Min., DF B + R: David Lynch nach dem Roman von Barry Gifford, mit Nicolas Cage und Laura Dern
| 16:50
| Pause
| 17:15
| Vortrag 3: “If you’re truly wild at heart, you’ll fight for your dreams”
oder: Wozu brauchen wir gute Feen? Psychoanalytische Anmerkungen zu WILD AT HEART Dr. G. Schmidt, Psychoanalytiker, Mannheim | 18:00
| Vortrag 4: Das Ding – Einige psychoanalytische Überlegungen zu ERASERHEAD Dr. Gerhard Schneider, Psychoanalytiker, Mannheim
| 18:45
| 2. Diskussionsrunde
| 19: 30
| Pause
| 20:30
| Film 4: LOST HIGHWAY USA 1996, 134 Min., DF R: David Lynch, B: DL und Barry Gifford, mit Bill Pullman, Patricia Arquette
| 23:00
| Pause
| 23:15
| Film 5: Kurzfilme
THE ALPHABET, USA 1968, 4 Min., OF, THE GRANDMOTHER, USA 1970, 34 Min., OF
(jeweils mit kurzer Einführung von David Lynch, OF) | Sonntag, 9. März 2008
| 9:10
| Film 6: MULHOLLAND DRIVE USA 2001, 146 Min., DF B + R: David Lynch, mit Naomi Watts, Laura Elena Harring
| 11:45
| Pause
| 12:15
| Vortrag 5: Werden oder Nichtwerden bei David Lynch: MULHOLLAND DRIVE und INLAND EMPIRE Dr. J.F. Danckwardt, Psychoanalytiker, Tübingen
| 13:00
| Vortrag 6: „Just like in the movies“ – Straßen der Nacht und Routen der Irritation: David Lynch zwischen Film Noir und Postmoderne
(zu LOST HIGHWAY und MULLHOLLAND DRIVE) Rüdiger Suchsland, Filmkritiker, Berlin | 13:45
| 3. Diskussionsrunde
| 14:30
| Voraussichtliches Ende der Veranstaltung
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Die Filme:
USA 1986. R: David Lynch. D: Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper. 120 Min., DF. FSK: ab16
In der Kleinstadt Lumberton - einer Bastion des American way of life - findet Jeffrey ein abgetrenntes Ohr und beschließt, das Geheimnis um dieses Ohr zu lüften. So begegnet er der Polizistentochter Sandy, der mysteriösen Nachtclubsängerin Dorothy und dem sadistischen Frank. Immer tiefer dringt Jeffrey dabei in eine ihm bislang völlig unbekannte grausame und bizarre Welt vor, der er sich nicht entziehen kann. David Lynch dringt mit BLUE VELVET in die Tiefen menschlicher Abgründe vor und konfrontiert die Zuschauer mit äußerst drastischen Bildern. Wie kaum ein anderer Film der achtziger Jahre, wurde BLUE VELVET kontrovers diskutiert und immer wieder neu interpretiert. Dies nimmt dem Film nichts von seiner Wirkung. Er ist auch heute noch modern und rätselhaft, besticht durch grandiose Schauspieler, dramaturgische Raffinesse, strahlend schöne Bilder und eine unwiderstehliche Musik.
USA 1971-1976. R: David Lynch. D: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph. OF. 89 Min. FSK: ab 18
ERASERHEAD beginnt wie ein tristes Proletarier-Melodram, dessen gewohnte Bezugspunkte jedoch nachhaltig „verrückt" werden. Ein ungeschlachter junger Mann in finsterer Slumgegend wird von den Eltern seiner Freundin wegen einer Frühgeburt zur Heirat gedrängt. Es entwickelt sich die wohl bizarrste Vater-Kind-Beziehung der Filmgeschichte, denn das „Baby" (eine Kreuzung aus Kalbsfötus und Allosaurier-Embryo) treibt die Mutter alsbald aus dem Haus (...) Verbale Beschreibungsversuche vermitteln kaum etwas von der verstörenden Faszination des ersten Spielfilms von David Lynch, den er mit geringem Budget dank eines Zuschusses des American Film Institute gedreht hat; und nichts von der bedrängenden Intensität des Tons.
USA 1990. David Lynch. 124 Min., DF, digitale Projektion. FSK: ab 16
Als Sailor aus dem Knast kommt, sind die beiden Liebenden Sailor und Lula nach zweijähriger Trennung wieder vereint. Doch wie in der Vergangenheit hetzt Lulas besessene Mutter dem Desperado, der nur auf Bewährung entlassen wurde, eine Meute finsterer Gestalten hinterher. Das Paar flüchtet in den Süden der USA und stößt in dem Provinznest Big Tuna auf eine Gruppe absonderlicher Freaks, die dem Paar nicht wohlgesonnen sind. Als Sailor bei all den Hemmnissen verzweifelt, die seiner Liebe im Weg stehen, taucht eine gute Fee auf, die ihm im letzten Moment weiterhilft. David Lynch erhielt 1990 in Cannes für WILD AT HEART die Goldene Palme für den besten Film.
USA 1996. R: David Lynch. D: Bill Pullman, Patricia Arquette, Robert Loggia, Robert Blake. 134 Min., DF. FSK: ab 18
Der Jazzsaxophonspieler Fred Madison wird wegen Mordes an seiner Frau verurteilt. Eines Morgens sitzt der Automechaniker Pete Dayton anstelle von Fred in der Zelle. Pete wird freigelassen und beginnt eine Affäre mit der Geliebten des Pornoproduzenten Mr. Eddy , die wiederum Freds ermordeter Frau gleicht... Der Film mischt Elemente des Film Noir mit Elementen des Psychothrillers und des Horrorfilms. Seine intensive Wirkung bezieht er sowohl aus seiner rätselhaften, psychologisch dichten Handlung, als auch aus seiner ausdrucksstarken surrealistischen Bildsprache.
USA 2001.R: David Lynch. D: Naomi Watts, Laura Harring, Justin Theroux, Ann Miller, Dan Hedaya .146 Min., DF. FSK: ab 16
Eine geheimnisvolle Unbekannte, die sich Rita nennen wird, verliert nach einem Autounfall ihr Gedächtnis und bekommt zufällig von der naiven Betty Hilfe. Letztere träumt davon, ein Filmstar zu werden, hilft Rita jedoch bei der Suche nach ihrer Vergangenheit. Doch ihnen wird, wie auch vielen anderen, die ihre Wege kreuzen, zusehends der Boden der Realität unter den Füßen weggezogen. MULHOLLAND DRIVE spielt mit Kameraeinstellungen, Schauspielerinszenierungen, Genreverweisen und Musik verschiedener Epochen; der Film strotzt vor Einfällen und wunderbaren kleinen Szenen, die für sich selbst stehen. Eine Feier des Kinos.
THE ALPHABET
USA 1968. R: David Lynch. D: Peggy Lynch. 4 Min., OF
David Lynch bastelt aus dem vorgegebenen Kindervers einen animierten Alptraum, in dem ein Mädchen anfängt, aus ihrem Mund zu bluten, und eine eigenartige Kreatur, die das ABC kreiert im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode erschreckt wird. Kurz, verstörend, düster und packend. THE ALPHABET ein Studentenfilm, nur ein Experiment – aber gleichzeitig so wirkungsvoll und ansteckend in seiner Atmosphäre wie vergleichbare andere Werke des mysteriösen David Lynchs.
THE GRANDMOTHER
USA 1970. R: David Lynch.D: Richard White, Dorothy McGinnis, Virginia Maitland, Robert Chadwick. 34 Min., OF.
THE GRANDMOTHER ist ein Film über eine Familie. Die Eltern sind primitive Tiere in dem Körper von erwachsenen Menschen. Sie gehen auf allen Vieren, kommunizieren nur durch Bellen und Blaffen und behandeln ihren Sohn, einen verhältnismäßig menschlichen Jungen, der immer einen Anzug trägt, mit Verachtung und Häme. Immer wieder wird der Junge von seinem Vater geprügelt und bestraft, da er anscheinend aufgrund seines Bettnässerproblems jeden Morgen einen orangenen Fleck auf dem weißen Laken hinterlässt. Der Junge flüchtet sich auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe auf den Dachboden, wo er Dreck und einen Samen in ein leeres Bett einpflanzt. Hier wächst etwas Unwirkliches herauf, das schließlich eine Großmutter gebären soll, die sich um den Jungen liebevoll kümmert. Doch das Glück währt nicht lange, denn etwas scheint mit der Großmutter nicht zu stimmen.
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