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Publikation: Abschlussbericht des Veranstalters
Autor: Peter Bär
Am vergangenen Wochenende fand zum 6. mal im Cinema Quadrat ein Filmseminar unter dem Motto: "Im Dialog Psychoanalyse und Filmtheorie" statt. Nachdem in den Vorjahren die filmischen Werken von Hitchcock, Polanski, Buñuel und Bergman diskutiert wurden, war diesmal der spanische Regisseur Pedro Almodóvar Objekt des Interesses. Almodóvar, der zuletzt mit „Volver“ Publikum und Kritik begeisterte und 2006 auch mit dem europäischen Filmpreis Felix ausgezeichnet wurde, gilt als Paradiesvogel unter den europäischen Regisseuren und verblüfft immer wieder mit eigenwilligen, teilweise exzentrischen Geschichten voller Tragik und Lebensfreude und schreckt vor keinem gesellschaftlichen Tabubruch zurück. Bei dem Seminar wurden nunmehr die Themen und deren filmische Umsetzung in sechs Filmen allen Schaffungsperioden mittels sechs Vorträgen diskutiert. Die Vortragende waren zu gleichen Teilen Filmtheoretikern wie Psychoanalytiker. Sie beleuchtete unterschiedliche Aspekte des Gesamtwerkes oder einzelner Filme. So gab der Filmwissenschaftler Manfred Riepe, der auch bereits eine umfassende Monografie über Almodòvar geschrieben hat, einen Überblick über das Gesamtwerk im und wies darauf hin, dass Almodóvar immer wieder Filme des klassischen Hollywood-Kinos als Vorlagen oder Ideen-Steinbruch nutzt, um sie in der Regel aber gegen den Strich zu inszenieren. Die Opposition zum klassischen Hollywood-Kino war damit einer der Schwerpunkte der Analyse des Werkes von Almodóvar. Die Psychoanalytikerin Mechthild Zeul aus Madrid verortete das Frühwerk von Almodóvar in der exzentischen kulturellen Bewegung der "Movidar" der Nach-Franco-Ära, als man in allen Bereichen experimentierte und neue Wege suchte, in Bereichen, die vorher die Zensur verboten hatte. Nach diesen Überblick-Referaten über das Gesamtwerk von 16 Filmen, befassten sich die Psychoanalytikerin Renate Kremer aus Heidelberg und der Filmkritiker Gerhard Midding (Berlin) mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf den Film "High Heels" aus dem Jahre 1991. Am Sonntag referierte die Kölner Psychoanalytikerin Isolde Böhme über literarische Grundmuster und Parallelen in Almodòvar's zweitletztem Film "La mala educación", einer verschachtelten Geschichte um sexuellen Missbrauch, Erpressung und Ausbeutung. Einen völlig neuen Aspekt lieferte zum Schluss noch der Theologe und Filmbeauftragte der Evangelischen Kirche Schneider-Quindeau (Frankfurt), der darauf hinwies, dass gerade in Spanien die Bildgewaltigkeit der Katholischen Kirche zahllosen Vorlagen für ein kollektives Bewusstsein lieferte, die von Almodòvar aufgegriffen, verwendet und umgestaltet wurden. Der Andrang zu Filmen und Vorträgen war so gewaltig, dass Cinema Quadrat ihn kaum bewältigen konnte. Die Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.Das Kino hat damit wieder einmal bewiesen, dass es in Sachen Filmseminar und –Analysen zu den führenden Veranstaltern Bundesweit zählt. Die Vorträge werden in einem weiteren Band der inzwischen bereits 4 Bände umfassenden Schriftenreihe gesammelt und im Eigenverlag herausgegeben.
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