KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

5. Mannheimer Filmseminar - Im Dialog: Psychoanalyse und Filmtheorie


Ingmar Bergmann

 

17. - 19. März 2006

 

Veranstalter:
Cinema Quadrat e.V., Mannheim
Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg-Mannheim
Psychoanalytisches Institut Heidelberg-Karlsruhe der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung
Heidelberger Institut für Tiefenpsychologie

Ansprechpartner: Dr. Peter Bär, Dr. Gerhard Schneider

 

 


Programm:


Freitag, 17. März 2006


19:30


Film 1: Abend der Gaukler (Gycklarnas afton)
Schw. 1953, 92 Min.
R. + B. Ingmar Bergman, mit Harriet Andersson, Ake Grönberg, Hasse Ekman u.a.


21:30


Film 2: Das siebente Siegel (Det sjunde inseglet)
Schw. 1956, 104 Min
R. + B. Ingmar Bergman, mit Max v. Sydow, Gunnar Björnstrand, Bibi Andersson u.a.


Samstag, 18. März 2006


9:00


Begrüßung


9:15


Eröffnungsreferat: „Gegenwart und Gedächtnis“
Dr. Peter W. Jansen, Baden-Baden, Filmkritiker


10:45


Pause


11:15


Referat 2: "... ich will das Wissen!"
Überlegungen einer Psychoanalytikerin zu Ingmar Bergmans Film Das siebente Siegel
PD Dr. Claudia Frank, Stuttgart, Psychoanalytikerin


12:00


Referat 3: „Nicht nur biografische Wurzeln…“
Entdeckungen auf der Suche nach Vorlagen zum Film Abend der Gaukler
Dr. Peter Bär, Mannheim, Filmkritiker


12:45


1. Diskussionsrunde


13:30


Mittagspause


15:00


Film 3: Das Schweigen (Tystnaden)
Schw. 1962, 95 Min.
R. + B. Ingmar Bergman, mit Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom, Jörgen Lindström u.a.


16:45


Pause


17:00


Referat 4: "Das Paradies ist kurzer Seelenruh entsprossen"
(Ruba'iyat von Omar Khayyam, Mystiker des 11. Jhd.)
Soheila Kiani-Dorff, Frankfurt, Psychoanalytikerin


17:45


Referat 5: "Die andere Seite des Spiegels"
Über die Visualisierung der Abwesenheit in Bergmans Schweigen-Trilogie.
Dr. Sabine Ibertsberger, Bayreuth, Filmwissenschaftlerin


18:30


2. Diskussionsrunde


19: 30


Pause


20:30


Film 4: Fanny und Alexander (Fanny och Alexander)
BRD/FRA/Schw 1983, 188 Min.
R. + B. Ingmar Bergman, mit Bertil Guve, Ewa Fröling, Gunn Wallgren, Pernilla Allwin u.a.


Sonntag, 19. März 2006


9:30


Film 5: Schreie und Flüstern (Viskningar och Rop)
Schw. 1972, 91 Min.
R. + B. Ingmar Bergman, mit Harriet Andersson, Ingrid Thulin, Liv Ullmann, u.a.


11:00


Pause


11:30


Referat 6 : Schreie und Flüstern – zwischen Mütterlichkeit und Tod
Dr. med. E. Berberich, Heidelberg, Psychoanalytikerin


12:15


Referat 7: Die Aufhebung der Zeit im lebenden Bild
Dr. Ursula von Keitz, Zürich, Filmwissenschaftlerin


13:00


3. Diskussionsrunde


14:00


Voraussichtliches Ende der Veranstaltung

 

Die Filme:

 

ABEND DER GAUKLER (GYCKLARNAS AFTON)
SVE 1953. R: Ingmar Bergman D: Åke Grönberg, Hasse Ekman, Gunnar Björnstrand, Harriet Andersson. 92 Min., DF, FSK: 16
Schauplatz der Geschehnisse eines einzigen Tages ist ein schäbiger Wanderzirkus. Zirkusdirektor Albert Johansson kommt mit seiner Truppe in die Stadt, in der seine Frau und Kinder leben und die er vor drei Jahren verlassen hat. Seine neue Geliebte ist die Attraktion der Manege, es ist die Kunstreiterin Anne. Um für die „Galavorstellung“ gut gekleidet zu sein, erbittet Johansson beim hiesigen Theaterdirektor ein paar Kostüme. Dieser beleidigt und demütigt ihn, um sie ihm letztendlich doch zu überlassen. Anne lernt währenddessen den attraktiven jungen Schauspieler Franz kennen und lässt sich verführen. Gleichzeitig zieht es Johansson zu seiner Frau zurück, die ihn aber abweist. Die Geschichten gipfeln abends in der ausverkauften Vorstellung, in der Anne öffentlich von Franz verhöhnt wird und Johansson sich für die Demütigungen rächen möchte. Noch in der Nacht zieht der Zirkus weiter – und Anne mit ihm.
„Interessant und für Bergman typisch ist die Rolle der Frau, die in der Vernunft und der Leidenschaft überlegen ist, die Gefahr und Geborgenheit bringt.“ (Reclams Filmführer. Stuttgart 1973).

DAS SIEBENTE SIEGEL (DET SJUNDE INSEGLET)
SVE 1956. R: Ingmar Bergman D: Gunnar Björnstrand, Max von Sydow, Bibi Andersson, Bengt Ekerot, Nils Poppe. 104 Min., DF, FSK: 16
Die ursprüngliche Bedeutung des Titels DAS SIEBENTE SIEGEL aus der Offenbarung der Bibel verheißt nichts Gutes: Nach der Öffnung des siebten Siegels am geheimnisvollen Buch Gottes tritt zunächst eine halbe Stunde völliger Stille im Himmel ein, danach blasen sieben Engel in ihre Posaunen und bei jedem Schall versinkt die Erde in größere Zerstörung.
DAS SIEBENTE SIEGEL von Ingmar Bergman spielt im Mittelalter. Ritter Antonius Blok (Max von Sydow) kehrt Mitte des 12. Jahrhunderts von einem Kreuzzug in sein pestverseuchtes Heimatland Schweden zurück. Dort erwartet ihn der leibhaftige Tod, der ihn mit in sein Reich nehmen will. Doch der Ritter erspielt sich mit einer Partie Schach eine Schicksalswendung, um vor seinem Ableben noch nach Gott zu suchen.
„Die unangestrengte Komposition und gegenseitige Spiegelung so verschiedener Ausdrucksweisen, des Mysterien- und des Rüpelspiels verleiht dem Film Shakespearesches Format.“ (Reclam FilmKlassiker)
Preis: Sonderpreis der Jury bei den 10. Internationalen Filmfestspielen in Cannes.

DAS SCHWEIGEN (TYSTNANDEN)
SVE 1962. R: Ingmar Bergman. D: Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom, Birger Malmsten. 95 Min., FSK: 16
In DAS SCHWEIGEN zeichnet Ingmar Bergman erbarmungslos das Bild einer Welt ohne Liebe und ohne Hoffnung. Schweigen und Einsamkeit zwischen den Menschen werden nicht überwunden.
Drei Reisende quartieren sich für eine Nacht in einer fremden Stadt ein, deren Bewohner eine Sprache sprechen, die sie nicht verstehen. Die Schwestern Anna und Ester sowie Annas Sohn Johan verbindet eine bedrückende, undurchsichtige Beziehung zueinander. Ester, die an einer Lungenkrankheit leidet, erwartet mehr als nur schwesterliche Liebe von Anna. Diese wiederum verhöhnt sie und läßt sich auf sexuelle Exzesse mit einem ihr unbekannten, jungen Kellner ein. Die kranke Ester wird in dieser Zeit von einem alten Kellner umsorgt, während Annas Sohn durch die leeren Gänge des Hotels streift. Als Anna in das Hotel zurückkehrt, bricht der stumme Streit zwischen den beiden Schwestern offen aus. Anna ist es leid, Rücksicht zu nehmen. Sie wendet sich wieder ihrem Liebhaber zu und überläßt Ester ihrem Schicksal.

FANNY UND ALEXANDER (FANNY OCH ALEXANDER)
DEU/ FRA/ SVE 1983. R: Ingmar Bergman. D: Pernilla Allwin, Bertil Guve, Harriet Andersson, Erland Josephson. 187 Min., DF, FSK: 16
FANNY UND ALEXANDER ist die klassische, aber völlig neu und spannend erzählte Geschichte von einem jungen Geschwisterpaar, das mit einem neuem Stiefvater leben lernen muss – oder auch nicht...
1907 ist die Welt der schwedischen Theaterfamilie Ekdahl noch in Ordnung. Die Kinder Fanny und Alexander feiern mit ihren geliebten Eltern ein fröhliches Weihnachtsfest. Sie wissen noch nicht, daß es ihr letztes gemeinsames sein wird, denn bald darauf stirbt der Vater. Mutter Emilie heiratet ein Jahr später den Bischof Vergerus. Der Geistliche als Stiefvater entpuppt sich immer mehr als Tyrann, der die Kinder maßregelt und bestraft. Fanny und Alexander laufen von zu Hause fort und finden Zuflucht bei dem alten Isaak Jacobi. Als nun auch der Rest der Familie Ekdahl erfährt, wie sehr gerade die beiden Kinder unter dem sadistischen Regiment des Kirchenmannes zu leiden haben, setzen sie alles daran, Emilie, Fanny und Alexander wieder zu sich zu holen.

SCHREIE UND FLÜSTERN (VISKNINGAR OCH ROP)
SVE 1974. R: Ingmar Bergman D: Harriet Andersson, Ingrid Thulin, Liv Ullmann, Erland Josephson. 91 Min., DF, FSK: 12
Ein stiller, düsterer schwedischer Landsitz am Ende des 18. Jahrhunderts. Vier Frauen schreiten in weißen, wallenden Gewändern durch die roten Räume des Hauses. Es sind die Schwestern Agnes, Karin und Maria sowie das Hausmädchen Anna. Agnes ist schwer krebskrank und verabschiedet sich vom Leben. Karin und Maria besuchen sie ein letztes Mal im elterlichen Gutshaus, um ihr beizustehen. Doch angesichts des nahen Todes nehmen die Besucherinnen ihren Aufenthalt zum Anlass, eigene Lebensängste und Enttäuschungen zu reflektieren. Karin, die vermögend geheiratet hat, ist voller Verachtung für ihren Mann, verabscheut ihren Körper und unterdrückt permanent ihre Wut auf das Leben. Die genusssüchtige Maria möchte eigentlich nur eins – gefallen. So mit sich selbst beschäftigt, sind sie nicht fähig, ihrer sterbenden Schwester Trost und Liebe zu geben. Anteilnahme und Wärme erhält Agnes in den letzten Atemzügen ihres Lebens nur von Ihrer treuen Magd Anna.

 

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