KOMMUNALES
KINO MANNHEIM
im Collini-Center

... war dass wirklich alles so?


Publikation: Bericht des Veranstalters

Autor: Peter Bär

 

400 Schüler diskutieren mit Nico Hofmann über den Film „Dresden“

 

Am Freitag Vormittag, vor Beginn des Symposiums fand zum zweiten Mal ein Filmtalk für Schüler statt. Es war ein Geschichtsunterricht der besonderen Art. Cinema Quadrat präsentierte in seinem zweiten Film-Talk die Kinofassung des Fernseh-Zweiteilers „Dresden“ über den Bombenangriff der Alliierten auf die sächsische Hauptstadt im Jahre 1945 und der Produzent Mannheimer Schiller-Preisträger Nico Hofmann ließ es sich nicht nehmen zwischen Terminen in Singapur und New York für eine Stunde mit den Schülern die filmische Umsetzung zu erläutern und mit ihnen das Ergebnis zu diskutieren.

 

Die Realistik der Szenerie machte die Schüler betroffen und neugierig. So richteten sich die meisten Fragen auch darauf, ob es denn tatsächlich so wie im Film dargestellt gewesen sei, was die Generation der Groß- oder gar Urgroßeltern mit dem Bombenkrieg im zweiten Weltkrieg erlebt hatte. Dies konnte Hofmann nachdrücklich bestätigen. 30 Zeitzeugenberichte habe man als Grundlage genommen und eine Vielzahl der Einzelepisoden sei so oder in Variation tatsächlich geschehen. Natürlich sei alles im Drehbuch künstlerisch verdichtet worden und habe man die historischen Erlebnisse vieler Personen auf wenige konzentriert. Ein Schüler fragte nach der Verwendung historischen Materials und Hofmann bestätigte ihm seine aufmerksame Beobachtung. Ja, man habe auch historische Filmaufnahmen zur Verfügung gehabt und eingebaut. Aber selbstverständlich habe man auch auf Computerbearbeitung nicht verzichten können. Die Sets seien im Studio bis zu 15 Meter hoch real gebaut, zur Darstellung der Feuersbrunst 20 bis 30 mal abgefackelt worden, oberhalb von 15 Meter beginne dann aber das im Computer generierte virtuelle Dresden.

 

Der Film vermittelt viele Details, die man in Geschichtsbüchern kaum findet und die heutzutage nur noch von wenigen erinnert werden, z.B. dass die Flucht in den Keller die Gefahr des Erstickungstodes barg, dass in diesen Kellern unter den brennenden Häuser die Kohle im Keller zum Glühen kam und Einmachgläser in der Hitze explodierten. Neben den Zeitzeugenberichten, stand dem Filmteam für die 10 Mio. Dollar Produktion ein wissenschaftlicher Beraterstab zur Verfügung, der die Authentizität des Dargestellten sicherstellte. Diese Berater stammten sowohl aus Deutschland, als auch aus England, denn man wollte – dies ein weiterer Aspekt des Filmes – nicht nur die deutsche, sondern auch die britische Seite mit Ihren Motiven und  die Überlegungen die für und gegen die Bombardierung, zum Thema werden lassen.

 

Der Film stellt eine besonders eindrückliche Form der Geschichtsaufarbeitung dar, er melodramatisiert und er bewegt. In Verbindung mit dem Gespräch mit Nico Hofmann war der Film-Talk eine ganz besondere Geschichtsstunde, da bei dieser Gelegenheit auch noch die Schwierigkeiten bei der Entstehung des Filmes und die konzeptionelle Umsetzung zum Thema gemacht werden konnte.  Knapp 400 begeisterte Schüler und beeindruckte Lehrer dankten dies Nico Hofmann und dem Veranstalter.

 

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