Publikation: Mannheimer Morgen 20.11.2007
Autor: bro
Von den Anwesenden im Kinosaal hatte niemand das Jahr 1945 und seine schrecklichen Bombennächte in Dresden erlebt. Und trotzdem schienen diese unheilvollen Stunden des letzten Kriegsjahres nach 90 Minuten Film nicht mehr so weit weg zu sein wie noch zuvor. Im Rahmen des 22. Mannheimer Filmsymposiums waren rund 400 Schüler ins Cinemaxx gekommen, um sich dort den Film "Dresden" anzusehen und danach mit dem Produzenten desselben, Nico Hofmann, zu reden.
Hofmann nahm sich eine Stunde Zeit, um mit den jungen Zuschauern über seinen Film zu diskutieren - ursprünglich ist "Dresden" ein Fernsehzweiteiler, im Cinemaxx lief nun die Kinoversion.
Die Diskussion zwischen den Schülern und Filmemacher drehte sich maßgeblich um die Wirklichkeitstreue des Films. Läuft auf der Leinwand auch wirklich das, was vor 62 Jahren in Dresden passierte? Haben es die Menschen so erlebt, wie es die Schauspieler darstellen? 30 Zeitzeugen hätte sein Team vor dem Filmdreh befragt, sagte Hofmann, ein wissenschaftlicher Beraterstab mit Deutschen und Briten hätte zudem ständig mitgearbeitet. An der Authentizität des Gezeigten könne es also keine Zweifel geben. Allerdings sei "Dresden" keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm. Also: Natürlich nutzt der Film dramaturgische Kniffe, manches werde künstlich verdichtet, die historischen Erlebnisse vieler verschiedener Menschen habe man auf wenige Film-Figuren konzentriert.
Und trotzdem: Seinen Film sieht Hofmann als besonders eindrückliche Art der Geschichtsaufarbeitung. Gerade die vielen Details, bei der Flucht in den Keller etwa, wo die Einmachgläser in der Hitze explodierten. Das erklärt zwar das Geschehene nicht, aber es gibt dem Vergangenen eine lebendigere Seite. Die meisten Schüler waren begeistert von dieser Geschichtsstunde.
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